Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.09.1984

Olivetti: Auf den Hund gekommen

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. So kann man es nicht als Kitsch bezeichnen, daß die Werbeleute von Olivetti einen schottischen Westhighland-Terrier, von vielen Herrchen kurz "Westi" genannt, zum Träger ihrer Reklamebotschaft gemacht haben. Auf den Hund gekommen sind vordem schon andere Computerfirmen, die das Geschäft mit vermeintlich besonders originellen Anzeigen ankurbeln wollten.

Nun ist beileibe nicht ausgemacht, daß der "größte europäische Computer-Hersteller" (Olivetti-Eigenwerbung) mit der Westi-Werbung schlecht fährt, die ein "Melonen"-Motiv als weiteren Blickfang offeriert. Motto: Westi nebst Chaplin-Hut - freundlich &(IBM-) kompatibel.

Einst hat Olivetti - ganz stolzer Italo-Konzern - mit einem eigenständigen Computerdesign brilliert. Jetzt ist man auf Leihstimmenfang, mit dem nichtssagenden Spruch, die "bessere Alternative" zu sein. Anzeigentext: "Die Personal Computer von Olivetti sind selbstverständlich hardware- und softwarekompatibel zum internationalen Industriestandard."

Die IBM, auf die der "Standard"-Spruch gemünzt ist, dürfte sich vor Kichern kaum halten können. Über Industriestandards wird nämlich immer dann geredet, siehe Olivetti, wenn auf der Verkaufsseite nicht viel passiert. Idee der IBM-Konkurrenten: Richtig professionell ist das Mikro-Business erst durch den Einstieg des Mainframe-Marktführers geworden. Von einer Beruhigung durch einen IBM-Standard können auch die kleineren Mikro-Anbieter profitieren, zumal das dicke Geschäft mit Mehrrechner-Systemen bei großen Unternehmen winkt.

Ein auf den flüchtigen Blick bestechendes Argument. Nur: Auch der Applaus der Wettbewerber wird Big Blue nicht davon abhalten, auf dem Gebiet der Arbeitsplatzcomputerei neue Wege zu gehen, wie das jüngste Workstation-Announcement gezeigt hat. Höchst fraglich scheint inzwischen sogar, ob die IBM bei ihrer bisherigen PC-Politik der "offenen Systeme" bleibt. Solange es keine herstellerunabhängige

Norm gibt, dies das Fazit, sitzt die IBM am längeren Hebel - bellt Olivetti-Westi unter dem falschen Baum.