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27.06.1986 - 

VW muß tief ins Portemonnaie greifen:

Olivetti begleicht Rechnung für TA

MÜNCHEN (CW) - Für 150 Millionen Mark erwarb die C. Olivetti & Co. SpA jetzt die Nürnberger VW-Tochter Triumph-Adler AG. Im Gegenzug strichen die Italiener 590 Millionen Mark ein, die die Volkswagen AG für eine fünfprozentige Beteiligung am Informatikkonzern aus Ivrea bezahlten. Einstimmig hatten die Olivetti-Aktionäre Kapitalerhöhungen genehmigt.

Den Kurs der rund 20 Millionen jungen Aktien setzte Olivetti-Präsident Carlo De Benedetti bei einem Tageskurs von rund 16 000 Lire mit 20 418 Lire je Stück fest. Mit 407,23 Milliarden Lire (590 Millionen Mark) mußte VW für seine Beteiligung nun beinahe das Fünffache des Stückpreises berappen, den AT&T vor zweieinhalb Jahren für die Übernahme von 25 Prozent des Olivetti Kapitals entrichtet hatte.

Vertraglich sind die Wolfsburger ferner berechtigt, ihr Aktienpaket durch Börsenkäufe auf elf Prozent aufzustocken. Sollte der Anteil der Autoelektronik am italienischen Konzern-Gesamtumsatz fünf Prozent übersteigen, könnte Volkswagen seinen Olivetti-Wertpapierbestand um weitere neun auf zwanzig Prozent erhöhen. In den Verwaltungsrat von Olivetti entsandte der bundesdeutsche Automobilkonzern Horst Münzer.

Vor seinen Aktionären gab sich De Benedetti zuversichtlich. Der Konzern-Umsatz habe sich bis Mai dieses Jahres um 9,2 Prozent erhöht, das Auftragsvolumen sei um 12,4 Prozent gestiegen. Einnahmen und Ausgaben für das gesamte Jahr schätzte er auf rund 10,2 Milliarden Mark. Auf Gewinnziffern mochte sich der Olivetti-Chef indes nicht festlegen, da sich der Kursrückgang des Dollars auf die Ausfuhrbilanz negativ niederschlagen dürfte. Gegenwärtig bestünden für den Konzern allerdings keine Verbindlichkeiten, die kurzfristigen Aktiva überstiegen sogar die Passiva. Ein Kapitalbedarf bestehe daher derzeit nicht.

Auch die britische Acorn, an der Olivetti eine 80prozentige Beteiligung hält, habe ihre Defizite seit April ausgleichen können. Acorn soll die "Risc"-Architektur herstellen, die Olivetti dann für ihre Systeme übernehmen will.

Im vergangenen Rechnungsabschnitt hatte der Elektronikkonzern seinen Personalbestand um 1800 auf 49 000 Personen aufgestockt. Für das laufende Jahr sind 1000 weitere Neueinstellungen geplant.