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21.05.1982 - 

Italiens nationaler DV-Konzern trainiert sich im Wettbewerb mit aus ausländischen Unternehmen:

Olivetti Politik auf Erfolg programmiert

MAILAND/IVREA (pi) - Olivettis Tradition geht auf das Jahr 1908 zurück. Damals gründete Camillo Olivetti in Piemont eine Schreibmaschinenfabrik, die später auch Rechenmaschinen, Fernschreiber und Büromöbel herstellte. Ab 1985 konzentrierte sich das Unternehmen auf kleine "Elektronische Systeme". Terminals, Datenerfassungs- und Informationsverarbeitungsgeräte. In den siebziger Jahren wurde die Olivetti-Gruppe einem radikalen technologischen und organisatorischen Wandel unterzogen. Hauptziel war die Abkehr von der Mechanik hin zur Elektronik.

Allein zwischen 1976 und 1978 investierte das italienische Unternehmen 107,6 Milliarden Lire in Forschung und Entwicklung. Derzeit sind 2880 Mitarbeiter in diesem Bereich tätig, vorwiegend in der Gegend um Ivrea. Im Juli 1978 stellten die Italiener die erste elektronische Schreibmaschine der Welt, die ET I01, vor. Die Produktpalette der elektronischen Schreibmaschinen reicht heute von kompakten Reiseschreibmaschinen über Modelle fürs Büro bis hin zu Mehrplatz-Textverarbeitungssystemen.

Die Ära Benedetti

Olivettis Wiederaufstieg ist eng mit dem Eintritt eines neuen Managers verbunden: Carlo de Benedetti, seit April 1978 Vizepräsident und geschäftsführendes Mitglied im Verwaltungsrat des Konzerns, gilt als weitsichtiger Planer.

Auf dem Strategie-Papier von De Benedetti stehen folgende Hauptziele: Ein Investitionsprogramm soll den Ankauf von Minderheitsbeteiligungen kleinerer und mittlerer Firmen sicherstellen, die über starke technische Innovationspotentiale verfügen.

Gegebenenfalls ist die mehrheitliche Übernahme von Firmen geplant,

wenn damit Marktanteile gewonnen werden können. Beispiel: Übernahme von Mael.

Abkommen über gegenseitige Zusammenarbeit, vor allem mit europäischen Firmen, sollen gefördert werden.

Um den Kunden, speziell im Bereich der Computersysteme, komplette Losungen anbieten zu können, ist eine Internationalisierung wie auch eine bedeutende Kapitalsumme erforderlich. Beide Voraussetzungen wurden durch den soeben verstaatlichten französischen Konzern Saint Gobain gegeben. Die Gruppe hält etwa eine Drittel des Aktienkapitals von Olivetti. Trotzdem will der Konzernchef das bestehende Terrain des Unternehmens wahren. So schlug er Mitte April dieses Jahres ein Angebot von St. Gobain aus, die Aktienmehrheit zum fünffachen Tageswertkurs zu erwerben. Mit der italienischen Regierung steht Benedetti von Zeit zu Zeit auf Kriegsfuß. Er kritisiert: "Die Unfähigkeit der Regierung bei der Förderung der Forschung und bei der Ingangsetzung einer öffentlichen Nachfrage, die im Rahmen eines sektoralen Programmes die Funktion der Zuglokomotive. ausüben soll, ist hinreichend bekannt."

Mitarbeiter und Gesellschaften

Die Olivetti-Gruppe besteht aus der Muttergesellschaft, dreißig Auslandstöchtern und mehreren italienischen Tochtergesellschaften. 1980/81 wurden die Firmen Hermes Precisa, Data Terminal Systems, SGS-ATES, IPL und Logabax zu unterschiedlichen Beteiligungen übernommen. Darüber hinaus wurden Kooperations- beziehungsweise Vertriebsabkommen mit den Unternehmen Hitachi, Matra, Memorex und Northern Telecom Systems geschlossen. Insgesamt gehören 52 Töchter zum Konzern, davon 20 in Italien.

53 000 Mitarbeiter, davon 21 700 in der Fertigung, sind bei der Olivetti-Gruppe beschäftigt. Bei der Muttergesellschaft arbeiten 19 850 Mitarbeiter, davon 9500 in der Produktion. Der Gruppenumsatz betrug

1981 rund 5,6 Milliarden Mark. Das entspricht einer rund 32prozentigen Steigerung gegenüber 1980. Der Umsatz der Muttergesellschaft lag bei rund 2,6 Milliarden Mark; das sind etwas mehr als 23 Prozent im Vorjahr. Der von ihr erzielte Gewinn lag bei etwa 170 Millionen Mark. Rund 66 Prozent vom Gruppenumsatz entfallen auf den Bereich Datenverarbeitung, 34 Prozent werden mit Büroprodukten erzielt.

Marktanteile

Zu den großen Kunden Olivettis gehören im eigenen Land die Banken. Hier konnte man zum Teil gegen starke ausländische Konkurrenz mit dem neuen intelligenten Bankenterminal der TC-Serie größere Aufträge annehmen. Darüber hinaus hat sich der italienische Staat in einer Vielzahl von Institutionen und Kommunen seine Geräte und Systeme vom nationalen Hersteller ins Haus geholt.

In den Jahren 1979 bis 1981 setzte das Unternehmen am heimischen Markt rund 70 000 Systeme ab. Dazu gehören Terminals aller Art, Minicomputer, Datenerfassungssysteme und Datenübertragungseinrichtungen. Bis 1981 lag die Installationszahl für Kleinrechner bei über 70 00 Einheiten, was einem Marktanteil von 60 Prozent entspricht. In diesen Zahlen sind die Personal Computer nicht enthalten. Bisher wurden im eigenen Land fast 100 000 elektronische Schreibmaschinen verkauft sowie 12 000 Textverarbeitungssysteme. In den kommenden Jahren will sich Olivetti auf Anwendungen in den Bereichen Sekretariat, Büroautomation, unterbrechungsfreie Rechenanlagen sowie Personal Computer konzentrieren.