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26.03.1993 - 

Konzern-Umsatz ging um 6,5 Prozent zurueck

Olivetti schliesst das Jahr 1992 mit 715 Millionen Mark Verlust ab

Der Betriebsverlust des groessten italienischen DV-Herstellers verzehnfachte sich gegenueber 1991 (28 Milliarden) auf 298 Milliarden Lire. An ausserordentlichen Aufwendungen und Restrukturierungskosten fielen im Berichtszeitraum 260 Milliarden Lire an. Vor Steuern belaeuft sich der Jahresverlust auf 558 Milliarden Lire. Nach Angaben des Unternehmens stieg die Nettoverschuldung des Konzerns auf 960 Milliarden Lire, und das Olivetti-Vermoegen reduzierte sich von 3,08 auf 2,36 Billionen Lire.

Die Schuld an der Misere gibt der Konzern zum einen dem harten Verdraengungswettbewerb am Computermarkt. Zum anderen sei der Umsatz auch durch die Reduzierung der Marktpraesenz bei "marginalen" Produkten und der drastischen Verkleinerung des Geschaeftsbereichs Triumph Adler entstanden.

Allerdings habe Olivetti, so berichtet die "Sueddeutsche Zeitung"(SZ), auch organisatorische und technische Fehlgriffe vor allem bei Desktop-PCs und tragbaren Rechnern zu verdauen. Allein der technische und damit auch geschaeftliche Misserfolg des zu spaet entwickelten und in Deutschland hergestellten Laptops habe das Unternehmen zwischen 110 und 130 Millionen Mark gekostet.

Wohl als vertrauensbildende Massnahme gedacht ist die nun vom Olivetti-Verwaltungsrat unter Leitung von Carlo De Benedetti angestrebte Verdoppelung des Konzernkapitals um 903 Milliarden Lire auf insgesamt 1620 Milliarden Lire.

Sanierung noch nicht abgeschlossen

Der Vorschlag wird der Hauptversammlung am 29. April 1993 offiziell unterbreitet. Dabei sollen 402 Milliarden Lire durch Herausgabe einer Wandelanleihe "Olivetti 1993-1999" aufgebracht werden, die restlichen 501 Milliarden Lire will man durch Zeichnung junger Stammaktien im Nennwert von 1000 Lire hereinbringen. Die Inhaber alter Stamm-, Vorzugs- und Sparaktien haben dabei zwei Moeglichkeiten. Entweder sie beziehen pro vier alter Aktien sechs neue, oder sie erwerben bis maximal zur Haelfte ihrer Anteile besagte Wandelanleihen, die bis 1999 getauscht werden muessen. Der Zins fuer die Anleihe wird erst bei der Emission festgesetzt und soll zwischen sechs und acht Prozent liegen.

Wie Olivetti weiter mitteilte, haben sich die Mitglieder des Aktionaerssyndikats von Olivetti, das insgesamt 46,2 Prozent des Kapitals haelt, bereit erklaert, ihre Bezugsrechte voll zu zeichnen. Die restlichen 61,2 Prozent des Kapitals sind im Streubesitz von rund 41 000 Aktionaeren.

Trotz des in den letzten drei Jahren um 57 000 auf 40 000 Beschaeftigte reduzierten Personalbestandes - auch 1993 sollen 1500 Stellen gestrichen werden - ist ein Ende der Sanierungsphase beim italienischen Rechnerhersteller noch nicht abzusehen.

Fuer die Zukunft gab sich der italienische DV-Konzern dennoch gedaempft optimistisch. Wegen der Lira-Abwertung hoffen die Verantwortlichen auf einen hoeheren Export-Anteil - vor allem in die USA soll mehr geliefert werden, berichtet die "SZ" weiter. Allerdings wird Olivetti auch von dort importieren muessen. Als Digital Equipment zehn Prozent des Olivetti-Kapitals uebernahm, verpflichtete sich die De-Benedetti-Company naemlich unter anderem, bis 1994 fuer 150 Millionen Dollar DEC-Produkte abzunehmen. Als Gegenleistung wird der Alpha-Produzent spaeter weitere vier Prozent des Olivetti-Kapitals uebernehmen.

DEC ist jedoch nicht der einzige amerikanische Partner der Italiener. Kuerzlich gab der Konzern bekannt, dass er sich in die kalifornischen Penwriter-Schmiede EO eingekauft hat. Neben der De-Benedetti-Company, die lediglich eine Minderheitsbeteiligung haelt, sind ausserdem AT&T sowie die japanische Matsushita-Marubeni an EO beteiligt.