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01.05.1992 - 

ACE-Mitglied bevorzugt Unix SVR4.1 DT gegenüber SCO Open Desktop

Olivetti startet Rechnerserie nach Spezifikationen von ACE

PARIS (CW) - Die Ing. C. Olivetti & Co. S.A. hat anläßlich ihres European Software Forums 1992 in Paris das erste System einer neuen Reihe von RISC-PCs für den Markt freigegeben. Der "M700-10" entspricht den Advanced-RISC-Computing-Spezifikationen (ARCS) des Industriekonsortiums Advanced Computing Environment (ACE).

Der nun verfügbare Rechner M700-10 - bei Olivetti als "Personal Workstation" bezeichnet - ist nicht ganz neu. Es handelt sich nämlich um eine geringfügig verbesserte Version des PWS 4000, der im März dieses Jahres auf der CeBIT vorgestellt wurde, aber nicht allgemein erhältlich war. Mehr als 100 dieser Desktop-Geräte hatte Olivetti etwa zu gleichen Teilen an Microsoft für die Entwicklung von Windows NT auf einem ARC-Rechner sowie an Softwarepartner für die Portierung ihrer Produkte geliefert.

Was jetzt als M700-10 allgemein erhältlich wird, hat folgende technische Details: Das Desktop-System basiert auf dem 64Bit-RISC-Prozessor R4000 von Mips Computer, den die ACE neben der CISC-Reihe von Intel zum Standard erkoren hat. Die CPU ist mit 50 Megahertz getaktet und bringt das System nach Angaben von Olivetti auf eine Leistung von 40 Specmarks.

Die Maschine hat auf einem 64-Bit-Bus 8 MB Arbeitsspeicher, die in zwei Gruppen angeordnet sind und auf 256 MB erweitert werden können. Auf demselben Bus befindet sich ein Video-Slot für einen Controller mit 2 MB RAM und einer maximalen Auflösung von 1260 x 1024 Punkten in 256 Farben.

Der Bus für interne und externe Peripherie hat eine Breite von 32 Bit. Integriert sind auf dem Board die Schnittstellen RS232 parallel, Tastatur, Maus, Ethernet, SCSI und Stereo-Audio-I/O. Ferner stehen vier Steckplätze für EISA-Karten zur Verfügung. Im Gehäuse ist Platz für vier Laufwerkschächte. Zwei davon werden belegt für die 3 1/2-Zoll-Floppy- beziehungsweise -Festplattenlaufwerke. Zu letzteren gibt es eine Auswahl zwischen Platten von 210 bis 510 MB Kapazität. In einem der beiden halbhohen 5 1/4-Zoll-Schächte findet sich ein 550-MB-CD-ROM-Laufwerk. Ein breiter Schacht ist also frei für Streamer oder ein großes Floppy-Laufwerk.

Damit entspricht das System präzise dem, was der italienische Computerbauer als Minimalanforderung für Personal Workstations bezeichnet. Schon die Zahl "10" am Ende der Typenbezeichnung des Rechners läßt vermuten, was Olivetti bestätigt hat: Die Serie M700 wird nach oben ausgebaut.

Den Angaben zufolge befinden sich zwei Multiprozessor-Varianten in der Vorbereitung, eine mit vier und eine mit zwölf R4000-CPUs. Die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit Pyramid Technology. Mit dem dann erreichbaren Leistungsvermögen stünden größere M700-Systeme in Konkurrenz

zu Olivettis Intel-basierten LSX-Rechnern.

Olivetti will zur M700 alternativ zwei Betriebssysteme anbieten. Ab November 1992 soll es eine Anpassung von Unix SVR4.1 Desktop, ab Dezember dieses Jahres eine Implementierung von Windows NT für das allgemeine Publikum geben. Software Development Kits werden ab September beziehungsweise Juni 1992 verfügbar.

Auffälligerweise ist bei Olivetti, einem der ersten Unternehmen, das die ARC-Maßgaben in seinen Produkten umsetzt, nicht mehr die Rede von SCO Open Desktop (ODT) als einstiger Unix-Linie der ACE. ODT scheint in der ACE von Unix SVR4.1 DT, derzeit noch unter dem Codenamen "Destiny" im Test, verdrängt zu werden. Elserino Piol, Olivettis Chief Operating Officer, erklärte dazu: "Wir setzen auf Unix SVR4.1." Er gehe davon aus, daß SCO schon für eine Anpassung von Open Desktop an die M700-Rechner sorgen werde.