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Telekom geht leer aus, France Télécom düpiert


12.09.1997 - 

Olivetti zieht Mannesmann als TK-Trumpf aus dem Ärmel

Der Düsseldorfer Mischkonzern beteiligt sich für 1,1 Milliarden Mark mit zunächst 25 Prozent an dem Joint-venture. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Engagement für weitere 1,3 Millarden Mark auf einen Anteil von 49,9 Prozent aufgestockt werden. Olivetti bringt seine Anteile am Mobilfunk-Betreiber Omnitel sowie an der Festnetzgesellschaft Infostrada in Oliman ein.

Durch den selbst für Insider überraschenden Deal ist es Olivetti-Chef Roberto Colaninno nach den Restrukturierungen der vergangenen zwölf Monate - die Italiener hatten sich unter anderem vom chronisch defizitären PC-Geschäft getrennt - gelungen, dringend benötigtes Kapital ins Unternehmen zu holen. Überdies will sich Mannesmann zusammen mit anderen, nicht näher genannten Investoren an einer seit längerem geplanten Kapitalerhöhung beteiligen. Neben dem Preis für den Einstieg bei Oliman dürften dadurch weitere 900 Millionen Mark in die Kasse des maroden italienischen IT-Konzerns fließen, der allein das Geschäftsjahr 1996 mit einem Minus von 960 Millionen Mark abgeschlossen hatte. Mannesmann soll im Gegenzug künftig knapp fünf Prozent der Olivetti-Anteile halten.

Ob durch den Merger allerdings die Situation im italienischen TK-Markt endgültig geklärt ist, wird von Experten angezweifelt. Seit Wochen kursierten Gerüchte, wonach die Deutsche Telekom zusammen mit dem italienischen Energieriesen Enel mit einem Einstieg bei Omnitel liebäugelt. Auch eine Beteiligung der Bonner an Infostrada oder, wie jetzt von Mannesmann geplant, direkt an Olivetti, wurde für möglich gehalten.

Komplexes Geflecht von Beteiligungen

Kompliziert wird das Ganze vor allem aber durch ein vom früheren Olivetti-Chef Carlo De Benedetti initiiertes Geflecht an Beteiligungen. So war Mannesmann bisher schon mit acht Prozent an der Olivetti-Tochter Omnitel beteiligt, gleichzeitig aber auch die schwedische Telia-Gruppe sowie die US-Carrier Airtouch, CCI und Bell Atlantic. Die frühere Baby-Bell-Company wiederum ist zugleich Minderheitsgesellschafter beim Festnetzbetreiber Infostrada, der nun ebenfalls in das Joint-venture mit Mannesmann integriert werden soll. Im Frühjahr hatte sich Olivetti zudem mit dem wichtigsten Telekom-Verbündeten France Télécom auf eine 49-Prozent-Beteiligung bei Infostrada geeinigt.

Eine weitere Frontbegradigung bei den diversen Gesellschafterstrukturen halten Insider daher für ausgemacht. Das Management von Bell Atlantic signalisierte bereits seinen Rückzug. Aber auch die Franzosen, für die der Weg als wichtigster Olivetti-Partner im TK-Geschäft nun zunächst frei schien, fühlen sich durch den Deal mit Mannesmann düpiert: "Die Kooperation mit Mannesmann entspricht nicht der im Frühjahr mit Olivetti vereinbarten Geschäftsgrundlage", heißt es in Paris. Von der Deutschen Telekom war zu den jüngsten Vorgängen keinerlei Stellungnahme zu erhalten.

Spekuliert wird nun, daß France Télécom die Infostrada betreffende Absichtserklärung mit Olivetti platzen läßt und zusammen mit der Telekom und Enel versucht, eine neben Mannesmann/Olivetti und der staatlichen Telecom Italia dritte schlagkräftige TK-Allianz in Italien zu bilden. Basis hierfür könnte die von Experten als aussichtsreich eingestufte Bewerbung der Telekom-Tochter T-Net sowie Enel um die dritte italienische Mobilfunklizenz sein.