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09.10.1992

Olivettis Börsenkurs um zehn Jahre zurückgeworfen

Mit einer erneuten Kurshalbierung während des dritten Quartals, 1992 müssen die Stammaktionäre der Ing. C. Olivetti & Cie. SpA fertig werden. Obwohl sich der Kurs seit 1986 mehr als gezehntelt hat, scheint ein Ende des Debakels noch nicht in Sicht. Zu den Einbußen kommt erschwerend der Kursverfall der italienischen Lira hinzu.

Ursächlich für den im ersten Halbjahr 1992 um 23 Prozent gestiegenen Netto-Betriebsverlust von Olivetti sind nach Auskunft des Unternehmens der anhaltende Preisverfall bei PCs sowie die weltweite Konjunkturflaute. Das ursprünglich angepeilte Ziel, schon 1992 wieder in die schwarzen Zahlen zu gelangen, dürfte damit in weite Ferne gerückt sein. Nach Ansicht von Finanzanalysten müßte der Umsatz 1992 mindestens um vier bis fünf Prozent steigen, um dem Unternehmen ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu bescheren. Im ersten Halbjahr jedoch sank das Geschäftsvolumen um knapp fünf Prozent auf 3,75 Billionen Lire (nach aktuellem Wechselkurs zirka 4,2 Milliarden Mark).

Als Reaktion auf Verluste ging Olivetti schon 1991 ans Eingemachte: So wurde etwa die Verwertung von Immobilien der Frankfurter Adlerwerke eingeleitet, wodurch auf dem Wege der Gewinnabführung 181 Millionen Mark an Verlusten der TA Triumph Adler AG, Nürnberg, ausgeglichen werden konnten. (In Insider-Kreisen munkelt man von einer Abwicklung der TA Triumph Adler AG, Nürnberg.) Trotzdem führte der Konzernverlust im ersten Halbjahr 1992 zu einer deutlichen Verschlechterung der Bilanzqualität: Die Nettoschulden stiegen um 59 Prozent auf 910 Milliarden Lire an.

Für die Zukunft kündigte das Unternehmen massive Rationalisierungen und ein Modell-Revirement an, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. So will Olivetti noch im laufenden Jahr 2200 Stellen abbauen und bis 1994 zirka 2,8 Billionen Lire in die Forschung und in neue Industrieanlagen investieren.

Der italienische Konzern geht davon aus, daß die Krise unter Ausnutzung aller technischen, finanziellen und Management-Ressourcen bewältigt werden kann. Kooperationen sollen dabei eine wichtige Rolle spielen: Olivetti verweist auf Verträge mit Canon, Novell, British Telecom und DEC aus dem ersten Halbjahr 1992.

Den gegenwärtigen Konzentrationsprozeß der DV-Industrie dürfte das Unternehmen dennoch nicht ohne einen starken operativen Partner überleben können. Dies wäre jedoch siehe Siemens-Nixdorf - für die Aktionäre häufig wenig attraktiv. Die Olivetti-Aktie sollte weiter gemieden werden.

Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen Jede darüber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo. Aktienanllagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.