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15.02.1991 - 

Uniforum '91: OLTP, Multiprocessing, Bildverarbeitung

OLTP-Produkte unterstreichen die kommerzielle Reife von Unix

MÜNCHEN (CW) - Den Unix-Gegnern fällt es immer schwerer, dem Multiuser-Betriebssystem die Eignung für den kommerziellen Einsatz abzusprechen. So gehörte auf der Uniforum auch diesmal die Transaktionsverarbeitung unter Unix zu den Attraktionen der Messe. Weitere Messetrends lagen im Bereich Software für die Bildverarbeitung und in Multiprocessing-Features für PC-Unix-Derivate.

Konnte 1990 fast nur AT&T mit der OLTP-Software "Tuxedo" glänzen, so wurde in diesem Jahr eine ganze Reihe von Transaktionsprodukten vorgestellt. Ein Transaktionsmonitor stammt von der Transarc Corp. Pittsburg, deren Produkt auf der verteilten Anwendungsumgebung (DCE) der OSF beruht. Das gerade erst vorgestellte Transarc-Produkt ist zwar keineswegs marktreif, seine Technik soll aber nach Informationen der IDG-Schwesterpublikation "Computerworld" sowohl von der IBM als auch von Hewlett-Packard und Stratus Computer übernommen werden.

Konkreter sind die Nachrichten über eine NCR-Software, die der Erstellung von verteilten OLTP-Anwendungen dienen soll. Das Produkt läuft auf Unix-basierten Servern und unterstützt Netzprotokolle wie OSI und TCP/IP. Die mit Hilfe des Transaktionsmonitors erstellten Anwendungen können, Herstellerangaben zufolge, auf verschiedene Unix-Datenbanksysteme zugreifen.

Auch Unisys reiht sich in die Anbieter von verteilt arbeitender Online-Transaktions-Software auf Unix-Basis ein. Zwar wurde auf der Messe nur eine Vorversion von "Open/OLTP" präsentiert, das fertige Produkt soll jedoch schon im April ausgeliefert werden. Nach eigenen Angaben stellt der Transaktionsmonitor eine erweiterte Ausgabe des AT&T-Produkts "Tuxedo" dar.

PC-Unix-Anbieter Interactive, Mitbewerber von Marktführer Santa Cruz Operations (SCO), erhält Auftrieb. Chip-Hersteller Intel tritt dem Unternehmen alle Kunden ab, die das Multiuser-Betriebssystem auf 386er- und 486er-Prozessoren laufen lassen. Außerdem hat Interactive eine System V.4-Version ihres PC-Unix-Derivats angekündigt. Dafür hat sich das Unternehmen in Dallas die Unterstützung der USL sowie von Intel gesichert.

Der Unix-Spezialist beabsichtigt, das Standard-Paket von System V.4 um Fähigkeiten zur Bildverarbeitung, Netz-Features, grafische Oberflächen und um einen DOS-Bereich zu erweitern. Außerdem beteiligt sich Interactive, wie zuvor schon der Mitbewerber SCO an dem Programm für Unix-Binärstandards auf Intel-Basis das vor kurzem ins Leben gerufen wurde.

Während Interactive auf Unix V.4 umsteigt, sind die Santa Cruz Operations bereits einen Schritt weiter. Gemeinsam mit der Corollary Inc. haben sie auf der Uniforum ein Multiprozessor-fähiges PC-Unix vorgestellt, das auf vier oder sechs 486er-Intel-Chips läuft. Der Kernel des Betriebssystems ist eine proprietäre Entwicklung von Corollary.

Das Betriebssystem ist laut Anbieter so ausgelegt, daß auch Software, die unter SCO-Unix läuft, ohne Änderungen übernommen werden kann.