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14.04.2008

Olympia gefährdet die TK-Versorgung in China

Für die Zeit der Olympischen Spiele sollten sich Unternehmen in China auf Probleme einstellen.

Für China stellen die Olympischen Spiele eine besondere Gelegenheit dar: Selten erhält ein Land eine solche Chance, sich in der Weltöffentlichkeit als moderner Wirtschaftsstandort zu präsentieren. Doch hinter den Kulissen brodelt es zum Teil mächtig. So leidet im Vorfeld der Spiele die Kommunikationsinfrastruktur unter Engpässen.

Selbst Unternehmenskunden können, wie Richard Moss, General Manager bei British Telecom, bestätigt, fünf Monate lang nicht mit Neuanschlüssen oder Netzveränderungen rechnen. Die beiden Carrier China Telecom und China Netcom - sie spielen dort eine marktbeherrschende Rolle wie die Telekom in Deutschland - wollen ab Ende Mai für diese Zeit eine frozen period ausrufen. Auch andere Quellen gehen davon aus, dass die beiden Carrier dann vor allem damit beschäftigt sein werden, genügend Netzkapazitäten für die Übertragungen von den Wettkampfstätten bereitzustellen. Allerdings werden wahrscheinlich nicht nur Aufträge liegen bleiben. Unternehmen sollten sich auch darauf einstellen, dass im Fehlerfall eine Entstörung länger dauert als üblich. Wenn sich in dem Riesenreich die Techniker auf die Olympia-Standorte konzentrieren, um dort einen reibungslosen Netzbetrieb zu gewährleisten, dürften die Fachkräfte in den Provinzen vor Ort fehlen.

Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen, so BT-Mann Moss, die Olympischen Spiele als Risiko betrachten. Auf der Suche nach Notfallplänen stehen professionelle Anwender vor einem Problem. Fortsetzung auf Seite 4 Laut Ingo Wupper, Solutions Manager beim virtuellen Netzbetreiber Vanco, fallen etwa Satellitensysteme wegen ihrer großen Latenzzeiten als Backup-Systeme zur Steuerung von Produktivanlagen aus. Und die Mobilfunknetze taugen in China als Notlösung auch nicht, denn anders als in Europa sind UMTS oder das schnellere HSDPA praktisch nicht vorhanden.

Neben der frozen period droht Unternehmen eventuell weiteres Ungemach: Angesichts der weltweiten Proteste gegen das chinesische Regime zensiert China Protestbilder rigoros und kontrolliert das Internet in erschreckendem Ausmaß. Experten werfen deshalb die Frage auf, inwieweit die elektronischen Kommunikationsmittel während der Olympischen Spiele reibungslos funktionieren werden. Bereits im Vorfeld der Spiele ständen Unternehmen - chinesische ebenso wie ausländische Firmen - unter genauer Beobachtung. Mehr als 30 000 chinesische Internet-Polizisten würden das Netz überwachen.

Westliche Firmen mit Produktionsstandorten in Fernost, die mangels Infrastrukturalternativen über das Internet kommunizieren, befürchten deshalb, dass sie unter dem Deckmantel der "nationalen Sicherheit" massiven Lauschangriffen ausgesetzt sind. Laut BT-Manager Moss unterliegt in China zudem die Übertragung von verschlüsselten Daten via Internet nicht näher bezeichneten Restriktionen, so dass davon ausgegangen werden könne, dass die Regierung auf diese Informationen Zugriff habe. Unisono empfehlen BT und Vanco Unternehmen deshalb Alternativen wie VPNs. Vanco-Manager Wupper warnt in diesem Kontext jedoch vor einem Trugschluss: "Nicht jedes VPN ist automatisch sicher, hier spielt die Schlüssellänge eine entscheidende Rolle." Experten gehen davon aus, dass sich verschlüsselte Daten durchaus knacken lassen, wenn genügend Rechen-Power zur Verfügung steht. (hi)