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06.04.1979 - 

Kurzweil Data Entry Maschine (KDEM):

"Omni-Font"-OCR-Leser verkraftet jeden Text

HAMBURG (pi) - Mit der "Kurzweil Data Entry Maschine" (KDEM) kommt ein System auf den Markt, das gedruckte Texte in beliebigen Schriftarten (und Kombinationen aus ihnen) in einem weiten Schriftgrößenbereich liest und erkennt. Vorausgesetzt ist die Verwendung graphithaltiger Farben. Die von der Kurzweil Computer Products Inc. entwickelte Maschine wird im deutschsprachigen Raum und in Benelux von den beiden Firmen Compact Computer Systeme (CCS) GmbH, Hamburg, und D. Sommer, Elektronik und Datenverarbeitung, Frankfurt, gemeinsam vertrieben. Sie ist auf der Hannover-Messe zu sehen.

Ein KDEM-System besteht aus dem Scanner, einem Rechner mit 128 K Arbeitsspeicher. einem Magnetplattenspeicher mit 5 MB Wechsel- und 5 MB Festplattenkapazität, einem graphischen Terminal einem Schrank sowie der kompletten Betriebssoftware und der Lizenz zum Betreiben dieser Software. Die Realtime-Software des Systems ermöglicht gleichzeitiges Scannen sowie Operatoreingriffe und Editieren.

Die System-Peripherie umfaßt einen Bildschirm als Konsole, ein Plattenlaufwerk zur Speicherung der gelesenen Daten der Files und Zeichenerkennungstabellen und der Systemprogramme sowie eine industriekompatible Magnetbandeinheit als Datenträger. Jedes System enthält ein Standard RS 232 (V 24-)Interface. Anschließbar sind ferner ein Sprachausgabemodul mit Bedienungskonsole für Blinde, Magnetbandeinheiten (industriekompatibel) und Anschlüsse für synchrone und asynchrone Datenfernübertragung.

Produktion

Sobald das Training beendet ist, wird die Erfassung in der Regel mit der maximalen Geschwindigkeitsrate im Produktionsmode vorgenommen. Die Eingabegeschwindigkeit ist von vielen Faktoren abhängig, wie etwa Zeichengröße, Anzahl der gemischten Schriften, Druckqualität und Blattgröße. Bei einigermaßen gut gedrucktem Material kann eine Genauigkeit von einem Fehler auf einige tausend Zeichen erreicht werden.

Genauigkeitsprüfung

Für jedes erkannte Zeichen errechnet sich das System einen "Wahrscheinlichkeitsindex", der die Zuverlässigkeit der Erkennung mißt. Der Operator kann vorgeben, bei welchem Wahrscheinlichkeitsindex er einzugreifen wünscht (Wahrscheinlichkeitsschwelle). Für jeden Eingriff vom Operator wird das Zeichen stark vergrößert am Bildschirm angezeigt, zusammen mit dem erkannten Zeichen und einigen Zeilen des umgebenen Textes.

Arbeitsweise der KDEM

Der Scanner besteht aus einer speziellen Optik mit Leuchtsystem, integriertem Bildwandler und Vorverstärker, die sich auf einem computergesteuerten XY-Fahrgestell bewegt. Er tastet das gedruckte Blatt ab und sendet das Analog-Bild an einen Bildverstärker. Dieser verbessert die Erkennungsmöglichkeiten durch mehr Kontrast und eliminiert Störungen. Das verbesserte Bild, jetzt in Digital-Format, wird an einen in dem System enthaltenen Computer gesendet und dort weiterverarbeitet.

Lesestoff

Die KDEM verarbeitet gedrucktes oder mit der Maschine geschriebenes Material und zwar sowohl alphanumerische als auch vom Anwender definierte. Sonderzeichen. Es können auch lädierte und ineinander übergehende Zeichen gelesen werden. Die Ausgabe erfolgt in ASCII oder einem vom Anwender definierte Code wie EBCDIC, TTS, IBM oder Helltyper, und wird auf einem Plattenspeicher oder industriekompatiblen Magnetband oder einem anderen gewünschten Medium abgelegt oder über eine V 24-Schnittstelle übertragen.

Training des Systems

Für jede neue Schrift oder Zeichenfolge wird eine Trainingsphase durchlaufen. Hierbei werden die Zeichenerkennungstabellen dem aktuellen Material angepaßt und spezielle Zeichen definiert. Es wird Zeile für Zeile abgetastet und die erkannten Zeichen am Bildschirm vergrößert angezeigt. Der Operator vergleicht diese vergrößerte Form mit dem vorgeschlagenen Zeichen und korrigiert gegebenenfalls den Vorschlag. Nur die Zeichen, die noch nicht überprüft worden sind, werden besonders hervorgehoben.

Informationen: CCS Compact Computer Systeme GmbH, Schwanenwik 32, 2000 Hamburg 76,

Tel.: 040/2 20 20 58 oder Dipl.-Ing. Dan Sommer, Elektronik und Datenverarbeitung, Jahnstr. 49,

6000 Frankfurt am Main 1, Tel.: 0611/55 86 62