Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.01.1988 - 

Bindung an nur einen Hersteller am Beispiel der Software AG analysiert:

One-Vendor-Strategie für Anwender risikoreich

WIESBADEN (CW) - Anwender sollten ihre strategische DV-Planung nicht durch eine pauschale Entscheidung für einen Hersteller ersetzen. So das Fazit eines Management Forums der Plenum Consulting GmbH zum Thema Integration oder Abhängigkeit. Dabei nahmen die Wiesbadener Unternehmensberater die Software AG kritisch unter die Lupe.

Bei der ständig wachsenden Bedeutung der

Informationsverarbeitung müsse eine entsprechende Technologiestrategie in eine ganzheitliche Planung der Infrastruktur zur Informationsversorgung des Unternehmens eingebettet sein, erklärte Plenum-Geschäftsführer Hartmut Skubsch vor über 100 Teilnehmern. "Eine derartige Strategie kann man aber nicht von der Stange kaufen, sondern man muß sie im Rahmen des eigenen Anforderungsprofils selbst entwickeln."

Dieses Anforderungsprofil, so Skubsch, ergebe sich vor allem aus langfristigen Zielvorgaben der Geschäftsleitung. Technologische Entscheidungen sollten sich auf diesen Zielen abstützen und von DV-Experten getroffen werden statt von Vorständen.

Auch Michael Bauer, Geschäftsführer der Informatik Training GmbH, Radolfzell, warnte die Anwender vor der Fixierung auf einen einzigen Hersteller, sei es nun die Software AG, die IBM oder sonst wer. Die aggressive Art und Weise, mit der beispielsweise die IBM ihr Datenbanksystem DB2 in den Markt drücke, dürfe nicht zu einer Resignation und damit zu einer passiven Haltung des Anwenders führen.

Bei der Beurteilung der Münchner Software AG unterschied Bauer strikt zwischen dem Unternehmen selber und seinen Produkten: "Der Grad der Bindung an einen Lieferanten ist letztlich immer auch eine Frage des Vertrauens in den Lieferanten." Dem Unternehmen sprach er aus Sicht des Marktes gute Substanz zu, räumte aber ein, daß das Vertrauen, in die Münchner Softwerker durch das lange Warten auf die Version 5 des DB-Systems Adabas sowie die verfrühte Auslieferung der Version 2 von Natural gelitten habe.

Der Gesamtproduktpalette bescheinigte Bauer einen im Vergleich zum Wettbewerb sehr hohen Integrationsgrad. Allerdings müsse sich die von den Münchnern angekündigte "offene integrierte Software-Architektur" (ISA) das Attribut "Offen" erst noch verdiener. Bauer: "Solange beispielsweise 'ADASQL'- nicht den gesamten SQL-Standard umfaßt, wird am Anwender vorbei entwickelt.

Insgesamt sei der Leistungsstand der Produkte nicht gleichwertig, insbesondere bei dem Data Dictionary "Predict".

Die Schwierigkeiten beim Einsatz von Predict wurden in den Vorträgen von Plenum-Beraterin Marlies Lendzian deutlich. Sie beleuchtete die Anforderungen an ein Dictionary aus den Blickwinkeln von Datenverwaltung, DB-Administration und Systementwicklung. Fazit: In allen Fällen, die über die Unterstützung eigener Produkte der Software AG hinausgehen, erreicht Predict nicht den "State of the Art".