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5. Europäische Kongreßmesse für Telekommunikation in Düsseldorf


19.02.1982 - 

Online 82' Konzepte für die Verkabelung

DÜSSELDORF (CW) -"Technischer Fortschritt wird nicht durch Pilotprojekte erreicht." Dies erklärte Waldemar Schreckenberger. Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz, auf der "5. Europäischen Kongreßmesse für Telekommunikation - Online '82" in Düsseldorf. Der für das Kabelprojekt "Ludwigshafen" zuständige Landespolitiker spielte damit auf die vielen Erprobungs- und Akzeptanzversuche im Bereich "Neue Medien" an. Schreckenberger bündig: "Konkurrenz scheint immer noch das beste Mittel, Innovation zu erzeugen."

Über 50 Aussteller, auf 60 Prozent mehr Fläche als im Vorjahr, versuchten ihr Glück im Dunstkreis des Innovationsgetümmels. 2200 Besucher konnten allerdings die Stimmung nicht durch die Bank auf Optimismus schalten. Zitat eines Ausstellers: "Kaufmännisch gesehen ist die Ausstellung für uns eine Pleite. Wir sind nur aus Imagegründen hier." Insgesamt 1550 Kongreßteilnehmer - nach Zählung des Veranstalters Albin Ockl - verteilten sich zu Dritteln auf die beiden ersten und letzten Tage sowie die Gesamtdauer.

"Local area network" war das Schlagwort der ersten beiden Kongreßrunden mit den Schwerpunkten "Datenkommunikation und Datennetze" sowie "Telekommunikation in Büro". "Bildschirmtext" und die "Zukunft der Telekommunikation" gaben die Highlights des zweiten Teils dieses jährlich stattfindenden Kommunikationsexperten-Treffens.

Friedhelm Hillebrand von der Bundespost forderte eine generell erhöhte Verfügbarkeit für Datenfernübertragung; Kritik an der Post landete Horst Schaub von der BIK, Frankfurt: "Die Post hat sich selbst überholt, aber nicht flächendeckend". Rauen Wind, "der uns ins Gesicht bläst", konstatierte Professor Sigram Schindler, TU Berlin, im Gegensatz zu den zukunftsorientierten Aufwinden der Japaner: "Das ist einfach eine Katastrophe".

"Bildschirmtext-Rechnerverbund" feierte sich in mancherlei verbaler Verpackung als das demnächst weltweit konkurrenzfähige deutsche Telekommunikationsprodukt. Wenn es auch noch "ein paar Jährchen" mit der endgültig benutzerfreundlichen Abfragesoftware dauern würde, die Btx-Lobbyisten sind sich sicher: Bildschirmtext made in Germany marschiert. Anwender sehen den Preis der Btx-Endgeräte als Flaschenhals.

Postministerium und Hersteller sind sich einig in der Marschrichtung: Btx als Marktmacher für Personal Computer und Wegbereiter einer einfacheren Normierung.

Über die Glasfasertechnik sprach Jürgen Kanzow, Leiter des Referates "Technische Systemplanung, Neue Telekommunikationsformen, Forschung" im Bundespostministerium. Das neue Trägermedium Glas ermögliche es, Information in jedweder Form über das Ortsnetz zum Benutzer zu bringen. Noch sei die Technik freilich nicht ausgereift, betonte Kanzow.