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29.10.1982 - 

IDC-Studie versucht, Verwirrung abzubauen:

Online-DB-Salat aus europäischen Landen

WIESBADEN (hh) - Ein Durcheinander stellten die Marktforscher der International Data Corporation (IDC) bei ihren Recherchen über "Online- Datenbanken" fest. Das Chaos beschränke sich nicht nur auf Retrieval-und Zugriffsmethoden, sondern betreffe auch die Art und Vermittlungstechnik der angebotenen Datenbankdienste.

Der Umfang des Marktes für Online-Datenbanken, so errechneten die IDC-Mitarbeiter belief sich in Europa im Jahre 1981 auf 185,7 Millionen US-Dollar. Diesem Marktbereich werden alle Online-Database-Services zugerechnet, nicht jedoch Teletext- und Videotex-Dienste. Dieser Betrag teilt sich in zwei Bereiche auf, wobei der Banken- und Finanzbereich der weitaus größte Umsatzträger ist. 165,1 Millionen Dollar entfielen auf ihn. Für allgemeine Dienste verblieben im vergangenen Jahr nur 20,6 Millionen.

Der Finanz- und Bankensektor wird von einem Unternehmen beherrscht: Reuters. Dieser Dienst kann 73 Prozent des Marktes für sich verbuchen. Insgesamt sind nur acht Unternehmen in diesem Bereich tätig. Die allgemeinen Informationsdienste werden von mehr als 100 kleinen Anbietern abgedeckt. Nach Erkenntnis der IDC üben allerdings die Unternehmen Dialog, SDC/Derwent und ESA/IRS mit zusammen 56 Prozent eine marktbeherrschende Stellung aus. Als Wachstumsrate errechneten die Experten 26 Prozent für die allgemeinen Informationsdienste und immerhin 23 Prozent auf dem Finanzsektor. Der Gesamtmarkt wird sich in Europa auf 650,8 Millionen US-Dollar belaufen. In das Zentrum des Interesses sind Online-Informationen erst durch die europaweiten Bemühungen um Euronet-Diana geraten. Dennoch gibt es nach IDC-Meinung Hinweise, daß regierungsseitige Aktivitäten das zukünftige Wachstum und auch die Profitabilität des Marktes eher behindern als fördern. Die hauptsächlich national ausgerichtete Politik der Regierungen versuche nämlich jeweils, den eigenen Ländermarkt zu

bevorzugen, indem man ohne internationale Abstimmung umfassende wissenschaftliche und technische Datenbanken einrichtet. Dabei werden vollendete Tatsachen geschaffen, so befürchten die Marktexperten, die nicht berücksichtigen, daß es aller Vorraussicht nach unwahrscheinlich ist, solche einmal geschaffenen Fakten über die eigenen Ländergrenzen hinaus europaweit akzeptabel zu machen.

Der deutsche Markt stellt sich IDC zufolge als langsam und unterentwickelt dar. Der Anteil am Gesamtmarkt liegt gegewärtig bei 14,9 Millionen Dollar. Da jedoch Zuwachsraten von knapp 30 Prozent innerhalb der nächsten sechs Jahre erwartet werden, scheint Deutschland auf diesem Sektor aufzuholen.

Eine konservative Haltung deutscher Anwender, die bislang restriktive Haltung der deutschen Bundespost und die Medienpolitik, die auf einen Aufbau der deutschen Online-Industrie abzielt, scheinen Gründe für die schleppende Entwicklung zu sein (vergleiche CW 42/83, Seite 21). Nähere Informationen zu Trends, zukünftigen Themenkreis und Produktpolitiken gibt der "Online Database Service Market - Western Europe 1981 - 1987" der über die IDC Deutschland GmbH in Wiesbaden bezogen werden kann (Telefon 0 61 21/37 70 86).