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26.05.1978

Online-Dialog mit dem Pool-Rechenzentrum:Durch Full-Service gut ins Bild gesetzt

SCHRAMBERG - Zuweilen endeten die Höhenflüge der Abrechnungszentrale Schramberg ("az") zwar mit harten Landungen -doch zum totalen Crash kam's nie: So lobte denn az-Geschäftsführer Robert Nähr beim Umzug in das neue Rechenzentrum seine "clevere Mannschaft", die es im tiefen Schwarzwald zuwege brachte, Datenverarbeitung stets nach aktuellster Technologie zu betreiben: Drei der zwölf Gesellschafter kommunizieren, heute im Online-Dialog über eine HfD-Leitung mit der IBM 370-138 in der Dienstleistungszentrale. Der Dialog zwischen dem Hauptrechner und den 25 Bildschirmarbeitsplätzen sowie den sieben Online-Druckern betrifft Auftragsbestätigung, Materialwirtschaft, Fertigungsverwaltung und das gesamte Bankgeschäft.

Die Volksbank Schramberg ist das erste genossenschaftliche Kreditinstitut zwischen Watzmann und Flensburg, das für fünf Arbeitsbereiche die Bildschirmtechnik realisiert hat und überdies ist die Volksbank das erste Kreditinstitut der Bundesrepublik das mit der IBM-Baureihe 3600 Bankausweis und Sparbuch mit Magnetstreifen verwirklicht hat.

Zu den az-Dialog-Gesellschaftern gehört auch der Veredelungsbetrieb Kern-Liebers, der mit Platinen für Wirk- und Strickmaschinen, mit Zug- und Triebfedern, mit Präzisionsstanzteilen sowie mit Gieß- und Schaumanlagen 1977 rund 52 Millionen Mark Umsatz machte.

Kern-Liebers' EDV- und Org-Chef Theo Wagner formuliert das EDV-Soll-Konzept seines Unternehmens so:

EDV-Soll-Konzept

- Kein eigenes Rechenzentrum und keine eigene Programmierung, sondern Anschluß an ein leistungsfähiges Service-Unternehmen, das einen ausgezeichneten Full-Service sowohl in der RZ-Abwicklung als auch bezüglich EDV-Beratung und Programmierung bietet.

- Mit diesem Rechenzentrum wird auf zweierlei Arten korrespondiert:

Datenverarbeitung für alle Arbeitsgebiete, die ständig aktuelle Daten für die Tagesarbeit benötigen (Beispiel: Vertrieb, Finanzbuchhaltung, Arbeitsvorbereitung) unter Einsatz standardisierter Dateneingabe- und -abfrage-Programme.

Kurierdienst mit Stapel-Verarbeitung bei nur periodisch wiederkehrenden Arbeiten (Statistiken, Inventur, Lohn und Gehalt).

- Daten werden möglichst nur einmal an der Quelle erfaßt; die jeweilige Fachabteilung trägt die Verantwortung für die betreffenden Datenbestände und für die Einhaltung festgelegter Arbeitsabläufe.

- Die Lochkarte als Eingabemedium wird weitestgehend ersetzt durch Bildschirm. Hauseigene Schnelldrucker erlauben die reibungslose Erstellung der für den Arbeitsablauf notwendigen Papiere.

- Die der Geschäftsleitung unterstellte Abteilung EDV betreut neue Arbeitsabläufe beziehungsweise Änderung bestehender Abläufe bis zur Freigabe und Übergabe an die Fachabteilung; sie ist zuständig für den Kontakt mit dem Rechenzentrum.

Die Grafik zeigt, welches Grundkonzept dem zentralen Informationssystem (ZINFO) bei Kern-Liebers das Organisationsgerippe liefert.

Um dieses Konzept technisch zu realisieren, setzt das Unternehmen diese EDV-Hilfsmittel ein:

Hardware:

- SEL-Informatik-Display ITT 3280, derzeit bestehend aus:

1 Fernsteuereinheit ITT 3281/1 mit Anschlußerweiterung ITT 32801 für maximal 16 Anschlüsse 9 Bildschirme ITT 3287/3 samt Tastatur ITT 32804

2 Datendrucker ITT 3352 samt Schalldämmhaube

- Post-Modem sowie Vierdrahtleitung mit einer Schrittgeschwindigkeit von 9600 Baud (Bits/sec) in Form eines Hauptanschlusses für Direktruf; BSC-Leitungsprozedursystem.

Software

Standard Software: DE 70 als Datenerfassungsprogramm unter TP (Kühn & Weyh)

QUERY als Auskunftsprogramm unter TP (Kühn & Weyh)

D-BOMP als Datenbank-Programm

CLASS als Fertigungssteuerungs-Programm

BIK 3 als Betriebsabrechnungsprogramm

AZ-Lohn- und Gehalt-Standardprogramm

Einzel-Anwenderprogramme für die übrigen Arbeitsgebiete (derzeit ca. 250 Einzelprogramme).

"Im Bild" ist Kern-Liebers mittlerweile bei der Vertriebsabwicklung und bei der Debitorenbuchhaltung Bildaufruf gibt's da bei den Stammdateien für Kunden, Teile und Preise während bei den Bewegungs-Dateien (mit denen Kundenaufträge, Fertigungsaufträge und Offene Posten-Datei gefahren werden) die Aufträge je Teil, die Bestandsführung, die Warenzuteilung, das Erfassen des Rechnungskopfes, der OP-Ausgleich bis hin zum Mahnbrief über den Bildschirm abgearbeitet werden können.

Bei den Referenzdateien erscheinen die Aufträge je Kunde, dann die Relationen Kunde - Teile und umgekehrt wie Kunde - Auftrag und umgekehrt auf dem Bildschirm.

Alle Bewegungen und Stammdaten-Änderungen werden protokolliert. Echt verbucht wird im Stapel nach Beendigung der TP-Verarbeitung. Einzel-Listen (Salden, Umsatz) werden nach Benutzerwünschen ausgedruckt.

Derzeit ist Kern-Liebers dabei, die Fertigungssteuerung zum Laufen zu bekommen. Danach sollen Einkauf und Rohmateriallager in den Dialog einbezogen werden. Gesamtziel: Das Management soll unverzüglich wissen, ob etwa der Ausfall einer Maschinengruppe den Betriebsauftrag Z gefährdet und damit den Kundenauftrag K in Frage stellt.

Die Datenbank für die artikelbezogenen Daten (D-Bomp) enthält 19 800 Stammsätze zu 10 Millionen Bytes (395 Bytes/Satz), und dazu gibt es die 5,6 Millionen Byte große Fertigungsdatei.

Die Arbeitsplan-Datei umfaßt 30 Millionen Bytes, die Maschinengruppen-Datei 1,4 Millionen und die Personalstammdatei mit 750 Stammsätzen hat 0,5 Millionen Bytes.

Bei den Bewegungsdateien sind pro Arbeitstag nach den Angaben von Theo Wagner zum Beispiel im Systemkreis Vertrieb mit Debitorenbuchhaltung

- 750 einzelne Abfragen bezüglich Termine/Teileverfügbarkeit/ Lagerdisposition/Kundenanfragen = Zugriffe auf Magnetkonten

- 150 Bestellpositionen

- 35 Auftragsbestätigungen mit je durchschnittlich 5 Positionen

- 60 Rechnungen/Lieferscheine mit je durchschn. 4 Positionen

- 90 Debitorenbuchungen (Ausgangsrechnungen + Zahlungsausgleich)

- 15 Mahnungen im Debitorenbereich zu berücksichtigen.

Warum man ein Service-Rechenzentrum nutzen sollte

- Datenverarbeitung nach tatsächlichem Bedarf, daher bei wechselndem Geschäftsgang nicht ständig neue Überlegungen über EDV-Investitionen.

- Sie bezahlen nur soviel EDV-Leistung, wie Sie effektiv genutzt haben. Sinkt das Verarbeitungsvolumen, so reduzieren sie auch die Kosten.

- Keine fixen oder sprungfixen Kosten.

- Keine langfristige Bindung von Betriebsmitteln, weil keine EDV-Investitionen.

- Geringe Umstell- und Anlaufkosten. Computer, Programme und Fachpersonal sind vorhanden.

- Umstellungen können sukzessive so erfolgen, wie sie der Betrieb verkraftet. Es muß nicht mit Gewalt eine eigene, teuere Anlage so schnell wie möglich "vollgemacht" werden.

- Kein zusätzliches teueres EDV-Fachpersonal, statt dessen partizipieren Ihre eigenen Mitarbeiter an den Erfahrungen der RZ-Fachleute.

- Keine Mißerfolge, Experimente und Spielereien mit der EDV: Ein Service-RZ bietet effektive EDV-Nutzung ohne Umwege.

Allgemeingültig formulierte die Abrechnungszentrale Schramberg acht Thesen, die für die Auslagerung der Rechenaufgaben in ein Service-Büro sprechen. Für kapitalknappe Unternehmen, die dennoch an der Rechentechnologie der Zukunft teilhaben wollen, eine Latte schwer zu widerlegender Argumente.

Konfiguration der EDV-Anlage der AZ Schramberg

IBM 370/138 mit 512* K-Bytes Kernspeichner-Kapazität.

4 Bandeinheiten* BASF 6347 mit 320 KHz z. Z. noch IBM 3410/11 80 K

1 Platteneinheit* BASF 6240 mit 140 Mio. Bytes IBM 3340

1 Platteneinheit* BASF 6244 mit 560 Mio. Bytes IBM 3344

1 Schnelldrucker* IBM 3203 mit 72 000 Zeilen/h

1 Kartenleser IBM 3505 mit 60 000 Karten/h

1 Kartenstanzer IBM 3524 mit 600 Karten/h

1 Disketten E/A-Einheit IBM 3540

1 DFV-Steuereinheit IBM 3704

2 Kartenlocher IBM 29

1 Tandem-Dateneingabeplatz IBM 3742

*Ausbau geplant 1978