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Werbeslogan oder Realität:


24.11.1978 - 

Online im Handumdrehen?

Daß der Einsatz von Online-Verarbeitung mit Bildschirmen einem Unternehmen beachtliche Rationalisierungserfolge bringen kann, hat sich inzwischen bei den meisten DV-Anwendern herumgesprochen. Zudem wird ihnen Online-Betrieb von allen Seiten durch Werbung und PR schmackhaft gemacht.

Was ist zu tun, wenn man diese Technik nutzen will? Man schließt ein paar Terminals an seine Anlage an (die vorsichtshalber vergrößert wurde), kauft sich einen TP-Monitor, läßt sich schulen und ab geht die Post: Von jetzt an gibt es statt Batch schnelle Online-Verarbeitung.

Ist es wirklich so einfach, zu effektiven Online-Anwendungen zu kommen? Bringen wir nach jahrelangen Erfahrungen mit Batch-Betrieb bereits die richtigen Voraussetzungen für Dialogabläufe und Realzeit-Betrieb mit?

Holprige Online-Systeme und gescheiterte Erstprojekte zeigen, daß der Weg weg vom Batch-Betrieb doch nicht ganz so einfach ist. Vieles ist bei Online-Betrieb anders. Und das erfordert Umlernen.

"Mit unserem TP-Monitor sind Sie in drei Tagen in der Lage, TP-Programme zu erstellen." So oder ähnlich lauten oft die Aussagen von Software-Lieferanten. Man sollte sich nicht täuschen: solche Zeitangaben - wenn sie überhaupt ausreichend sind - beziehen sich nur auf das Lernen des Codierens für einen TP-Monitor. Doch das Codieren ist nur ein geringer Teil der erforderlichen Kenntnisse für wirkungsvolle Online-Anwendungen.

Die Grafik gibt einen Überblick, in welchen Bereichen der DV mit Online-Verarbeitung Veränderungen einziehen und wo neue Methoden gebraucht werden. Das notwendige Lernen betrifft also nicht nur die Programmierer, sondern auch Systemanalytiker, DV-Organisatoren und das DV-Management. Der Schritt von Batch- zu Online-Verarbeitung wirkt sich in zweierlei Richtung aus:

1. Ein Umdenken gegenüber gewohnten Verfahren wird notwendig.

2. Zusätzliche Kenntnisse müssen vorhanden sein, die bisher noch nicht gebraucht wurden.

Beispiele für das Umdenken sind:

- Anwenderorientierung

Während im Batch die Programme konzipiert werden, um nach DV-Gesichtspunkten einen optimalen Durchlauf zu erzielen, kommt es jetzt darauf an, den Arbeitsgang des Benutzers in Programmschritte zu zerlegen und sein Niveau und seinen Informationsbedarf zu berücksichtigen. Dazu gehören anwendergerechtes Dialog-Design und Bildschirm-Layout.

- Performance-Bewußtsein

Im Gegensatz zu den isolierten Anwendungen im Batch werden jetzt viele Terminals und Programme gleichzeitig bedient; alle Programme laufen verzahnt ab. Entsprechend müssen beim Entwurf der Programme die gegenseitigen Einflußmöglichkeiten berücksichtigt werden. Dazu gehören: möglichst hohe eigene Verarbeitungsgeschwindigkeit, Vermeidung andere Tasks zu blockieren, Maßnahmen gegen Deadlock vorsehen, Programme mehrfach nutzbar ("multithreaded") zu halten.

Als Beispiel für zusätzlichen Kenntnisbedarf lassen sich anführen:

- Gerätespezifische Operationen bei Bildschirmterminals,

- Vorkehrungen für einen siecheren Wiederanlauf,

- Gestaltung von Zugriffsmaßnahmen,

- Steuerung asynchroner Verarbeitung.

Die Einführung von Bildschirmen und Realzeit-Verarbeitung beeinflußt doch sichtlich den DV-Bereich und die gewohnten Verfahren. Online-Anwendungen systematisch einführen heißt damit auch, die notwendigen Kenntnisvoraussetzungen bei den Mitarbeitern schaffen

*M. Bauer ist Leiter des Bereichs DV-Planung bei der GES mbH, Allensbach