Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.08.2005

Online-Konzepte sind wieder in

Die Erfolge von Google, Ebay und Yahoo beflügeln mehr oder weniger innovative Nachahmer, berichtet die Venture-Capital-Gesellschaft Wellington Partners.
Quelle: Wellington Das Thema Unternehmenssoftware steht bei kapitalsuchenden Gründern weiterhin hoch im Kurs.
Quelle: Wellington Das Thema Unternehmenssoftware steht bei kapitalsuchenden Gründern weiterhin hoch im Kurs.

Egal ob Online-Portale für Handwerker, Finanzierungsplattformen oder Internet-Shops - an manchen Tagen fühlt sich Wellington-Investment-Manager Florian Erber bei Durchsicht der eingehenden Business-Pläne in die Dotcom-Ära zurückversetzt: "Darunter sind simple Kopien US-amerikanischer Geschäftsmodelle, aber auch Online-Konzepte für eine Branche oder eine Region." Zugleich beobachtet er, dass vermehrt Gründer wieder auf Kapitalsuche sind, noch bevor sie überhaupt ein Unternehmen gegründet haben. "Da machen sich wieder Goldgräber auf den Weg, die nur über eine Schaufel verfügen."

Diese Entwicklung schlägt sich auch in dem "Wellington Deal-Monitor" nieder, einer Auswertung der im zweiten Quartal 2005 bei Wellington eingegangenen rund 250 IT-bezogenen Business-Pläne. Der Well-Go-Index - ein Indikator, der auf Basis geplanter Umsätze, Gewinne und Mitarbeiterzahlen Aufschluss über die Ambitionen von Newcomern gibt - fiel nach einem Höchststand von 69 Punkten im ersten Quartal aufgrund nachlassender Profitabilitätserwartungen nun wieder auf 64 Punkte. So streben insbesondere die Internet-nahen Geschäftsmodelle zwar ein hohes Wachstum in den Anfangsjahren an, rechnen jedoch erst in der kommenden Dekade mit einem Breakeven. Für VC-Gesellschaften wie Wellington ist eine solche Planung im IT-Umfeld ein Ausschlusskriterium: Potenzielle Portfolio-Unternehmen müssen neben starkem Wachstum auch den Willen und die Fähigkeit vorweisen, dauerhafte Gewinne zu erwirtschaften.

Die Hinwendung zu Internet-affinen Geschäftsmodellen sieht Wellington-Partner Frank Böhnke nicht nur aus diesem Grund zwiespältig: "Natürlich eröffnet das Web noch gewaltige Potenziale. Aber häufig werden hier bestehende Produkte und Dienstleistungen weiterentwickelt. Startups sollten sich auf neue Technologien und echte Innovationen konzentrieren."

Positivbeispiele dafür gibt es laut Böhnke unter anderem im Softwareumfeld, wo der wachsende Anteil Linux-basierender Konzepte ins Auge sticht. Wie das Beispiel Collax beweist (siehe Smart/Start), finanzieren Venture Capitalists in diesem Umfeld sogar Neugründungen, falls diese über eine gute Technik und ein erfahrenes Management verfügen. In der Regel erwarten Risikokapitalgeber erste Erfahrungen mit der Selbständigkeit sowie den Nachweis, dass das Produkt am Markt akzeptiert wird. Diesen "Proof of Concept" konnten im zweiten Quartal 2005 insbesondere angehende Dotcoms häufig nicht erbringen; bei knapp 40 Prozent aller Business-Pläne stand die Markteinführung noch bevor. (mb)