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18.02.2000 - 

Learntec 2000: Alles nur eine Frage der Technik?

Online-Learning: Die Entwicklung des Content hinkt hinterher

Das Fachpublikum konnte sich vom 8. bis 11. Februar in Karlsruhe bei der 8. Learntec über neue Trends und Entwicklungen in der Aus- und Weiterbildung informieren. Der europäische Kongress und die Fachmesse für Bildungs- und Informationstechnologie ermöglichten einen guten Einblick in den dynamischen Bildungsmarkt.Von Ingrid Weidner*

Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Schirmherrin der Learntec 2000, eröffnete den Kongress: "Wir müssen unsere Kinder auf die neuen Anforderungen der Mediengesellschaft vorbereiten. Im Klassenzimmer von morgen muss der PC die gleiche Rolle spielen wie die Wandtafel." Neben der vielzitierten Medienkompetenz komme es dabei vor allem auf die Qualität der Software an.

In diesem Jahr zeigten sich über 150 Aussteller aus neun verschiedenen Ländern in Karlsruhe. Ein neu eingerichtetes Forum "Hochschule trifft Wirtschaft" präsentierte an drei Tagen im Konzerthaus ausgewählte Projekte aus Australien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und aus fast allen Bundesländern Deutschlands. Viele Hochschulen öffnen sich zwar nur zögerlich den neuen Lernformen, doch die ausgestellten Projekte bildeten einen vielversprechenden Ansatz. In der Hochschule von morgen soll sich die Rolle des Dozierenden in Richtung Moderator wandeln.

Finnland war in diesem Jahr Partnerland der Learntec. Bereits im letzten Jahr berichtete eine Online-Zeitung mit Schülern als Jungredakteuren vom Kongress. In diesem Jahr arbeitete ein deutsch-finnisches Team bei der Berichterstattung zusammen. Die Schüler recherchierten eigenständig Themen an den Ständen, interviewten beispielsweise die Ministerin und berichteten in Englisch, Finnisch und Deutsch.

Bunte Bilder können Lernkonzept nicht ersetzenDie steigenden Nutzerzahlen des Internet und die rasante Verbreitung der Technologie in der Gesellschaft begünstigen den Trend zu neuen Lernformen. Allerdings erfordert das Medium neue Lernstrukturen und Konzepte, denn weder bunte Bilder noch reine HTML-Seiten bieten Anreiz, die neue Lernmöglichkeiten zu nutzen. "Die Entwicklung des Content hinkt hinterher. Es besteht die Gefahr, dass uns die Technik überrollt", so Winfried Sommer, der mit Uwe Beck die Konzeption der Learntec entwickelte. Beide Professoren lehren an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe und sind für die wissenschaftliche Leitung verantwortlich.

Die technischen Entwicklungen bei Lernplattformen und Wissensportalen standen bei vielen Ausstellern im Vordergrund. Inhalte gerieten in diesem Szenarium oft in den Hintergrund. Allerdings kann nur eine Kombination von Technologie und Content die momentane Euphorie in langfristige und sinnvolle Lernstrategien umwandeln. Technische Spielereien überzeugen nicht wirklich, wenn der Inhalt nicht Schritt halten kann. Dann könnte die Begeisterung schnell einer Ernüchterung Platz machen. Einige Fachbesucher vermissten vor allem fundierte und gut aufbereitete Inhalte.

Die Aussteller selbst nutzen die Möglichkeiten der Fachmesse, sich über die Mitbewerber und mögliche Kooperationen auszutauschen. Die Hochschulen sind in diesem Zusammenhang gefordert, neben technischen Neuerungen und Inhalten die didaktische Aufbereitung der Themen in ihr Forschungsprogramm aufzunehmen.

"Der Trend bei den neuen Lernformen entwickelt sich hin zu vernetztem Lernen, und in Zukunft steht ein Medienmix im Mittelpunkt", sagte Sommer. Am Freitag bildete der Spezialkongress "Multimedia - Medizin 2000" mit Vortragsreihen und einem Workshop den Abschluss der diesjährigen Learntec. Weitere Informationen gibt es im Internet unter http://www.learntec.de.

*Ingrid Weidner ist freie Journalistin in München.