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11.12.1981 - 

Renker: Viele Hersteller schlagen Schrauben mit dem Hammer ein.

Online mit neuen Sprachen und Werkzeugen

11.12.1981

DÜREN (je) - Nicht die mangelnde Akzeptanz neuer Werkzeuge, sondern eine Akzeptanz unzureichender Werkzeuge ist es, was bei einer Vielzahl von Anwendern zu Phänomenen wie Anwendungsstau und Programmiererfrust geführt hat. Diese Diagnose zur Situation in der Softwareentwicklung stellt Günther Lattwein, Geschäftsführer der Dürener Renker Daten GmbH.

Zu Beginn seiner Analyse unterstreicht Lattwein das atemberaubende Tempo, in dem die innovative Entwicklung in der heutigen Softwareindustrie vonstatten geht. Schritthalten mit dieser Innovation sei wichtiger als jemals zuvor. Neue Werkzeuge der Datenverarbeitung veralteten schneller als man "Datenverarbeitung" auch nur sagen könne.

Lattwein bissig: "Oft sieht es so aus, als versuchten viele Hersteller von Anwendungssoftware immer noch, mit ihren alten Hämmern Schrauben einzuschlagen. Sicher war der Hammer das perfekte Werkzeug, bevor jemand die Schraube erfand, und wenn man genügend Kraft aufwendet, funktioniert er auch heute noch." Aber genügend Kraft bedeute manchmal zuviel Kraft, besonders wenn man unter Zeitdruck stehe und Produktivität gefragt sei. Ein simpler Schraubenzieher, komplettiert Lattwein sein Gleichnis, kann da wahre Wunder wirken.

Das richtige Werkzeug scheint aber all jenen zu fehlen, vermutet der Dürener, die von Anwendungsstau reden und vom Frust der Software-Entwickler;

Geht man der Sache auf den Grund so findet man nach Lattweins Darstellung fast immer, daß die perfekten Werkzeuge der Vergangenheit kritiklos auf eine völlig veränderte Umwelt übertragen werden, daß Programmiersprachen, die für die Stapelverarbeitung entwickelt und mit mehr oder weniger schlechtem Erfolg an die grundlegend veränderten Bedingungen der Online-Verarbeitung angepaßt wurden, nicht nur von den Herstellern zur Lösung der anstehenden Probleme empfohlen, sondern von den Benutzern trotz permanenter Mißerfolge immer wieder akzeptiert werden.

Die Akzeptanz dieser Produkte geht nach Lattweins Beobachtung so weit, daß Mißerfolge unter Umständen dem Hersteller noch als Verkaufshilfen für neue Werkzeuge dienen, die das Problem jedoch ebenfalls nicht lösen können, weil sie immer wieder versuchen, die Schlagwirkung des Hammers zu verstärken, wo ein simpler Schraubenzieher erforderlich wäre.

Resümiert der Dürener: "Wir haben in unserem Hause versucht, die Werkzeuge den Gegebenheiten anzupassen. Das Ergebnis bestätigt unsere ursprüngliche Vermutung: Online-Anwendungen erfordern neue Sprachen und neue Werkzeuge. Ist diese Voraussetzung erfüllt, so steigert die Online-Programmierung die Produktivität wesentlich. Zweifler laden wir ein zur Besichtigung."