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04.09.1998 - 

Verkauf von Lebensmitteln als Hoffnungsträger

Online-Shop My-World soll heuer sieben Millionen Mark umsetzen

Mit hohen Erwartungen stieg das Handelshaus Karstadt in das Online-Shopping ein. Bisher wurde viel investiert, aber kaum umgesetzt. Zwar sollen die Einnahmen sich 1998 verzehnfachen, doch in Zahlen ausgedrückt sind dies lächerliche sieben Millionen Mark. Zwar wurde das Web-Design bereits nach einem Jahr einer Runderneuerung unterzogen, der Erfolg blieb aber bisher raus. Offenbar besuchen noch immer zu wenige Surfer die virtuelle Ladenzeile. Wie sonst ist es zu erklären, daß ein My-World-Truck durch die Republik tourte, um auf den Online-Shop aufmerksam zu machen.

Lediglich 36000 Bestellungen

Rund 10000 Besucher klicken sich nach Angaben des Unternehmens täglich auf die Homepage von My-World. Das "Handelsblatt" dagegen will von nur 7000 Usern wissen. Seit die Online-Ladenzeile besteht, betraten insgesamt 3,6 Millionen Internet-Surfer das virtuelle Geschäft. Aber nur ein Prozent davon, also 36000, orderten auch Waren. Spaßbestellungen wurden dabei nicht mitgezählt. Diese Zahl dürfte wohl kaum ausreichen, um den kostspieligen Online-Auftritt zu rechtfertigen.

Neben den klassischen Internet-Nutzern möchte My-World auch Kunden gewinnen, die nicht über einen PC verfügen. Noch in diesem Jahr sollen Tests mit sogenannten "My-World-Terminals" beginnen, über die an Tankstellen, in Großunternehmen, Bahnhöfen und Hotels Waren geordert werden können. Weitere Überlegungen gehen dahin, My-World-Inhalte an Haushalte mit Satelliten-Anschluß zu senden. Die Endanwender benötigen zum Empfang PCs mit einem Anschluß an einen Satelliten-Receiver oder einen Fernseher mit integrierten PC-Funktionen. Für dieses Vorhaben ist der Konzern eine Kooperation mit dem Satellitendiensteanbieter Astra-Net eingegangen.

Zwar bietet My-World ein Vollsortiment, doch zu 60 Prozent gingen bisher Computer beziehungsweise Technikprodukte über den virtuellen Ladentisch. Dennoch hegte Ragnar Nilsson, Direktor der Karstadt AG für die Informationswirtschaft des Gesamtkonzerns, große Erwartungen in den jüngst gestarteten Online-Verkauf von Grundnahrungsmitteln über My-World, wie er auf der Cebit Home '98 verlauten ließ. Vor allem Single-Haushalte sowie Familien, bei denen beide Partner berufstätig sind, will Karstadt als Online-Käufer für Brot, Butter und Schampus gewinnen. Ab einem Bestellwert von 100 Mark kostet die Zustellung nichts, ansonsten schlägt der Versand mit zehn Mark zu Buche.

Karstadt-Direktor Nilsson gab sich auf der Cebit Home betont optimistisch. Seiner Meinung nach hat sich My-World als eigenständiger Vertriebsweg innerhalb des Konzerns etabliert. Bisher sollen von den insgesamt 65 Millionen Mark, die das Unternehmen in den Bereich Multimedia investierte, ein Viertel, also 16,25 Millionen Mark, in My-World geflossen sein. Da der Internet-Shop seit Oktober 1996 besteht und bereits grundlegend überarbeitet wurde erscheint diese Summe erstaunlich gering.