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23.11.1990 - 

Die Fixierung auf Cobol beginnt sich zu lösen

OOP hält Einzug in Big Blues AD/Cycle-Konzept

FRAMINGHAM (IDG) - Die Übernahme einer objektorientierten Programmierumgebung (OOP) soll IBMS Software-Entwicklungskonzept AD/Cycle aufwerten. Darüber hinaus planen die Armonker, diese Technik auch für ihre relationalen Datenbanksysteme einzusetzen.

"Wir sind sowohl von Kunden als auch von Mitarbeitern derart hartnäckig in Richtung OOP gedrängt worden, daß wir uns dieser Forderung nicht mehr entziehen wollten", begründet Cliff Reeves, IBM-Manager für die Standard-Benutzerschnittstelle CUA, diesen Technologiesprung. Erste Ergebnisse der OOP-Integration sollen, so Reeves, schon in der ersten Hälfte 1991 bekanntgegeben werden. Für die Datenbanken gibt es allerdings noch keinen Zeitplan.

Für das SAA-Unterkonzept AD/Cycle hat die Einbindung von objektorientierten Techniken zur Folge, daß eine Reihe von Änderungen und Erweiterungen in fast allen Komponenten nötig wird. Vor allem aber, so das US-Fachblatt "Computerworld", muß das dem Konzept zugrundeliegende Informationsmodell geändert werden.

Außerdem schränkt IBM mit dieser neuen Technik die bisher zentrale Rolle der Programmiersprache Cobol innerhalb des SAA-Konzepts ein.

Die Fixierung der IBM auf diese Sprache wird dadurch deutlich, daß sowohl der CSP-Generator als auch Synon/2, die für AD/Cycle empfohlenen Entwicklungs-Tools, Cobol-Code erzeugen.

US-Analysten erwarten allerdings, daß es noch mindesten zwei bis drei Jahre dauerte bis die objektorientierte Programmentwicklung bei den Anwendern allgemein Einzug hält. Nach den Erfahrungen von Greg Boone, Marktbeobachter bei der Case Research Inc., sind für die Einführung von OOP bei den Entwicklern tiefgreifende Veränderungen in der Denk- und Vorgehensweise nötig. "Sie haben ja noch kaum die Umstellung auf computergestütztes Software-Engineering verkraftet", beschreibt Boone die Belastung der Anwender durch immer neue Technologieschübe.

Anders bei der IBM: Dort arbeiten die Entwickler längst mit objektorientierten Techniken, vor allem mit der Programmiersprache Smalltalk. Infolgedessen läuft, so Reeves, eine ganze Reihe von Projekten in diese Richtung. So hat die IBM Dänemark ihre Version von Officevision vollständig in Smalltalk geschrieben.

Aber auch die US-Version enthält eine hohen Anteil an objektorientiertem Code. Von der deutschen Konzerntochter ist jedoch nur der trockene Kommentar zu bekommen: "Smalltalk ist derzeit kein Bestandteil von AD/Cyle."