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02.06.2005

Open Document bekommt Oasis-Segen

Gremium verabschiedet erste firmenunabhängige und offene Spezifikationen.

Die Oasis, "Organization for the Advancement of Structured Information Standards", hat das "Open Document Format for Office Applications", Version 1.0, abgesegnet. Der kurz als "Open Document" bezeichnete Standard beschreibt XML-basierende Dateiformate für Texte, Kalkulationen, Charts und grafische Dokumente. Die über 700 Seiten umfassenden Spezifikationen regeln auch die Interaktion der einzelnen Office-Anwendungen, ihre Formatvorgaben und ihre Zusammenarbeit mit anderen Anwendungen, beispielsweise Datenbanken oder Mail- und Groupware-Programmen. Dazu verwendet Open Document, wo immer es möglich ist, bestehende offene Standard wie HTML, SVG, XSL, SMIL, XLink, XForms, MathML und Dublin Core.

Offenes Dateiformat

Die genaue Spezifizierung der XML-Formate ist besonders wichtig. "XML bedeutet nicht immer offen. Man kann eine Menge im Dateiformat verbergen", erläutert James Governor, leitender Analyst bei Redmonk. "Open Document ist eine Gelegenheit, wirklich offene Dateiformate sicherzustellen." Er sei zuversichtlich, dass weltweit die öffentliche Verwaltung und Unternehmen den Standard annehmen und zur Basisanforderung für ihre Büroanwendungen machen werden.

"Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Office-Anwendungen können Dokumente in einem offenen, standardisierten und herstellerunabhängigen Format gespeichert werden", erklärt Michael Brauer, Sun-Mitarbeiter und Vorsitzender des Open Document Technical Committee der Oasis. Die Spezifikation ist Ausdruck einer zunehmenden Skepsis gegenüber dem Marktstandard Office und seinen von Microsoft geheim gehaltenen Spezifikationen.

Microsoft unterstützt Open Document nicht. Das Unternehmen hat die Chance verpasst, seine eigenen Formate von einem faktischen in einen offiziell und international anerkannten offenen Standard zu verwandeln. Der Redmonder Softwareriese hat, besonders auf Druck der Europäischen Union, die eigenen XML-Schemata unter einer kostenpflichtigen Lizenz öffentlich gemacht. Aber Microsoft hat seine XML-Formate niemals einem Standardisierunggremium vorgelegt.

Sun Microsystems war offenherziger. Nachdem es 1999 mit der Übernahme des deutschen Unternehmens Star Division in Besitz der Bürosuite "Star Office" gekommen war, spendierte es den Sourcecode dem Open-Source-Projekt Open Office, welches das gleichnamige Büropaket entwickelt. Parallel entwickelte Sun Star Office weiter. 2002 reichte Sun die gemeinsamen Spezifikationen von Open Office und Star Office bei der Oasis zunächst zur Standardisierung von XML-Dateiformaten ein. Daraus wurde Open Document.

Neben Sun haben Stellent und Novell zugesagt, ihre Anwendungen an den Standard anzupassen. IBM macht ihn zur Grundlage der "Workplace"-Umgebung. Andere Anbieter dürften folgen. Auch der deutsche Linux-Verband, Live, hofft nun auf den Einsatz des offenen Standards im E-Government. (ls)