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30.05.2006 - 

Kolumne

Open SOA - Suns neue Chance

Wann Sun die Kontrolle über Java in die Hände der Open-Source-Gemeinde legt, bleibt auch nach den jüngsten Ankündigungen offen. Die aufgeregte Debatte um eine quelloffene Plattform quittieren nicht wenige Java-Anhänger mit einem Schulterzucken. Die Diskussion sei nicht neu, am kollaborativen Entwicklungsmodell vieler Java-Projekte werde sich kaum etwas ändern. Anders beim Hypethema Service-orientierte Architekturen (SOA): Hier hat Sun Fakten geschaffen, und das ist tatsächlich neu. Die Kalifornier übergeben fast alle Kernkomponenten einer SOA der Community. "Wir sind der einzige Hersteller, der einen komplett quelloffenen SOA-Stack anbietet", warb Senior Vice President Mark Bauhaus auf der Entwicklerkonferenz JavaOne (siehe Seite 16).

Mit seiner "Java Composite Application Platform" (Caps) tritt Sun in Sachen SOA gegen die Großen der Softwarebranche an, dies allerdings mit einer klaren Open-Source-Strategie: Die Java-Company unterscheidet sich darin beispielsweise von IBM. Zwar offeriert der IT-Konzern mit der "Community Edition" auch eine quelloffene Variante seines "Websphere"-Application Server". Doch die blauen Produktstrategen weisen stets darauf hin, dass dieser nicht in gleicher Weise für unternehmenskritische Einsätze geeignet sei wie das lizenzkostenpflichtige Pendant. Auch Bea Systems verfolgt mit seiner "Blended"-Strategie nur einen halbherzigen Open-Source-Kurs: Die Vermischung von quelloffenen Komponenten und eigenen proprietären Systemen diene dem Wohl des Kunden, argumentiert der Hersteller - und meint damit eher den eigenen Vorteil in Form verkaufter Softwarelizenzen.

Aus Kundensicht bleibt die Frage nach dem Support: Wer steht dafür gerade, dass quelloffene SOA-Komponenten funktionieren und sich in bestehende IT-Umgebungen integrieren lassen? Wer garantiert regelmäßige Updates und die Wartung der komplexen Infrastruktur? Die Antwort haben professionelle Vermarkter von Open-Source-Softwarestacks längst gegeben. Zu ihnen gehören etwa die US-Anbieter Spikesource oder Sourcelabs, aber auch Jboss mit seiner quelloffenen Middleware-Suite.

Die Geschäftsmodelle dieser Unternehmen funktionieren. Wenn Sun sich mit Open SOA und produktnahen Dienstleistungen daran orientiert, besteht die Chance, die Abhängigkeit vom Hardwaregeschäft zu verringern. Das Führungsteam um CEO Jonathan Schwartz könnte damit auch kritische Investoren besänftigen, die seit langem eine Stärkung des Servicegeschäfts fordern.