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01.03.2002 - 

Linux-Klausel in der deutschen Urheberrechtsreform

Open-Source-Konferenz kritisiert Software-Patente

Auf dem Free and Open Source Software Developers Meeting (Fosdem) stellten Open-Source-Teams den weiteren Fahrplan für ihre Projekte vor. Heiß diskutiert wurde die Frage der Patentierbarkeit von Software. Auf der Tagesordnung stand zudem die Auszeichnung der besten freien Software durch FSF-Gründer Richard Stallman. Von Thomas Nitsche*

Die diesjährige Fosdem (http://www.fosdem.org) fand an der Brüsseler Université Libre du Solbosch statt. Rund 1000 Teilnehmer konnten sich in 35 Veranstaltungen über aktuelle Entwicklungen bei Open-Source-Projekten informieren.

Unter anderem gab es Vorträge zu Secure Programming, Peer-to-Peer-Technologien und "GNUStep", einer offenen Version des Desktops "Nextstep". Als weitere freie Benutzeroberfläche wurde Gnome 2.0 vorgestellt, die im April freigegeben werden soll. Zusätzliche Präsentationen betrafen den Mail-Server "Exim" und "Mono", eine Open-Source-Implementierung von Microsofts .NET-Framework. Das Team der Open-Source-Entwicklungsplattform "Eclipse", die auf einer Codespende von IBM beruht, stellte detaillierte Roadmaps Richtung Version 2.0 vor.

Das europäischen "Mozilla"Team, das zeitgleich ein Entwicklertreffen abhielt, kündigte das lang erwartete Release 1.0 des quelloffenen Browsers an. Demnach will es die Entwicklung Ende März abschließen und für diese Version nur mehr Bugfixes anbieten. Gleichzeitig beginnen die Arbeiten an Mozilla 1.1.

Parallel zu den Redebeiträgen existierten eigene Entwicklerräume zu den Themen PHP, Gnome, KDE, Mozilla und GNUStep. Interessierte Anwender konnten dort ihresgleichen treffen und mit Projektbeteiligten über Probleme und Lösungen diskutieren.

Übergreifendes Thema für alle Konferenzteilnehmer war die Frage nach der Patentierfähigkeit von Software. Der Diskussionsbedarf zum diesem Thema war so enorm, dass innerhalb des regulären Tagungsprogramms eine separate Veranstaltung eingeflochten wurde. Keynote-Sprecher und FSF-Begründer Richard Stallmann warnte wiederholt vor der US-amerikanischen Patentgesetzgebung und forderte die Anwesenden auf, bei den jeweiligen nationalen Regierungen vehement für freie Software einzutreten. Hier sieht sich der europäische Zweig der FSF deutlich in der Pflicht. Dass derlei Aktionen nicht vergeblich sind, belegte der Präsident der FSF Europe, Georg Greve, mit der "Linux-Klausel" innerhalb der deutschen Urheberrechtsreform. Sie sehe Sonderregelungen für Freie Software vor und sei erst nach Intervention der Open-Source-Gemeinde in den Gesetzestext aufgenommen worden.

Einen Höhepunkt der Konferenz stellte die Verleihung des vierten FSF-Award dar, der für herausragende Verdienste im Bereich Freier Software vergeben wird. Die Auszeichnung, die in den vergangenen Jahren an Larry Wall (Perl), Miguel de Icaza (GNOME-Projekt) und Brian Paul (Mesa-3D-Grafik-Bibliothek) verliehen worden war, erhielt diesmal der Niederländer Guido van Rossum für die Entwicklung der Programmiersprache Python. (ws)

*Thomas Nitsche arbeitet als freier Autor in München.