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15.06.2005

Open-Source-Module entwickeln für VoIP

In der SIPfoundry haben sich Befürworter quelloffener Software organisiert, um Module für das Telefonieren via Internet Protocol zu programmieren.

Der noch junge Voice-over-IP-(VoIP-)Markt schien bereits fest in der Hand weniger etablierter Player zu sein, die teilweise eine ähnliche Hochpreispolitik wie die traditionellen Anbieter von TK-Equipment verfolgen. Zahlte der User früher teures Geld für neue TK-Anlagen-Module, so bitten ihn nun die VoIP-Hersteller für die Freischaltung von Softwaremodulen zur Kasse. Diesen Firmen könnten die Anhänger des Open-Source-Gedankens jedoch die Suppe versalzen. War Mark Spencer mit seiner Idee von Asterisk, einer Linux-basierenden VoIP-TK-Anlage, noch weitestgehend ein Einzelkämpfer, so hat sich ein Teil der Open-Source-Community nun in der SIPfoundry organisiert.

Die SIPfoundry versteht sich als eine Organisation, die VoIP-Kommunikationslösungen auf Open-Source-Basis vorantreiben will, wobei das Session Initiation Protocol (SIP) als zentrales Protokoll zum Aufbau, zur Signalisierung und Steuerung der VoIP-Kommunikation dient. "Die SIPfoundry betrachtet es als ihren Auftrag, für die VoIP-Kommunikation das zu leisten, was Linux und Apache in den vergangenen Jahren für die unternehmensweite IT erreicht haben", skizziert Martin Steinmann, Venture Partner bei Vesbridge Partners und Vorstandsmitglied bei SIPfoundry, die Ziele der Organisation. Eingeschworene Open-Source-Anhänger sehen in der Gründung von SIPfoundry gar einen Wendepunkt im IP-Telefonie-Markt. In ihren Augen wird die Arbeit der Community dazu führen, dass einzelne Anbieter nicht mehr monopolistisch agieren und die Kunden aus verschiedenen Lösungen auswählen können.

Damit es nicht bei hehren Absichtserklärungen bleibt, arbeitet die Community in verschiedenen Projekten an Lösungen zur IP-Telefonie, für Instant Messaging oder Collaboration-Anwendungen. Den in diesen Projekten entwickelten Quellcode veröffentlicht SIPfoundry unter der Lizenz GNU Lesser General Public License (LGPL). Diese verschiedenen Module können dann Unternehmen und Privatpersonen in eigenen Produkten weiterverwenden.

VoIP-Softwaremodule

Jüngste Früchte der gemeinsamen Projektarbeit sind "sipX", eine SIP-TK-Anlage auf Linux-Basis, der Referenz-SIP-Stack "reSIProcate", ein SIP-Projekt für Interoperabilitätstests, der "repro Proxy Server" für Carrier sowie "sipXtapi", ein SIP-User-Agent für Windows und Linux.

SipX ist nach Angaben der Community eine Linux-TK-Anlage, die zu 100 Prozent auf dem SIP-Standard basiert. Neben der eigentlichen TK-Anlage umfasst sipX einen Anrufbeantworter, eine automatische Vermittlungsstelle sowie einen SIP-Proxy. Die PBX-Software, die unter http:// www.sipfoundry.org/pub/sipX/ heruntergeladen werden kann, soll zu allen gängigen SIP-Media-Gateways und -Telefonen kompatibel sein. Verwaltet wird die TK-Anlage über eine Web-Oberfläche.

Die Entwicklung eigener SIP-kompatibler Kommunikationslösungen soll reSIProcate fördern und erleichtern. Dieser SIP-Stack beruht auf den in den RFCs (Requests for Comments) der Internet Engineering Task Force (IETF) definierten Standards.

Darüber hinaus wartet der Stack mit erweiterten Funktionen bezüglich Security, NAT-Traversal (NAT = Network Address Translation), Instant Messaging sowie Präsenz-Management auf. Die Software steht auf den Plattformen Windows, Linux und Mac OS X zur Verfügung. Von der Qualität des Stacks überzeugt, setzen Hersteller wie Teltel, Jasomi Networks, Xten, Jabber Inc. oder Computer-Talk-Technologies die Software bereits in ihren kommerziellen Produkten ein.

Ebenfalls an Entwickler und Programmierer richtet sich der im Mai vorgestellte sipXtapi. Er kombiniert SIP-User-Agent und SDK (Software Development Kit) und ist für Linux- und Windows-Umgebungen konzipiert. SipXtapi umfasst gleichzeitig ein einfaches API, die Sprachverarbeitung, SIP-Dialog-Management und Stack-Funktionen. Programmierer sollen auf diese Weise in die Lage versetzt werden, SIP-basierende Anwendungen zu entwickeln, ohne sich mit den Details des Protokolls auseinandersetzen zu müssen.

Open-Source für Carrier

Für Carrier und TK-Dienstleister ist der ebenfalls im vorigen Monat vorgestellte repro Proxy Server gedacht. Repro ist ein SIP-basierender Proxy-Server und Registrar, der auf Basis des SIP-Stacks reSIProcate arbeitet. Er kann nach Angaben der Community relativ einfach in die bestehenden Back-Office-Systeme der Carrier integriert werden und Millionen Anwender verwalten. Die Lösung umfasst zudem zahlreiche Sicherheitsfunktionen wie Transport Layer Security (TLS) und die Verteilung von Zertifikaten, wobei das SIP-Zertifikat, Credentials Event Packages und der SIP-Identifier-Header benutzt werden. Eine funktionsfähige Alpha-Version ist auf den Internet-Seiten der SIPfoundry zu finden.

Framework für Tests

Um die Interoperabilität zu gewährleisten, beteiligt sich SIPfoundry zudem am SFTF, dem SIP Forum Test Framework. Das von dem Forum entwickelte Rahmenwerk offeriert Testwerkzeuge, die Anwendern und Anbietern dabei helfen sollen, standardkonforme und interoperable SIP-Lösungen zu bekommen (siehe Kasten "Projekte der SIPfoundry").