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25.07.2003 - 

Beruhigungsmittel gegen Verbraucherängste?

Open-Source-Tool liest RFID-Daten

25.07.2003
MÜNCHEN (qua) - Ab sofort steht eine quelloffene Software zur Verfügung, mit der auch Privatpersonen die auf einem RFID-Chip gespeicherten Informationen auslesen können. Entwickelt wurde das Tool von dem Franzosen Loïc Dachary.

Für Handel und Fertigungsindustrie ist die Radiofrequenz-Identifikation, kurz RFID, die genialste Erfindung seit dem geschnittenen Brot, für die Verbraucher hingegen eine Quelle latenten Unwohlseins: Durch die für eine berührungslose Warenerkennung genutzten "Tags" fühlen sie sich in ihrer Privatsphäre beeinträchtigt - umso mehr, als sie nicht wissen, welche Daten die elektronischen Etiketten speichern und wo diese abgefragt werden.

Dieser Unsicherheit will der durch sein Engagement bei der Free Software Foundation (FSF) bekannt gewordene Dachary abhelfen: Eine von ihm entwickelte C-Bibliothek ermöglicht es den Verbrauchern, zu erkennen, wann sie mit einem möglicherweise in ihrer Kleidung verborgenen RFID-Sender in die Reichweite eines Lesers geraten. Darüber hinaus sollen alle, die über ein Lesegerät verfügen, mit Hilfe der Software die auf dem Chip abgelegten Informationen verstehen und modifizieren können. "RFID-Chips sind im Grunde genommen nichts anderes als ein drahtloser RAM", erläutert Dachary. "Revolutionär" sei also nicht die Änderung der gespeicherten Daten, wohl aber der allgemeine Zugriff auf die dazu notwendige Technik. Diesen stellt der Open-Source-Entwickler nun in Form lizenzfreier Software bereit.

"Tatsächlich ist Datenschutz oder vielmehr -kontrolle für eine kleine, aber stimmgewaltige Gruppe von Leuten da draußen ein wichtiges Thema", bestätigt der Meta-Group-Direktor und RFID-Kenner Bruce Hudson, "es sollte auf rationale Art und Weise angegangen werden." Derzeit verfüge die "extrem unreife" RFID-Technik noch über keine eingebauten Vorkehrungen gegen etwaige Verletzungen der Intimsphäre. Deshalb bedürften die Fragen rund um den Gebrauch und die Kontrolle der gespeicherten Daten sowie die Querverbindungen zwischen ihnen und anderen Informationen dringend der Beantwortung. Zu klären sei ferner, wem diese Daten wie lange und in welchem räumlichen Umfeld gehören sollen. Letztendlich müsse sich auch der Gesetzgeber dieses Themas annehmen.

Der von Dachary entwickelten Software steht Hudson eher skeptisch gegenüber: "Weder Open-Source-Code noch eine kommerziell orientierte Anwendung auf dem heimischen Lesegerät lösen das Problem." Die Vorstellung, dass eine Privatperson mit derartigen Mitteln zu Hause den Inhalt des Chips auslesen und dann entscheiden soll, ob sie ihn in der Mikrowelle unschädlich macht, sei "verrückt".