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03.03.2000 - 

Open-Source-Betriebssystem überzeugte die Tester nicht

Openlinux E Server 2.3 auf dem Prüfstand

MÜNCHEN (CW) - Mit "Openlinux E Server 2.3" hat der Linux-Distributor Caldera eine neue Version seines Betriebssystems für den Unternehmenseinsatz vorgestellt. Die CW-Schwesterpublikation "Inforworld" hat die Linux-Variante aus Orem, Utah, unter die Lupe genommen.

Caldera richtet sich mit Openlinux E Server 2.3 auf den professionellen Einsatz im E-Business. Das Paket lässt sich relativ leicht administrieren und bietet eine grafische Installationsroutine, die die wichtigste Hardware selbständig erkennt.

Ganz überzeugen konnte Calderas Pinguin-Betriebssystem die Tester jedoch nicht: Zu Beginn der Installation konfiguriert Openlinux E Server zunächst die Maus mit Hilfe des Open-Source-Werkzeugs "Lizard". Die Auswahl der am System korrekt angeschlossenen Microsoft Intellimouse aus der vorhandenen Device-Liste führte bereits frühzeitig zu einem Absturz des Systems. Erst nach einem Neustart des Rechners und der Konfiguration einer gewöhnlichen PS/2-Maus konnten die Tester mit der Installation fortfahren.

Ähnliche Probleme ergaben sich während der Installation der Grafikkarte. Solange das System über einen der im Betriebssystem unterstützten Adapter verfügt, treten, so "Infoworld", keine Schwierigkeiten auf. Die Installation einer nicht explizit unterstützten Grafikkarte und die Auswahl eines VGA-Standardmodells führten zu einem Abbruch der Tests.

Nicht unkompliziert gestaltete sich ebenso die zwingend notwendige Partitionierung der Festplatten für den Einsatz des Betriebssystems. Die Partitionierungsroutine bestimmt die einzelnen Partitionen der Festplatte in Blocks, so dass der Anwender die benötigten Partitionen selbständig in MB umrechnen muss.

Openlinux E Server stellt dem Anwender fünf Installationsoptionen für unterschiedliche Einsatzgebiete zur Auswahl: Web, File-Print, Netz, Minimum und Alles. Bis auf die letzte Option installiert das Betriebssystem stets nur die für das jeweilige Einsatzgebiet nötigsten Dateien. Dagegen fehlt es dem Open-Source-System an einer Möglichkeit, Pakete individuell - je nach Gusto des Anwenders - auszuwählen, wie dies etwa bei Suse Linux der Fall ist.

Ein dicker Brocken erwartete die Tester zudem bei der Installation der Netzkarten. Während der Eingabemaske der IP-Netzparameter kollabierte das System mit der Meldung "Überflutung von Paketen". Dieses Manko stellten die Tester mit unterschiedlichen Systemen und Netzkarten fest. Abhilfe konnte lediglich durch die nachträgliche Konfiguration der Netzkarte geschaffen werden.

Glanzstück des Openlinux E Servers ist zweifelsohne "Webmin". Das Web-basierte Administrations-Tool macht "Coas" (Caldera Open Administration System), "Linuxconf" und andere grafische Administrations-Werkzeuge obsolet, so die Meinung der Tester. Webmin bietet dem Anwender ein nahezu komplettes Set an administrativen Interfaces via Web-Browser. Zudem enthält das Open-Source-Programm einen Datei-Manager, Prozessbetrachter und einen Telnet-Terminal-Emulator auf Java-Basis. Das Tool kann kostenlos auch über http://www.webmin.com heruntergeladen werden.

Zusätzlich hat Big Blue die Entwicklungssprache "Visualage for Java" und den "Websphere Application Server" für das Betriebssystem-Bundle zur Verfügung gestellt. Wermutstropfen: Während Visualage lediglich 500 Klassen zulässt, kann Websphere nur 90 Tage genutzt werden. Die Installation von Websphere entfernt den standardmäßigen Apache Web Server und sämtliche Java Development Kits (JDK) und ersetzt diese durch IBM-Software.

FazitPro

-Automatische grafische Installation

-Geringer Ressourcenverbrauch

-Kommerzielle IBM-Software inklusive

Kontra

-Eingeschränkte Installationsoptionen

-IBMs Secure Webserver lässt sich lediglich 90 Tage nutzen.