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11.07.2006

Opentext will Hummingbird kaufen

Opentext möchte Symphony TG ausstechen und den ECM-Anbieter kaufen. Analysten sehen darin wenig Nutzen für die beiden Firmen.

Erst Ende Mai unterbreitete die Investmentfirma Symphony Technology Group dem Enterprise-Content-Management-(ECM-)Hersteller Hummingbird ein Kaufangebot. Nun möchte der ebenfalls in Kanada beheimatete Konkurrent Opentext das Softwarehaus feindlich übernehmen.

Opentext offeriert 27,75 Dollar pro Aktie und liegt damit einen Dollar über dem Gebot von Symphony TG. Opentext gehören bereits 4,3 Prozent des ECM-Konkurrenten.

Mehrere Analysten und Investoren hatten die Zustimmung des Hummingbird-Managements zum Angebot von Symphony TG kritisiert. Nach ihrer Auffassung sei das Unternehmen mehr wert. Sie forderten den Vorstand auf, weitere Angebote einzuholen. Hummingbird erklärte sich daraufhin bereit, konkurrierende Offerten zu prüfen.

Opentext muss erhöhen

Angeblich wollen Anteilseigner von Hummingbird, die rund 18 Prozent der Stimmrechte auf sich vereinen, das Opentext-Gebot unterstützen. Das Management verlangt von Opentext jedoch einen höheren Preis pro Anteilsschein. "Wir wollen so viel wie möglich für unsere Aktionäre herausholen", so Chairman Fred Sorkin. Den Deal mit der Investmentfirma platzen zu lassen bedeute für die Aktionäre eine zusätzliche Unsicherheit, die Opentext durch einen entsprechenden Aufschlag abgelten müsse.

Überschneidung bei Produkten

Für die meisten Marktbeobachter kam der Akquisitionsversuch durch Opentext überraschend. Sue Clarke von der Butler Group kann auf Anhieb keinen strategischen Nutzen für beide Firmen erkennen. Wie andere Analysten sieht sie das plausibelste Motiv darin, dass sich Opentext mit der Akquisition Marktanteile sichern möchte. Hummingbird ist besonders im juristischen Sektor stark vertreten. Allerdings stützt sich diese Präsenz vornehmlich auf "PC Docs", das die Kanadier Ende der 90er Jahre erworben hatten. Es handelt sich dabei um eine Client-Server-Software, die in vielen Anwaltskanzleien eingesetzt wird. Opentext richtet sich mit seinen ECM-Ambitionen hingegen primär an große Unternehmen.

Für Tony Byrne von CMS Watch hätte ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen aus technischer Sicht keinen Sinn. Ihre Produkte würden sich zu stark überschneiden. Das gilt besonders dann, wenn man die von Hummingbird im letzten Jahr zugekaufte Software von Reddot berücksichtigt. Aufgrund zahlreicher Akquisitionen verfügt Opentext ohnehin über ein redundantes und unvollständig integriertes Portfolio. Beim Web-Content-Management besitzt das Unternehmen bereits drei Produkte, die nach und nach zusammengeführt wurden. Mit Reddot käme ein weiteres hinzu.

Opentext steht nicht vor der Herkulesaufgabe, eine Vielzahl heterogener Tools integrieren zu müssen. Zusätzlich wies das Unternehmen in den letzten Quartalen schlechte Ergebnisse aus und musste darauf mit Restrukturierungsmaßnahmen reagieren. Zuletzt wurde es selbst als Übernahmekandidat gehandelt. Nach einem kürzlich geschlossenen Kooperationsabkommen mit Oracle gab es Gerüchte, dass Larry Ellison den ECM-Spezialisten kaufen könnte. (ws)