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08.09.1978 - 

Anwenderbericht Deutsche Bau- und Bodenbank, Mainz:

Optimale Output-Verteilung durch Multi-CPU-Spooling

Zur Bewältigung ihres umfangreichen Outputs hat die Deutsche Bau- und Bodenbank, Mainz, fünf Drucker (1 x IBM 1403, 4 x dcp mit je 135 000 Zeilen/h) installiert, die von zwei CPU's gespeist werden. Wegen einiger Besonderheiten der Verarbeitungsprogramme ist es für AV und RZ nicht möglich, eine gleichmäßige Auslastung aller Drucker zu planen. Diesen Engpaß in den Ur-Einheiten hat das Multi-CPU-Spooling-Programm "Our/Power" von Hübner & Mergard beseitigt.

Seit Anfang Mai 78 arbeitet im Rechenzentrum der Deutschen Bau- und Bodenbank eine Itel AS/5 gemeinsam mit einer IBM 370/145. Die Platten- und Bandperipherie ist über eine "Two-channel-switch"-Einrichtung für beide CPU's verfügbar. Leser, Stanzer und Drucker dagegen sind jeweils direkt an nur eine Zentraleinheit angeschlossen. Die entsprechende Kanalumschaltung für die Ur-Einheiten ist im Vergleich zur Gerätegrundmiete zu hoch. Dieser Umstand zwang uns, an beiden CPU's je einen Stanzer anzuschließen, um volle Programmkompatibilität zu erreichen.

Trotz der schnellen dcp-Drucker kam es immer wieder vor, daß eine Maschine "leer" stand, besonders gegen Schichtende, während die andere noch drei oder vier Druck-Jobs in der Power-Queue hatte. Trotz aller Versuche der Arbeitsvorbereitung gab es keinen Weg, diese Situation vorherzusehen und zu vermeiden.

Auf der Suche nach Abhilfe stießen wir auf das Programm "Our/Power" von Hübner & Mergard. Obwohl bis dahin noch nicht viele Erfahrungen damit existierten, entschlossen wir uns zu einer Testinstallation. Die Voraussetzungen hierzu ("Power" und Two-channel-switch für Disks) waren unsererseits gegeben, die Installation selbst war völlig problemlos. Die drei Schichtleiter wurden darüber informiert, daß ab sofort (Anfang Mai) die Möglichkeit besteht, die Power-Files auf jeden beliebigen Drucker zu verteilen.

Im Gegensatz zum "Power"-Betrieb gibt es unter "Our/Power" nur noch einen gemeinsamen Queue- und Data-File für beide Power-Partions. Damit besteht auch die Möglichkeit, den Leser oder Stanzer der IBM 370/145 für die AS/5 einzusetzen und umgekehrt. Als ersten Schritt nach der "Our/Power"-Installation haben wir einen Lesestanzer abgemietet.

Ein zweiter Effekt stellte sich schon nach kurzem Betrieb ein: Die Schichten konnten früher beendet werden, es gab keinen Überhang mehr für die Folgeschicht. Außerdem ist der Platzbedarf insgesamt für die "Power"-Files gesunken. Bei getrenntem Betrieb muß jedes "Power"-File für den maximalen Bedarf ausgelegt werden. Im Multi-CPU-Spooling kommt man mit weniger Platz aus.

Zur Vermeidung von Verklemmungen bei gleichzeitigem Zugriff auf die Queue-File von beiden CPU's haben wir ein "Dummy-Device" eingerichtet. Das Kanalprogramm kann den RESERVE/RELEASE-Status auf dem Dummy-Device ablegen, ohne andere Partitions zu stören. Durch die gemeinsame Benutzung einer einzigen Queue-File tritt jetzt zwar öfter eine Partition in den WAIT-Status. Dadurch steigen die Durchlaufzeiten geringfügig an. Insgesamt ist der Gewinn an Systemausnutzung aber gestiegen.

Der zweite Vorteil, der sich bei uns bereits mehrfach gezeigt hat, ist die Unabhängigkeit von der Ur-Peripherie einer einzelnen CPU. Der Ausfall eines Lesers, zum Beispiel auch bei Wartung, macht sich nicht mehr bemerkbar. Durch eine geschickte Aufteilung der Job-Klassen und Zuordnung auf die beiden CPU's steuern wir den Programmablauf. Standardmäßig läuft jeder Job in der CPU, für die er laut CLASS-Parameter zugeteilt ist. Kurzfristig aber kann das Operating eine Änderung vornehmen, um auch die Zentraleinheiten besser auszulasten. Dieses Steuerungsprinzip hat Vorteile gegenüber einer dynamischen Job-Zuordnung auf die gerade freien Partitions.

Durch den Einsatz von "Our/Power" ist ein organisatorisch simples "Balancing" der Ur-Peripherie möglich, ohne daß der reguläre RZ-Betrieb beeinträchtigt wird. Ohne diese Hilfe könnten wir unsere beiden Großrechner nicht optimal nutzen. Die Einsparungen an Hardware (ein Lesestanzer abgemietet, keine Umschalt-Einrichtung für Ur-Einheiten) stehen in keinem Verhältnis zu den Lizenzgebühren für das Programmpaket.