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Atos und Getronics erholen sich


30.01.2004 - 

Optimismus bei europäischen IT-Dienstleistern

MÜNCHEN (CW) - In der europäischen IT-Dienstleistungsbranche mehren sich die Zeichen für eine Erholung: Die angeschlagenen Serviceanbieter Getronics und Atos Origin haben Quartalsergebnisse vorgelegt, die besser als befürchtet ausgefallen sind.

Laut vorläufigen Zahlen bekommt der französische Dienstleister Atos Origin sein Defizit in den Griff: Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Nettoverschuldung Ende Dezember auf rund 270 Millionen Euro belaufen hat. Zuvor hatte die Firma ein Minus von etwa 350 Millionen Euro angepeilt. Atos Origin gab sich daher zuversichtlich, die Ausgaben für den operativen Betrieb sowie die kurzfristigen Verbindlichkeiten finanzieren zu können.

Neben der schwachen Auftragslage und den sinkenden Honoraren vor allem im Bereich Systemintegration muss das Unternehmen die Übernahme der IT-Firma Schlumberger-Sema verdauen. Der Preis der im vergangenen Herbst gestarteten Transaktion wurde auf 1,3 Milliarden Euro taxiert, 400 Millionen Euro werden in bar beglichen. Atos rückt dadurch auf den vierten Platz der europäischen IT-Dienstleister hinter IBM Global Services, EDS und T-Systems vor. Im vergangenen Geschäftsjahr stagnierte der Umsatz der Franzosen bei rund drei Milliarden Euro, die operative Marge wurde mit 8,2 Prozent angegeben. Dabei sei eine leichte Verbesserung von der ersten zur zweiten Jahreshälfte erzielt worden, hieß es.

Auch der niederländische Konzern Getronics muss sich reorganisieren und eine Übernahme verarbeiten, allerdings liegt diese schon fünf Jahre zurück. Das Unternehmen hatte Mitte 1999 die verschuldete und zudem größere Firma Wang Global für knapp zwei Milliarden Dollar gekauft, um die Internationalisierung voranzutreiben. Seitdem kämpft Getronics mit den Finanzen. Im vergangenen Dezember war Klaas Wagenaar zum CEO ernannt worden, zuvor hatte der Dienstleister Stellen gestrichen und unter anderem seine Human-Resource-Sparte für knapp 350 Millionen Euro abgestoßen.

Für das vierte Quartal geht das Unternehmen nun ebenfalls nach vorläufigen Berechnungen von einem Gewinn vor Abschreibungen, Sonderposten, Zinsen und Steuern zwischen 33 und 37 Millionen Euro aus. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte sich der Wert auf elf Millionen Euro belaufen. Der Quartalsumsatz fiel im Jahresvergleich um knapp 15 Prozent auf 705 Millionen Euro, was das Unternehmen mit einem geplanten Rückgang der Produkteinnahmen begründete - vornehmlich handelt es sich um Geräte aus dem Hause Wang.

Umsatz und Ergebnis lagen innerhalb der Prognosen, was Investoren veranlasste, den Aktienkurs von Getronics auf einen neuen Höchststand der vergangenen 18 Monate zu heben. Auch Atos Origin konnte nach den positiven Zahlen an der Börse zulegen. Laut Getronics-CEO Wagenaar sei nun die Restrukturierung größtenteils abgeschlossen und die Firma in eine "neue Entwicklungsphase" eingetreten. Ende Dezember hatte das Unternehmen kurzfristig verfügbare Mittel von über 400 Millionen Euro, rund ein Viertel mehr als noch zwölf Monate zuvor. (ajf)