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08.11.2002 - 

Open Source ist auf Servern akzeptiert

Optimismus prägte die Linux-World

FRANKFURT/M. (ls) - Noch ist die IT-Krise zu spüren. Aber auf der diesjährigen Linux-World blickten die Anbieter wieder zuversichtlicher in die Zukunft.

Im Zentrum des Besucherinteresses auf der "Linux-World Conference and Expo", die vom 29. bis 31. Oktober 2003 auf der Messe Frankfurt stattfand, standen, wie an den Ständen unisono zu hören war, Server-Anwendungen für Linux. Dabei haben sich die Themen verschoben. Das Open-Source-Betriebssystem interessiert nicht mehr als Grundlage für Internet-gerichtete Applikationen wie Web-Server; hier gilt es als selbstverständlich. Heute geht es vielmehr um unternehmenskritische Anwendungen wie Datenbanken oder Mysap.com auf Abteilungs-Servern.

Nebenbei verändert das alternative Betriebssystem die Server-Landschaft. Auf der einen Seite führt IBM das Revival seiner Mainframes auf die Linux-Fähigkeit seiner Z-Series-Server zurück. Auf der anderen Seite gibt es einen Trend zu Linux-getriebenen Clustern aus kostengünstigen Intel-basierenden PCs für hochverfügbare Anwendungen. Risc-Server und Unix-Derivate werden in die Zange genommen, während die Microsoft-Offensive in diesem Segment abgeblockt wird.

Daniel Riek, Vorstandsmitglied im Linux-Verband Live, der seit Jahren die Konferenzmesse unterstützt, sieht eine deutliche Verbesserung des Marktumfeldes. "Vor einem Jahr konnte man hier vielerorts ein bedrücktes Klima erkennen. Jetzt herrscht eine neue Aufbruchstimmung." Der Grund liegt auf der Hand: Während die deutsche Industrie immer tiefer in die Krise gerät, entdecken die Unternehmen Linux als eine Möglichkeit, die IT-Kosten zu senken oder neue Projekte mit geringem Aufwand zu realisieren. Der Krisengewinner heißt Linux.

Die Überraschung der Messe war allerdings, dass plötzlich wieder von Linux auf dem Desktop die Rede ist. Einige Großanwender im Bankenbereich suchen Ersatz für OS/2. Immer mehr Behörden wollen die neuen Lizenzbedingungen von Microsoft nicht akzeptieren, manche planen nicht nur eine Migration zu Linux auf den Servern, sondern auch auf den Desktops.

Das wird, so die übereinstimmende Einschätzung aller Aussteller, Microsofts dominante Position zunächst kaum merklich berühren. Aber etliche Pilotprojekte deuten an, dass die Blue-Screen-Monotonie hier und da etwas aufgelockert wird. Die Nürnberger Suse Linux AG fühlte sich zur Vorstellung eines Linux-Desktop-Pakets ermutigt, Red Hat und Sun werden im nächsten Jahr nachziehen.

80 Aussteller präsentierten sich auf der Linux-World. Das waren zehn weniger als im letzten Jahr, aber sie beanspruchten etwas mehr Messefläche. Mit insgesamt über 14 000 Besuchern stieg die Zahl der Gäste gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht. Dass es sich dabei laut Veranstalter IDG World Expo zu 92 Prozent um Fachbesucher handelte, wurde durch den verbreiteten Auftritt der Anzugträger weitgehend bestätigt. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der nächsten COMPUTERWOCHE.