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20.01.1978 - 

Die Frau als Unternehmerin:

Optimismus und Risikobereitschaft brachten Erfolg

MÜNCHEN - Über ihre schlechten Erfahrungen im Geschäftsleben klagt Rosemarie Reinhold, Inhaberin der R. Reinhold Computerbörse in München. "Eine Frau wird einfach nicht so akzeptiert wie ein Mann", weiß sie und klagt: "Gerade in der Computerbranche ist es sehr schwer, sich durchzusetzen." Rosemarie Reinhold startete im Juni 1976 mit ihrem Second-hand-Geschäft, weil sie "soviel Kreativität hatte", die sie endlich auswerten wollte.

Das war früher nicht möglich: "Als Angestellte wurde ich immer gestoppt weil es nicht angeht, daß eine Frau bessere Ideen als ein Mann hat. Darunter leidet das Prestige des Mannes" meint sie spitz. Daß sie sich in ihrer jetzigen Position dennoch durchsetzen konnte, schreibt sie ihrem Optimismus und der Risikobereitschaft zu. Ihren Erfolg konnte sie im ersten halben Jahr am bilanzierten Reingewinn von 16 000 Mark ablesen. Heute hat sie rund 3000 bis 4000 Geschäftspartner darunter etwa 1000 "Wiederholkunden". Rosemarie Reinhold kauft DV-Anlagen, Datenerfassungsgeräte und MDT-Terminals und verkauft sie an Endverbraucher und Händler. Ihr Job ist Verkaufen. "Die Verhandlungen sind viel härter als früher", sinniert sie über den Markt und preisbewußte Kunden. "Heute wird sogar um 100 Mark gefeilscht." Auch diese Sparte kommt nach RRs-Meinung nicht ohne Werbung aus, wenn man im Geschäft bleiben will. Und daß der Markt nicht sehr gut sei, führt die gebürtige Berlinerin darauf zurück: "Die Branche ist im Moment sehr verrufen, weil es viele schwarze Schafe gibt; Firmen, die nicht seriös arbeiten." Sie dagegen schlage lieber einen Auftrag aus, wenn mit der Maschine etwas nicht in Ordnung sei, behauptet Rosemarie Reinhold, weil sie "unbedingt seriös arbeiten" möchte.

Die Byte-Händlerin ist überzeugt, daß "ein unwahrscheinliches Organisationstalent" ihren Erfolg in der Branche begründet habe. Koordination und Flexibilität im Umgang mit Kunden mache ihr die wenigsten Sorgen: Doch was nützt's, wenn sie zuletzt wegen ihrer Weiblichkeit nicht akzeptiert wird. Ärgerlich erinnert sich Rosemarie Reinhold an einen Unternehmer, bei dem ein größerer Abschluß platzte: "Bei den Vorverhandlungen hat alles geklappt, bis zur Entscheidung des Direktors, der nur noch ja sagen mußte. Als er feststellte, daß sein Geschäftspartner eine Frau war, sagte er nein und kaufte die gleiche Maschine zum gleichen Preis bei einer anderen Firma." Sie führt das alles darauf zurück, daß ein Mann Verhandlungen mit einer Frau von vorneherein mit Skepsis führt. Schamhaft verschweigt denn auch der Firmenname das Rosemarie. Doch die Verkürzung auf R. Reinhold brachte angeblich mehr Kunden.

Schlechte Erfahrungen machte sie auch bei der Mitarbeitersuche: "Vor 2 einem viertel Jahr wollte ich durch eine Zeitungsannonce noch einen Mitarbeiter einstellen", erzählt sie. "Aus 30 Bewerbern wählte ich zehn aus, die für den Posten als Verkäufer durch ihre Schuldbildung und ihr Wissen geeignet waren. Die sagten mir alle rundheraus, daß sie nicht bereit sind, mit einer Frau als Chefin zusammenzuarbeiten. " Dabei sei sie gar nicht darauf aus, den Boß zu spielen: "Ich bin genauso eine Mitarbeiterin wie alle anderen auch. Das ist mein Prinzip und damit bin ich immer gut gefahren."