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18.05.2001 - 

Erstmals schwarze Zahlen seit der Netlife-Gründung

Optimistische Hanseaten

HAMBURG (ajf) - Die Softwarefirma Netlife AG hat einen tiefgreifenden Strukturwandel hinter sich. Mit einem neuen Mehrheitseigentümer und dem ersten positiven Quartalsergebnis seit der Gründung 1996 wollen die Hamburger nun besseren Zeiten entgegensteuern.

Schwarze Zahlen und ein neuer Mehrheitseigentümer - im Frühling 2001 verbreitet die Netlife AG Aufbruchstimmung. Das Hamburger Softwarehaus, dessen Programme für den Einsatz in Banken konzipiert sind, hat im ersten Quartal 2001 einen Betriebsgewinn von 78000 erzielt - im gleichen Quartal 2000 betrug der Verlust immerhin noch 3,4 Millionen Euro. "Im letzten Jahr ist einiges Blut geflossen", resümiert Christel Feederle, die seit rund einem halben Jahr amtierende Vorstandschefin von Netlife ist. Abzüglich der Zinsen blieb jetzt unter dem Strich ein Quartalsüberschuss von 15000 Euro übrig.

Der Quartalsumsatz stieg verglichen mit dem Vorjahresabschnitt um über 40 Prozent auf 4,4 Millionen Euro. Rund 1,9 Millionen Euro wurden nach Angaben des am Neuen Markt notierten Unternehmens mit Lizenzen eingenommen. Für das Gesamtjahr sind Umsätze von knapp 20 Millionen Euro angepeilt. Gegenwärtig arbeiten 133 Mitarbeiter für die Company, die sich laut Feederle wieder auf das europäische Geschäft konzentrieren will und den Ausflug nach Übersee vorerst zu den Akten gelegt hat.

Im April hat zudem der Hamburger Kaufmann Hans-Werner Maas die Mehrheit der Netlife AG von den Altaktionären übernommen. Allerdings wolle er vor den Aufsichtsratswahlen auf der Hauptversammlung am 22. Mai keine Aussagen zum Umfang und den finanziellen Eckdaten der Beteiligung machen. Laut Maas, der im Immobiliengeschäft und dem Autohandel tätig ist, handelt es sich um ein "langfristiges Engagement". Er selbst wolle in erster Linie seine Kontakte in die "hanseatisch geführte" Firma einbringen.

Ob Netlife inzwischen hanseatisch solide geführt wird und die Kunden nach den Turbulenzen im vergangenen Jahr wieder Vertrauen fassen, wird sich in den nächsten Quartalen erweisen. Nach Angaben von Firmenchefin Feederle laufe das zweite Quartal vergleichbar mit dem gerade abgeschlossenen Zeitraum. Im dritten Viertel könne es zu einer saisonal bedingten Abschwächung kommen, die jedoch im den letzten drei Monaten wieder aufgefangen werden soll. Im Gesamtjahr erwartet Feederle ein Ebit von 250000 Euro, der Umsatz soll auf 19,5 Millionen Euro gesteigert werden.

Technologisch sieht sich die Firma gut gerüstet für den Wettbewerb. Im Gegensatz zu den Konkurrenten habe man frühzeitig reagiert. Anders als die Heyde AG, die sich auf das Geschäft mit Direkt-Banken konzentriert habe, strebe Netlife an, alle Arten von Finanzdienstleistern gleichsam zu bedienen. Der Wettbewerber Brokat AG habe es hingegen versäumt, die Entwicklung einer eigenen Plattform rechtzeitig einzustellen. Netlife setzt inzwischen voll auf die Infrastrukturlösungen von Bea.