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22.09.1995

Optimistische Prognose fuer europaeische Beschaeftigungssituation Institut erwartet in IuK-Technik 15 Millionen neue Arbeitsplaetze

MUENCHEN (CW) - Auf eine bluehende informationstechnische Landschaft darf sich Europa freuen. Bis zum Jahr 2005 naemlich prognostiziert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Koeln zehn Millionen neuer Arbeitsplaetze in der Informations- und Kommunikationstechnik und nochmals fuenf Millionen im Multimedia-Umfeld.

Derzeit sind nach Angaben des VDMA/ZWEI, Frankfurt/Main, in der deutschen Informations- und Kommunikationswirtschaft etwa 230000 bis 280000 Menschen beschaeftigt. In einigen Sektoren gab es kraeftige Beschaeftigungszuwaechse. So stieg die Zahl der Arbeitsplaetze in der Mobilkommunikation zwischen 1990 und 1994 von 1600 auf 22000 an. Der anstehende Ausbau der Datenautobahn soll fuer weitere Dynamik sorgen.

Der deutsche Hewlett-Packard-Chef Joerg Menno Harms geht beispielsweise davon aus, dass in den kommenden fuenf bis zehn Jahren in Deutschland in der IuK-Industrie 1,5 Millionen neue Arbeitsplaetze entstehen koennten. Harms beruecksichtigt dabei nicht nur die unmittelbaren Beschaeftigungseffekte, sondern auch die, die bei den Anwendern durch Produktivitaets- und Wettbewerbsverbesserungen entstehen. Fuer Europa insgesamt rechnet er mit vier bis zehn Millionen zusaetzlichen Arbeitsplaetzen fuer die naechsten zehn bis 15 Jahre.

Das Muenchner Ifo Institut fuer Wirtschaftsforschung kommt in einer Prognose von 1991 zu dem Ergebnis, dass in der EU-Informations- und Kommunikationstechnologie unter deregulierten Bedingungen rund drei Millionen zusaetzliche Jobs geschaffen werden koennen. Beide Prognosen gehen davon aus, dass in der europaeischen Gemeinschaft zur Jahrtausendwende in der Informationstechnik mehr Arbeitsplaetze bestehen werden als in der Automobilindustrie.

Mit kraeftigen Beschaeftigungsimpulsen rechnen Marktforscher auch durch Multimedia. Fuer Europa vermuten etwa die Berater von Arthur D. Little, dass fuenf Millionen Arbeitsplaetze entstehen werden, davon allein eine Million in Deutschland.

Anfang der 90er Jahre ist die Beschaeftigung in den meisten Laendern im Zuge von Lean Management allerdings zurueckgegangen. Vor diesem Hintergrund erweist sich der technische Fortschritt als Hoffnungstraeger fuer neue Arbeitsplaetze.

Der Befund, dass sich bei zunehmender Technologieintensitaet positive Beschaeftigungswirkungen ergeben, wird laut IW durch amerikanische Erfahrungen bestaetigt. Je hoeher der Technologieeinsatz, umso kraeftiger der Arbeitsplatzaufbau. Bemerkenswert sei dabei, dass dieser Zusammenhang in kleinen und mittleren Unternehmen wesentlich ausgepraegter ist als in Grossunternehmen.

Mit dem technischen Fortschritt waechst der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskraeften. Amerikanische Prognosen kommen nach Meinung des Koelner Instituts zu dem Ergebnis, dass in einem mittleren Wachstumsszenario die Zahl der Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker bis zum Jahre 2005 um 34,7 Prozent auf 7,6 Millionen steigen wird. Computerexperten und Mathematiker verzeichnen dabei mit knapp 73 Prozent den staerksten Anstieg. Als Vergleich zieht das IW die allgemeine Beschaeftigungsentwicklung heran: Diese expandiere lediglich um 20 Prozent. Die Ergebnisse des fuer die USA entwickelten Szenarios, also der deutlich ueberdurchschnittliche Zuwachs der Zahl Hochqualifizierter, spreche vielmehr dafuer, dass der technische Fortschritt allgemein das berufliche Qualifikationsniveau anhebt. Das treffe nicht nur fuer die USA, sondern auch fuer die anderen Industrielaender zu (siehe Abbildung).

FuE-Forschungspersonal (1)

Land: 1981/1991; Veraenderung in Prozent: FuE-Forscher/Beschaeftigte insgesamt

Kanada: 40 450/65209; Veraenderung in Prozent: 61,2/11,9

Japan: 392 625/598 333; Veraenderung in Prozent: 52,4/23,9

Frankreich: 85 500/129 780; Veraenderung in Prozent: 51,8/5,8

Italien: 52 060/75 238; Veraenderung in Prozent: 44,5/5,5

Westdeutschland: 124 678/176 401 (2); Veraenderung in Prozent: 41,5/9,1

USA: 683 300/950 000 (2); Veraenderung in Prozent: 39,0/16,7

Vereinigtes Koenigreich: 124 900/131 335; Veraenderung in Prozent: 5,2/1,5

(1) Vollzeitbeschaeftigte, (2) 1989

Quelle: IW, Koeln