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25.02.2000 - 

Skeptiker sehen keinen nachhaltigen Bedarf

Optische Netze: Überangebot samt Preisverfall trotz hoher Nachfrage?

MÜNCHEN (CW) - In dem Markt für optische Netzwerkkomponenten mischen die großen Networking-Anbieter kräftig mit. Akquisitionen haben Cisco, Lucent und Nortel den Weg geebnet, der unerwartet steinig werden könnte. Es droht ein Überangebot und Preisverfall.

Ein Riesengeschäft wittern die Anbieter von optischen Netzen und ihre Komponentenlieferanten. Im Einklang mit den Marktforschern prognostizieren sie einen enormen Bedarf an Bandbreite, weil mehr und mehr Anwender ins Internet drängen, um dort Geschäfte abzuschließen und Applikationen auszuführen. Forrester Research rechnet beispielsweise damit, dass sich die Nachfrage an Bandbreite jährlich verdoppelt. Doch es gibt auch Skeptiker. Einige US-Experten warnen: Bisher existiere keine echte, von Nutzern vorangetriebene Anwendung, die für einen nachhaltigen und hohen Bedarf an Bandbreite sorge.

Netzbetreiber und Networking-Anbieter drehen den Argumentationsspieß einfach um. Ein hohes Angebot an Netzkapazität sorge für fallende Preise. Günstige Tarife förderten wiederum die Entwicklungsbemühungen von Netzapplikationen, die - und da schließt sich der Kreis - hohe Bandbreiten erfordern. Die Wallstreet schenkt dieser Logik Glauben und katapultierte Startups wie Sycamore, Juniper Networks und Redback zum Aktienhöhenflug. Behalten die Skeptiker recht, spielen Anbieter und Anleger ein gefährliches Spiel, denn sinkende Margen könnten Milliardeninvestitionen gefährden.

Cisco, ein nicht gerade von den Börsianern verschmähtes Unternehmen, gehört zu den Optimisten. Die Netzwerker fühlen sich durch die Akquisition von Firmen wie Pirelli, Cerent und Monterey Networks für das Geschäft gut gerüstet. Sie brüsten sich damit, 85 bis 90 Prozent des Marktes für optische Switches zu bedienen. Auf Nachfrage musste das Unternehmen jedoch einräumen, keinen echten optischen Switch im Portfolio zu haben. Die Weiterschaltung optischer Signale ohne Umweg über kupferbasierte Leitungen beherrschen laut Informationsdienst "Computergram" nur wenige Unternehmen.

Um von der derzeit hohen Nachfrage zu profitieren, investiert Nortel Networks kräftig. Im Oktober letzten Jahres kündigte das Unternehmen bereits an, 400 Millionen Dollar in den Ausbau dieser Sparte zu investieren, nun macht der Hersteller weitere 260 Millionen Dollar locker. An Standorten in den USA, Kanada und Großbritannien sollen insgesamt 3400 neue Arbeitsplätze besetzt werden, um die Herstellungskapazitäten auszubauen. Im laufenden Jahr erwarten Nortel-Verantwortliche, mit optischen Komponenten zehn Milliarden Dollar umsetzen zu können. Im darauf folgenden Jahr soll dieser Wert um 30 Prozent übertroffen werden.