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04.12.1987

Optische Speicher sind keine Konkurrenz für Printmedien: Information braucht verschiedene Träger

04.12.1987

REGENSDORF (CW) - Die CD-ROM wird sich nur in beschränkten Anwendungsgebieten durchsetzen und die Verbreitung der Printmedien nicht behindern. Diese Einschätzung vertraten letzte Woche Referenten an einem Fachkongreß in Regensdorf in der Schweiz.

Die Information als wirtschaftlicher Produktionsfaktor war Thema des dreitägigen Gelehrtentreffens. Die Sprecher zeigten auf, wie optische Speicher und Online-Datenbanken genutzt werden können und welches Angebot weltweit vorhanden ist. Die folgende Einschätzung beruht auf einem Gespräch mit den drei bundesdeutschen Referenten Erhard Klaes, Walter Claassen und Klaus Engelhardt.

Die CD-ROM stellt heute und auch zukünftig keine Alternative zu Online-Datenbanken dar: Während die Datenbanken zur einmaligen weltweiten Informations-Recherche geeignet sind, eignet sich die CD-ROM für das mehrmalige Aufsuchen auf einem genau definierten und beschränkten Gebiet.

Theoretisch könnten optische Speicher eine Alternative zu Druckmedien (Katalogen, Nachschlageverzeichnissen) bilden. Die bisherigen Erfahrungen haben jedoch eine interessante Erscheinung aufgezeigt: Bietet ein Verlag beispielsweise einen Katalog auch auf CD-ROM an, dann sinkt die Nachfrage nach dem gedruckten Erzeugnis nicht, sondern sie steigt.

Einen ähnlichen Effekt hat die Online-Datenbank: Der Rechercheur stößt auf ein interessantes Textstück und bestellt in der Folge die gedruckte Originalversion. Die Druckindustrie erlebt deshalb wegen der Verbreitung elektronischer Medien einen Aufschwung.

Will ein Verleger denselben Inhalt erfolgreich auf verschiedenen Trägern vermarkten, dann muß er die Information speziell aufbereiten und ihr ein eigenes Profil geben: Beim CD-ROM ist die dem einzelnen Produkt angepaßte Retrieval-Software wichtig, beim Online-Angebot die Anpassung an die Datenbank- oder Host-Strukturen, beim Papier die Gewichtung durch Hervorhebung, die Verständlichmachung mittels grafischer Darstellung und der emotionale Gehalt. Papier hat zwei entscheidende Vorteile: Eignung als Werbeträger und örtliche Verfügbarkeit. "Am Frühstückstisch ist und bleibt die Zeitung bequemer als der Computer, um sich zu informieren", brachte einer der Referenten die Vorteile des althergebrachten Papiers auf den Punkt.

Trotzdem haben Online-Datenbanken nach einer Aufbauzeit von 20 Jahren beachtliche Bedeutung erlangt: Weltweit existieren über 3000 öffentlich zugängliche Datenbanken, 350 davon in Europa. Eine rationelle Recherche erfordert allerdings Erfahrung und wird deshalb oft firmeninternen Spezialisten oder externen Brokern überlassen.

Bei der Verbreitung von Datenbanken auf CD-ROM-Basis hingegen hakt es noch: Weltweit sind etwa 1500 Anwendungen bekannt, viele davon müssen als Pilotprojekte oder als reine Imponierprojekte bezeichnet werden.

Benutzer beklagen den Mangel an brauchbaren Informationen auf CD-ROM und scheuen die Anschaffung eines Lesegerätes (rund 2000 Mark); die Anbieter beklagen die kleine Zahl installierter Laufwerke (nach Experten-Schätzung weltweit 10 000, nach Schätzung des marktführenden Herstellers Hitachi rund 37 000). Um die Herstellungskosten decken zu können, braucht es Massenauflagen.

Einer der Referenten erklärte die mangelnde Akzeptanz der Laserplatten: "Kleine Verleger können Informationen, die nicht zu umfangreich sind, auf Disketten statt auf CD-ROM anbieten."