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28.07.1989 - 

Der Markt der Speichermedien gerät Bewegung:

Optischen Speichern gehört die Zukunft

Ein Trend - in den letzten Jahren immer wieder angekündigt, ohne sich jedoch so zu entwickeln, wie vorausgesagt - boomt derzeit. Es sind die optischen Platten, deren Marktvolumen sich in den nächsten Jahren von derzeit rund 150 000 Stück auf zirka 1 174 000 Stück im Jahr 1993 erhöhen wird (von diesen Zahlen geht Freeman Associates aus). Der Marktanteil der wiederbeschreibbaren optischen Platten wird bei rund 44 Prozent liegen, während die WORM-Platten einen Anteil von rund 32 Prozent haben werden. Etwas unbefriedigend für den Anwender ist allerdings, daß, wie so oft, jeder Hersteller sein eigenes Aufzeichnungsformat favorisiert und folglich kein Standard vorhanden ist.

Derzeit ist die Situation die, daß im Bereich der wiederbeschreibbaren optischen Platten, auch EOD (Erasable Optical Disk) oder MOD (Magneto Optical Disk) genannt, immer mehr Hersteller auf den Markt kommen. Der Anschluß der EOD an die Systeme geschieht mittels SCSI-Schnittstelle. Bei den Aufzeichnungskapazitäten liegen alle Anbieter bei rund 650 Megabyte pro Platte. Im Vergleich dazu speichert eine WORM-PIatte (Write Once Read Multiple) der neuesten Generation im 5 ?-Zoll-Format 900 Megabyte und im 12-Zoll-Format 6 Gigabyte. Der dritte im Bunde der optischen Platten ist die CD-ROM, die derzeit einen Marktanteil von rund 60 Prozent hat, der aber bis 1993 bis auf 25 Prozent schrumpfen soll.

Es ist also deutlich zu erkennen, daß die EIDc die größten Zuwachsraten haben werden, während die CD-ROM einen Anteilsverlust von rund 35 Prozent hinnehmen müssen. Der hohe Anteilsverlust bei den CD-ROM-Laufwerken ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß die WORM-Laufwerke und vor allem die Platten selbst preislich eindeutig nach unten tendieren. So liegen die Preise für das Medium WORM-Platte heute schon bei der Hälfte dessen, was sie noch vor einem Jahr gekostet hat.

Keine Konkurrenz zwischen WORM und CD-ROM

Prinzipiell stehen die WORM-Platten nicht in Konkurrenz zu den CD-ROMs, da sie zur Archivierung dienen, während man CD-ROMs zur Datenverteilung nutzt und sie, im Gegensatz zu den einfach beschreibbaren optischen Platten, nicht beschreibbar sind.

Der Einsatzbereich der wiederbeschreibbaren optischen Platten ist dort, wo mit empfindlichen Daten gearbeitet wird, die in vernetzten Rechnern gehalten werden. Es existieren zwar auch Winchesterlaufwerke, die aus den Systemen entnommen werden können, doch ist diese Möglichkeit teurer und der Platzbedarf eines zu lagernden Laufwerks ist wesentlich höher als der einer einfachen Platte. Sicherlich ist derzeit noch der etwas langsame Zugriff auf die Daten bei EOD ein Manko dieser Technik, doch wird sich in der nächsten Zeit einiges in Richtung verminderter Zugriffszeiten tun. Es ist also klar zu er

kennen, daß jede Technologie ihre eigenen speziellen Anwendungsbereiche hat, die im Bereich der WORM und der CD-ROM etwas überlappen.

Die EDV hat in moderne Büros und Verwaltungen längst Einzug gehalten. Doch die ungeheure Datenflut, die tagtäglich in Banken, Versicherungen und öffentlichen Verwaltungen bewältigt wird, hat einen ungeheuren Ausstoß an Papier, Mikrofilmen und Magnetbändern zur Folge, die, wenn sie archiviert werden, einen Platzbedarf haben, der ins unermeßliche steigt. Um diesen Platzbedarf zu reduzieren werden in zunehmendem Maße digitale Archivierungssysteme eingesetzt. Diese bestellen in den meisten Fällen aus einem leistungsfähigen Rechner und, als wichtigstem Bestandteil, einer optischen Platte, in WORM-Technologie.

WORM wird von Jukeboxen bevorzugt

Die optische Platte in WORM-Technologie wird deshalb bevorzugt eingesetzt, da die meisten zu archivierenden Daten unveränderbar gespeichert sein müssen, und kommt sehr häufig in Jukeboxen zum Einsatz. Unter einer Jukebox vesteht man einen Automaten, in dem mehrere WORM-Platten (bis zu 48 Stück) vorhanden sind und automatisch in WORM-Laufwerke, die auch in der Jugebox enthalten sind, gewechselt werden.

In einer Jukebox für 5 ?-Zoll-Platten, sind bis zu vier Laufwerke enthalten die bis zu 48, ebenfalls in der Jukebox enthaltenen Platten bedienen können. Geht man von einer Speicherkapazität von 900 Megabyte pro WORM-Platte aus, kann man sich ausrechnen, daß pro Jukebox bis zu 43 Gigabyte gespeichert werden können, was einer Kapazität von rund 250 Magnetbändern entspricht, die einen wesentlich höheren Platzbedarf haben und auf die auch nicht automatisch zugegriffen werden kann, wodurch das schnelle Auffinden eines Dokuments, im Gegensatz zur optischen Platte, erschwert ist. Die Jukeboxen stehen entweder als 19-Zoll-Einbauschränke! oder als Stand-alone-Systeme zur Verfügung, die Platten selbst in 12 Zoll- oder in 5 ?-Zoll-Format. Ob man sich für den David in 5?-Zoll (90 Megabyte) oder den Goliath in 12 Zoll (6 Gigabyte) entscheidet, hängt von der Anwendung ab und ist nicht zuletzt eine Preisfrage. So steht bei der Anwendung in einer Jukebox nicht etwa die Zugriffszeit auf der Platte (rund 100 Millisekunden) im Vordergrund, sondern vielmehr die Zeit, die benötigt wird um die Platte zu wechseln (zwischen 4 bis 10 Sekunden).

Die Anwendungen der WORM-Laufwerke sind so vielfältig, wie die Flexibilität, die durch die Konfigurationsmöglichkeiten gegeben ist. So werden WORM-Drives überall dort eingesetzt, wo Daten unveränderbar gespeichert werden müssen. Andere Einsatzgebiete sind in der Prozeßautomatisierung (Stichwort Offline Programming), im CAD-Bereich und in vielen Anwendungen der Forschung vorhanden. Im medizinischen Bereich wird zum Beispiel das System "mido XX" der Münchner Firma PCS von VW eingesetzt. Dieses System erfaßt zukünftig im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen medizinische Daten aller VW-Mitarbeiter, die bei Betriebsarztkontrollen anfallen, und archiviert diese Daten auf WORM-Platten.

Es wird das komplette System, bestehend aus Hardware (CADMUS Rechner der PCS) und Software ausgeliefert.

Die technische Reife der wiederbeschreibbaren optischen Platten ist unterdessen soweit fortgeschritten daß die Produkte reif für den Markt sind und auch in Stückzahlen angeboten werden.

Ein großer Vorteil der EOD ist eindeutig der existierende Standard bei den Aufzeichnungsverfahren. Die wiederbeschreibbaren optischen Platten haben derzeit mittlere Zugriffszeiten, die bei etwa 80 Millisekunden liegen. Ankündigungen zufolge werden bis Ende des Jahres Laufwerke auf den Markt kommen, die eine Zugriffszeit von nur noch 20 Millisekunden haben sollen. Selbst wenn sich der Zeitplan für diese Laufwerke verzögern sollte, so ist es doch abzusehen, daß in den Entwicklungsabteilungen der Hersteller mit Hochdruck daran gearbeitet wird, die Zugriffszeiten in die Größenordnung der traditionellen Winchesterplatten zu bekommen.

Diese rasante Fortentwicklung ist auch der Grund der wachsenden Marktanteile der wiederbeschreibbaren optischen Platten, die bis 1993 einen Marktanteil von zirka 44 Prozent haben werden. Sollte die technische Reife der EOD sehr weit gediehen sein, sind diese Platten als ernsthafte Konkurrenz zu den Winchesterdrives zu sehen. Erste Schritte in diese Richtung machte Steve Jobs, der in seinem Next-Computer nur wiederbeschreibbare optische Platten einsetzt.

Aus den genannten Gründen und wegen der technischen Ausgereiftheit von optischen Platten ist abzusehen, daß der Markt in Zukunft eine hohe Nachfrage nach Archivierungssystemen haben wird.