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21.01.1983 - 

4000 Schaltvorgänge in der Sekunde:

Optischer Drucker konkurriert mit Laser

MÜNCHEN (bwk)- Als Alternative zu den herkömmlichen Druckverfahren mit Matrix-, Typenrad-, oder Lasertechnik sind derzeit verschiedene Trends zu beobachten. So beschäftigt sich die Forschungsabteilung von IBM seit einiger Zeit mit der Entwicklung eines Elektro-Erosions-Druckers mit hoher Auflösung. Philips favorisiert die Entwicklung auf dem Gebiet der optischen Drucker und die Southern Systems Inc., Fort Lauderdale, hat nach eigenen Angaben den ersten Ionen-Drucker auf den Markt gebracht.

Dieser Mercurion I des amerikanischen Unternehmens enthält eine Ionenquelle mit verschiedenen Elektroden, die eine dielektrische Bildtrommel mit Ionen in einem feinen Punktmuster beschießt. Die rotierende Trommel wird mit einem Toner in Berührung gebracht - ähnlich wie beim herkömmlichen Kopiergerät. Dann preßt eine Rolle das Druckpapier gegen die Toner-behaftete Bildtrommel und erzeugt so das Druckbild. Anschließend werden Tonerreste und elektrostatische Aufladung von der Trommel beseitigt.

Diese neuartige Drucktechnik ist nach Angaben von Southern Systems schneller als die Laserdrucktechnik und ebenso zuverlässig.

Ebenfalls ähnlich wie bei einem Kopierer funktioniert das optische Druckverfahren, das bei Philips zur Zeit entwickelt wird. Hier ist die Belichtung der Photoleitertrommel elektronisch gesteuert. Über eine sogenannte Lichtschaltzeile (LiSA) wird das Licht einer Halogenlampe durch etwa 2500 im Raster von 80 Mikrometern nebeneinander angeordnete "Lichtschalter" moduliert. So entsteht eine Zeile, die aus 2500 entweder hellen oder dunklen Punkten besteht. Diese Zeile wird dann über ein Linsensystem auf der Photoleitertrommel abgebildet und während der Rotation Zeile für Zeile belichtet.

Das Kernstück dieses neuen Verfahrens ist die Bildschaltzeile LiSA, die den optischen Faradayeffekt ausnutzt. Dieser beruht darauf, daß in einer dünnen magnetischen Schicht die Schwingungsebene des hindurchtretenden Lichtes durch elektronisch gesteuerte Richtungsänderungen der Magnetisierung gedreht werden kann. Polarisationsfolien wandeln dann die Drehung des Lichtes in Helligkeitsänderung um. Die magnetische Schicht besteht aus ein kristallinem Material der Granatgruppe.

Eine Besonderheit dieser Technik ist es, daß die mikroskopisch kleinen "Lichtschalter" ähnlich wie bei Halbleiterbauelementen integriert auf einem Träger hergestellt werden können.

Eine Auflösung von 236 Linien pro Zentimeter beziehungsweise 600 Bildelemente pro Zoll erreicht der Elektro-Erosions-Drucker von IBM. Voraussetzung für diese Auflösung ist hohe Präzision bei der Herstellung des Druckkopfes und in der Papierführung des Druckers. Das verwendete Papier ist Spezialpapier und besteht aus dem Trägerpapier und darüber eine Schicht schwarzer Farbe, auf die noch ein dünner Aluminiumfilm aufgedampft ist.

Fließt nun durch eine Elektrode Strom über eine auf dem Papier aufliegende Kontaktrolle, so entsteht an der Spitze der Elektrode eine hohe Stromdichte, die die darunterliegende Aluminiumschicht verbrennt und die schwarze Farbschicht erscheinen läßt. Der Druckkopf des IBM-Versuchsmodells besteht aus 32 Wolfram-Elektroden mit einem Durchmesser von jeweils 80 Mikrometern. Die Druckgeschwindigkeit hängt von Schriftgröße und Zeilenbreite ab. Sie beträgt bei normaler Zeitungsschrift etwa 400 bis 500 Zeilen pro Minute.