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17.09.2004 - 

Ankündigungen auf dem Open-World-Kongress

Oracle 10g setzt kein Grid-Bekenntnis voraus

Die diesjährige Konferenz "Oracle Open World" in London glänzte eher mit kleineren Neuerungen. Neben Grid-Computing konzentrierte sich der Hersteller auf Themen wie hilfreiche Administrations-Features und Branchenerweiterungen für seine seit geraumer Zeit verfügbaren 10g-Produkte. Von Jan Schulze*

Auch Oracle musste inzwischen erkennen, dass sich die Anwender nicht mit übermäßigem Elan auf Grid-Technologien stürzen. So wurde auf der Konferenz erst gar nicht versucht, große Grid-Projekte zu propagieren. Stattdessen warb der Softwarehersteller für den langsamen Einstieg und argumentiert zudem, dass Anwender auch dann einen Nutzen aus der 10g-Version der Datenbank ziehen, wenn sie nicht dem Grid-Weg des Herstellers folgen wollen. Timothy Payne, europäischer Senior Director Technology Marketing bei Oracle, empfiehlt kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) den Einstieg über Cluster, um eine hochverfügbare Lösung aufzubauen. In der "Standard Edition", die sich an KMUs richtet, sei die Cluster-Technologie bereits integriert. Daneben seien in 10g einige Verbesserungen enthalten, zum Beispiel die vereinfachte Administration. Im Vergleich zum Vorgänger 9i habe sich der Zeitaufwand für Standard-Verwaltungsaufgaben auf die Hälfte reduziert, da viele Routinen automatisiert worden seien.

Das Ziel einfacherer Administrierbarkeit verfolgt der Softwarehersteller auch auf anderen Gebieten. So wurde auf der Open World ein Plug-in zur Integration des "Oracle Enterprise Manager 10g" in die Verwaltungskonsole von "HP Open View" angekündigt. Das "HP Open View Smart Plug-In for Oracle Enterprise Manager 10g Grid Control" erlaubt es Administratoren, Oracles Application-Server, Datenbanken und E-Business-Anwendungen im Grid von Open View aus zu kontrollieren. Dabei sei die Administration nicht auf eine Oracle-Infrastruktur beschränkt, es könnten mehrere Grid-Control-Server zeitgleich integriert werden, so der Hersteller. Das Plug-in stellt dabei Benachrichtigungen, Warnungen und Alarme des Oracle-Werkzeugs zur Verfügung. Zudem werden diese Informationen mit den Open-View-Daten über die aktuellen Systemzustände in Beziehung gesetzt. Damit soll es Unternehmen möglich sein, durch den Einsatz beider Produkte die Server-Auslastung im Grid und die Verfügbarkeit sowie Performance zu verbessern. Ob weitere Integrations-Tools für andere Management-Systeme geplant sind, war auf dem Kongress nicht zu erfahren. Das Plug-in ist ab sofort für HP-UX und Solaris über Hewlett-Packard erhältlich.

Ein weiteres Thema der Konferenz war die bereits seit einiger Zeit angekündigte Version 11i.10 von Oracles E-Business-Suite. Sie soll nun innerhalb der nächsten 60 Tage auf den Markt kommen. Unter die in London präsentierten Neuerungen fallen zum Beispiel Branchenlösungen für das Gesundheitswesen oder die öffentliche Hand. Ronald Wohl, Executive Vice President Applications Development, räumte ein: "Traditionell sind wir nicht sehr stark im Gesundheitswesen." Auf Basis des Standard-ERP-Systems und den aufgesetzten branchenspezifischen Funktionen soll sich das nun ändern. Dazu zählt das erweiterte Supply-Chain-Management, das mit verteilten Lagerstellen für die wichtigsten medizinischen Verbrauchsmitteln zurecht kommen soll. Auch das I-Recruitment-Modul wurde dem speziellen Bedarf der Branche angepasst. Neu ist laut Wohl auch die "Healthcare Transaction Base", die als eine Art Unterbau für diverse klinische Systeme, Patienten- und Behandlungsinformationen konzipiert ist. Erste Projekte gebe es bereits in Kliniken in Frankreich, Italien und Spanien, so der Oracle-Manager.

Neue Procurement-Funktionen will Oracle mit 11i.10 auch allen anderen Anwendern anbieten. Während das in London angekündigte Programm "Procurement Contracts" die Arbeitsabläufe bei der Vertragsgestaltung, -verhandlung und -genehmigung überwacht und standardisiert, ist laut Hersteller das Modul "Service Procurement" überwiegend für die Überwachung von Dienstleistungsausgaben gedacht. Es soll Kunden darin unterstützen, die Kosten für Dienstleistungen über unternehmensweite Richtlinien zu reduzieren. Obendrein werde die neue Version auch zahlreiche Erweiterungen im Bereich "Daily Business Intelligence" erhalten.

Für Anwender, die mit Grid-Computing starten wollen, wird die interessanteste Neuerung die Integration des Oracle Enterprise Managers 10g Grid Control in den "Oracle Application Manager" sein. Kunden der neuen E-Business-Suite ist es damit möglich, sämtliche Administrationsaufgaben aus einem einheitlichen Browser-Frontend heraus vorzunehmen - und zwar für die Applikationen und für die darunter liegenden Application-Server und Datenbanken. (ue)

* Jan Schulze ist freier Journalist in Erding.

Mittelstands-Offerten

Nachdem Oracle vergangenes Jahr mit der "Special Edition" seiner E-Business-Suite ein mittelstandstaugliches Produkt auf den Markt brachte, und auch die Datenbank inzwischen in einer preisgünstigeren Version anbietet, rundeten die Texaner dieses Jahr ihr Angebot ab. Ab sofort sei auch der Enterprise-Application-Server "Standard Edition One" für mittlere Unternehmen verfügbar. Der Applikations-Server soll knapp 5000 Dollar kosten und maximal zwei Prozessoren unterstützen. Er ist laut Oracle für J2EE 1.3 zertifiziert.

Oracle und der Mac

Bereits seit einiger Zeit bemüht sich Oracle, auch die Apple-Plattform zu unterstützen. Eine Vorabversion der Datenbank 10g steht bei Oracle zum Download bereit, einen konkreten Zeitpunkt zur Verfügbarkeit einer marktreifen Version gibt es jedoch nicht. Oracle-Manager Timothy Payne machte den Mac-Freunden jedoch Hoffnung. "Wir haben einige Kunden, die gerade im Testbetrieb sind." Die Entwicklung sei in der letzten Phase. Er hoffe, dass die endgültige Version noch in diesem Quartal erscheinen werde. Interessierte Kunden - auch in Deutschland - gebe es, da Apple aus Paynes Sicht ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis biete.