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04.10.1996 - 

Ankündigung für Software-Architektur erwartet

Oracle arbeitet an Anwendungen für den Network Computer

Nachdem sich Oracle mit mehreren Herstellern bereits auf ein gemeinsames "Reference Profile" für den NC geeinigt hatte, will der Datenbankhersteller nun diese Woche eine Software-Architektur für den schlanken Rechner vorstellen. Die plattformunabhängige, objektorientierte Umgebung "Network Computing Architecture" (NCA) soll neben der Common Object Request Broker Architecture (Corba) überraschenderweise auch Microsofts Active X berücksichtigen.

NC erhält Plug-in-Architektur

Solche Basisdienste werden in Form sogenannter "Cartridges" implementiert. Es handelt sich dabei um Module, die sich in die Plug-in-Architektur des NCs einklinken. Sie kommunizieren untereinander über ein Messaging- Framework namens "Intercartridge Exchange" (ICX). Oracle hofft, daß unabhängige Softwarehäuser zusätzliche Cartridges für beliebige, weitere Dienste entwickeln und damit die Grundausstattung des NCs ergänzen.

Unabhängig von dieser Weichenstellung arbeitet Oracle schon an einer Software-Grundausstattung für den NC. Dabei will die Datenbank-Company die alte Tugend ressourcenschonender Software wiederaufleben lassen: Das ROM-basierte Betriebssystem des schlanken Clients soll nach Aussage von Lu Kabir, Oracles Vice- President of Worldwide Sales, weniger als 500 KB umfassen. Daneben finden nach den Plänen des Herstellers im Read-only-Memory des Rechners auch drei kleine Büroanwendungen Platz. Es handelt sich dabei um eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation und ein Grafikprogramm. Alle drei sollen Dateiformate verwenden, die mit denen von Microsofts "Office" kompatibel sind.

Besonders interessant für Anwender von Mainframes und AS/400- Systemen dürfte der eingebaute Konverter von 3270- und 3250- Datenströmen in das HTML-Format sein. Aufgrund dieser Eigenschaft können Terminals sehr einfach durch NCs ersetzt werden. Mit Hilfe eines Tools, das Oracle zur Verfügung stellen will, können Entwickler von Mainframe- und AS/400-Anwendungen zudem die Multimedia-Fähigkeiten des Terminal-Nachfolgers ausnutzen.

Da die Verfechter des NCs stets mit den geringen Anschaffungs- und Unterhaltskosten für diese schlanken Clients argumentieren, gibt sich Oracle bei der Preispolitik für die eingebaute Software moderat. Die Gesamtausstattung soll 25 Dollar pro Gerät kosten, für Updates sind pro Jahr 2,50 Dollar geplant. Neben der eingebauten Basissoftware soll es von Oracle eine Reihe von Stand- alone-Anwendungen für den NC geben. Dabei wird es sich ebenfalls um Büroanwendungen wie beispielsweise Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation handeln, die durchgehend in Java entwickelt werden. Freilich will der Datenbankhersteller vermeiden, daß aufgeblähte Windows-Anwendungen im Java-Gewand wiederkehren. Der dafür zuständige Manager Joseph Vasallo benannte einen komponentenorientierten Ansatz als Lösung, schwieg sich über Einzelheiten der beabsichtigten Implementierung jedoch aus.