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20.09.2016 - 

Oracle OpenWorld 2016

Oracle attackiert AWS mit neuen Cloud-Services

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Mit einer Reihe neuer IaaS-Produkte für besonders leistungshungrige Cloud-Anwendungen will Oracle die Vormachtstellung von Amazon Web Services (AWS) im Cloud-Markt brechen. Die Übernahme des Sicherheitsspezialisten Palerra verbreitert zudem das Portfolio im Bereich Cloud Security.

Auf der Kundenkonferenz Oracle OpenWorld in San Francisco gab sich Larry Ellison gewohnt selbstbewusst. "Der Vorsprung von AWS ist Vergangenheit", tönte der Oracle-Mitgründer und amtierende Chairman. "Amazon wird sich künftig mit einem ernsthaften Konkurrenten auseinandersetzen müssen." Eine zentrale Rolle sollen dabei die "Generation 2"-Datacenter spielen, aus denen heraus Oracle nun wesentlich leistungsstärkere IaaS-Produkte liefern könne (IaaS = Infrastructure-as-a-Service). Im Vergleich zu den großen Rivalen AWS und Microsoft mit Azure werde man mehr Leistung zu günstigeren Preisen anbieten, versprach der Manager.

Kampfansage an AWS: Larry Ellison, Chairman und CTO, auf der Konferenz Oracle OpenWorld 2016 in San Francisco.
Kampfansage an AWS: Larry Ellison, Chairman und CTO, auf der Konferenz Oracle OpenWorld 2016 in San Francisco.

Im Rahmen der IaaS-Ankündigungen präsentierte Ellison unter anderem den Bare-Metal-Cloud Server "Oracle Dense Cloud IO". Das System stellt Entwicklern 36 CPU-Cores, 512 GB DRAM und 28,8 Terabye SSD-Speicher zur Verfügung. Das Highend-System offeriere damit mehr Leistung als beispielsweise Amazons "i2.8xlarge", eine der leistungsstärksten Instanzen des Cloud-Marktführers. Oracle veranschlagt dafür einen Preis von 5,40 Dollar pro Stunde, was günstiger sei als das AWS-Angebot. Neben den Bare-Metal-Produkten will der Konzern auch virtuelle Maschinen mit vier und acht Cores anbieten. Bis Ende des Jahres sollen zudem VM-Varianten mit zwei Cores verfügbar sein.

Oracle Cloud-Rechenzentren 2017 auch in Deutschland

Die neuen Infrastruktur-Services bietet Oracle zunächst aus seiner Cloud-Region im Westen der USA am Standort Phoenix, Arizona, an. Sie sollen ab 13. Oktober verfügbar sein. Eine zweite "Generation 2"-Region soll bis zum Jahresende im Osten der Vereinigten Staaten entstehen. Ehrgeizige Pläne verfolgt Oracle auch in Europa. Bis zum Ende des Finanzjahres im Juni 2017 sollen ähnliche Cloud-Rechenzentren auch in Deutschland und Großbritannien ans Netz gehen.

Al Hilwa, Program Director beim Marktforschungs- und Beratungshaus IDC, beurteilt die Ankündigungen positiv. Er habe kaum Zweifel, dass sich Oracle zum einem bedeutenden Player im Cloud-Markt entwickeln werde: "Um wirklich an Amazon oder auch nur Microsoft im IaaS-Segment vorbeiziehen zu können, muss Oracle aber wesentlich schneller wachsen. Analysten werden dazu die Investitionen in Data Center genau verfolgen."

Schon seit längerem bemüht sich Oracle auch mit Zukäufen um mehr Wachstum im Cloud-Geschäft. Wie ebenfalls zur OpenWorld-Konferenz bekannt wurde, übernimmt der Konzern die privat gehaltene kalifornische Softwareschmiede Palerra, die sich auf Cloud Security spezialisiert hat. Das 2013 gegründete Unternehmen offeriert den Cloud Access Security Broker "Loric". Oracle will das Produkt mit seinem eigenen Identity Cloud Service (IDaaS) verschmelzen. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt.

Lesen Sie dazu auch unsere Serie "Cloud-Giganten":

Die Oracle-Cloud hat noch viel Luft nach oben

Amazon Web Services - viel Cloud für wenig Geld

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