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07.03.2006

Oracle baut Suchmaschine für Firmen

Die datenbankgestützte Search Engine konkurriert mit Werkzeugen von IBM und SAP.

Zu den Highlights der Oracle-Hausmesse "Open World" in Tokio zählte eine Suchmaschine für Informationen im Unternehmen. "Das ist eine unserer wichtigsten Ankündigungen seit vielen, vielen Jahren", betonte Firmenchef Lawrence Ellison in seiner Eröffnungsrede. "Sie ist das Ergebnis von Jahren der Innovation und harter Arbeit." Die neue Suche "Oracle Secure Enterprise Search 10g" basiert - wie der Name bereits vermuten lässt - auf der hauseigenen Datenbank und soll für Daten im Unternehmen das Gleiche leisten, was Google für das öffentlich zugängliche Web bietet.

"Open Source braucht Kommerz"

Oracle-Chef Lawrence Ellison äußerte sich auf der Hausmesse seines Unternehmens kritisch zum Veränderungspotenzial quelloffener Software. "Es gibt viele romantische Vorstellungen über Open Source", lästerte der Manager, "als würden diese Entwickler nur von Luft leben und nichts für ihre Arbeit verlangen." Solche Ansichten hätten nichts mit der Realität zu tun. Erfolgreich seien Open-Source-Produkte nur, wenn kommerzielle IT-Anbieter wie Oracle, IBM oder Intel große Summen investierten.

Dass Open-Source-Systeme für den proprietären Softwaremarkt eine Bedrohung darstellen, bezweifelte der CEO. Sie könnten traditionelle Software lediglich in Teilbereichen verdrängen. "Es gibt noch kein gutes quelloffenes Business-Intelligence-Produkt", führte er als Beispiel an. Er sehe im Open-Source-Portfolio große Lücken. Beispielsweise wird Ellison zufolge noch viel Zeit vergehen, bis sich Open Source im Bereich unternehmenskritischer Datenbanken etablieren.

Gleichwohl halte Oracle an seinem Kurs fest, erfolgversprechende Open-Source-Firmen zu kaufen. Erst kürzlich hatte das Unternehmen die Übernahme des Datenbankanbieters Sleepycat bestätigt. (wh)

Die Oracle-Suchsoftware wird nach Angaben des zuständigen Produkt-Managers Sandeep Banerjee in der Lage sein, die Datenbanken, Anwendungen, File-Server, Repositories, Web-Portale sowie interne und externe Websites eines Unternehmens zu durchsuchen. Sie ist mit verschiedenen Verfahren zur Authentifizierung der Nutzer verknüpft, so dass diese jeweils nur die Daten finden, die sie auch einsehen dürfen.

Das ist aus Sicht von Ellison auch der große Unterschied zu Google und Co. "Es hat schon seinen Grund, dass öffentliche Suche verfügbar und populär ist, aber bislang noch niemand eine vernünftige Suche in privaten Daten hinbekommen hat", sagte der Oracle-Chef. "Und das, obwohl die privaten Daten die wertvollsten sind, die Sie besitzen."

Datenbanken und Word-Dateien werden indexiert

Wie Oracle das Thema angehen will, erklärte er auch gleich noch. "Das ist eine separate Datenbank, die all Ihre Daten indexiert", so Ellison weiter. "Es gibt Crawler, so gesehen ist das sehr ähnlich wie bei Google, aber man durchforstet nicht das öffentliche Internet. Sie crawlen und indexieren all ihre internen Datenbanken, Word-Dateien und so weiter und bauen daraus eine separate Oracle-Datenbank, die all diese Indexe enthält."

Das in Ellisons Keynote-Rede gezeigte Benutzer-Interface sah dem von Google nicht unähnlich - Suchtypen über einem zentralen Eingabefeld und rechts daneben ein Verweis auf ein erweitertes Eingabeformular.

Das Suchwerkzeug kommt als Stand-alone-Produkt

Erfahrungen mit Volltextsuche in Datenbanken, Data Warehouses und Business-Intelligence-Software hat Oracle laut Banerjee seit 15 Jahren. Die neue Enterprise Search wird aber das erste einschlägige Stand-alone-Produkt. Kunden, die so etwas in der Vergangenheit wollten, mussten es bislang selbst entwickeln. Die Suchmaschine soll bis spätestens Mai allgemein verfügbar sein. Die nutzerabhängigen Preise sind noch nicht bekannt; pro Server-CPU wird das Produkt 30000 Dollar kosten.

Suche wird zunehmend zum zentralen Thema der IT-Branche, und zwar nicht im Internet. Neben etablierten Spezialisten wie Autonomy oder Fast Search & Transfer drängen auch Branchengrößen wie IBM ("Omnifind"), Microsoft ("Index Server") oder SAP ("Trex") in diesen Markt.

Die Walldorfer hatten kürzlich auch neue Suchtechnik für ihre Infrastrukturplattform "Netweaver" avisiert. Gleichzeitig versucht auch Google zunehmend, Unternehmen für den internen Einsatz seiner Technik zu begeistern. (tc)