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Kehrtwende in der Preispolitik ist Thema auf der Openworld in Berlin


22.06.2001 - 

Oracle beugt sich dem Druck der Anwender

BERLIN (mo) - Der Softwarehersteller Oracle verabschiedet sich mit der neuen Datenbankversion "9i" von seinem undurchsichtigen Preismodell. Ob und wie bestehende Kunden davon profitieren, ist allerdings noch unklar.

Die massiven Proteste der Anwender haben gefruchtet. Mit der Vorstellung der neuen Version seiner Datenbank, Oracle 9i, gleicht der Softwarehersteller sein Preismodell dem der Konkurrenz an und macht sein Flaggschiff damit für viele Anwendungsfälle preisgünstiger. War bisher neben der Zahl der Prozessoren auch die Geschwindigkeit des Servers ein Kriterium für den Datenbankpreis, zahlen Anwender jetzt nur noch für die Zahl der Prozessoren - wie bei IBM und Microsoft. Auch bestehende Kunden, die die aktuelle Version 8i einsetzen, sollen auf das neue Preismodell wechseln können. Wie das im Einzelnen aussieht, ist noch nicht bekannt - und damit bleibt auch die Frage unbeantwortet, für welche Kunden sich das neue Preisschema rechnet.

Oracle scheint mit dem veränderten Preismodell vor allem Neukunden locken zu wollen. Berechnungen von Analysten haben gezeigt, dass Oracles Datenbank im Vergleich zu Mitbewerberprodukten nicht selten mehr als dreimal so teuer ist. Jetzt verlangt der Hersteller für die Enterprise Edition 40000 Dollar pro Prozessor - immerhin noch doppelt so viel wie IBM.

Oracle-Chef Larry Ellison rechtfertigt den immer noch hohen Preis mit zusätzlichen Funktionen: "Wir sind zwar doppelt so teuer, aber wenn man alle Einzelteile von IBM kauft, sind sie teurer. Das ist bei Big Blue wie bei einem Auto aus den 50-er Jahren: Klimaanlage? Kostet extra. Oracle entspricht eher einem japanischen Auto", erklärte Ellison. Oracles Senior Vice President Marc Jarvis will nach diesem Muster ausgerechnet haben, dass Oracle 65 Prozent preiswerter als IBM sei.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Einige neue Funktionen der 9i-Version sind nämlich mit den 40000 Dollar nicht abgedeckt, errechnet der Branchendienst "Computerwire". So müsse der Anwender für den "Real Application Cluster" (RAC), Oracles neues System für den Einsatz der Datenbank auf Rechner-Clustern, zusätzliche 20000 Dollar pro CPU auf den Tisch legen.

RAC gehört zu den interessantesten Neuerungen rund um Oracle 9i, das Herstellerangaben zufolge rund 400 neue Funktionen erhalten hat. Anders als bisherige Cluster-Lösungen, auch von konkurrierenden Anbietern, soll das System fast linear skalieren. Unternehmen können damit die Datenbankleistung einfach dadurch erweitern, dass sie einen Rechner zu einem bestehenden Server-Verbund dazuschalten. Fast die gesamte Leistung soll dann auch von 9i genutzt werden können, statt wie bisher von internem Verwaltungsaufwand aufgefressen zu werden. Erste Anwender zeigten sich auf Oracles Hausmesse Openworld in Berlin von den Fähigkeiten beeindruckt. In Europa gehören hierzu unter anderem E-Spatial Solutions, Navision und Wolfe Groupe, die die Datenbank auf Compaq-Servern getestet haben. Die Meta Group erwartet trotzdem einige Probleme beim Einsatz von RAC, die auf die kurze Testphase und das Fehlen von Cluster-File-Systemen zurückgehen. Daher empfiehlt sie, mit dem Einsatz noch rund ein Jahr zu warten.

Weitere Neuerungen der Datenbank betreffen zusätzliche Möglichkeiten zur Datenanalyse (Olap) und zur Datenbankverwaltung. Bei der Olap-Performance hat Oracle nach Ansicht der Meta Group mit IBMs "DB2" und Microsofts "SQL Server" gleichgezogen. Um die Administration zu erleichtern, hat der Hersteller seiner Datenbank Selbst-Management-Funktionen hinzugefügt. Damit können einzelne Probleme ohne manuellen Eingriff durch den Datenbankadministrator behoben werden.

Um 9i und darauf basierende Anwendungen auch im Hosting anbieten zu können, ist Oracle eine Kooperation mit BT Ignite Content Hosting eingegangen. Der Hosting-Arm von BTs Breitband- und Lösungsgruppe Ignite will ab Juli Rund-um-die-Uhr-Administrationsservices für die Datenbank und den Applikations-Server "9i AS" anbieten. Das Angebot richtet sich vor allem an Firmenkunden mit komplexen Web-Anwendungen sowie an unabhängige Softwareanbieter.

Rolf Schwirz ist neuer deutscher Oracle-ChefMÜNCHEN (CW) - Datenbankhersteller Oracle hat einen neuen Statthalter in Deutschland eingesetzt. Wolfgang Jaeger (61), bisheriger Vorsitzender der Geschäftsleitung Deutschland GmbH, ist heimlich, still und leise zum 1. Juni 2001 von Rolf Schwirz abgelöst worden.

Schwirz war zuvor Vice President Sales & E-Business Solutions. Jaeger will dem Unternehmen aber als Leiter des neuen Bereichs Global Account Management mindestens bis Mitte nächsten Jahres erhalten bleiben. Nähere Details möchte Oracle am 4. Juli verkünden.