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21.05.2004 - 

Übernahme-Offerte um 18,1 Prozent reduziert

Oracle bietet weniger für Peoplesoft

21.05.2004
MÜNCHEN (CW) - Wegen des gesunkenen Aktienwerts von Peoplesoft hat Oracle sein Kaufangebot reduziert. Statt bislang 9,4 Milliarden Dollar will der Datenbankspezialist nunmehr nur noch 7,7 Milliarden Dollar für die Übernahme von Peoplesoft zahlen.

Außerdem verlängerte das von Larry Ellison geführte Unternehmen sein Angebot vom 25. Juni 2004 um drei Wochen bis zum 16. Juli. Die Angebotsreduzierung um 18,1 Prozent bedeutet immer noch einen Aufschlag von 21 Prozent auf den Schlusskurs der Peoplesoft-Aktie, der am vergangenen Freitagabend bei 17,30 Dollar lag. Damit ist der Kurs seit Januar 2004 um 28 Prozent gefallen, als er bei 24,04 Dollar notierte. Allerdings sank auch der Kurs des Oracle-Papiers. Während die Aktie noch im Januar 2004 bei 15,51 Dollar lag, fiel ihr Wert bis vor einer Woche auf 11,60 Dollar. Ein Peoplesoft-Sprecher kommentierte das neue Oracle-Angebot mit den Worten, man werde es prüfen. Allerdings glaube er nicht, dass Oracle mit irgendeinem Angebot Erfolg haben werde. Schließlich seien die Kartellrechtsbehörden sowohl der USA als auch von Europa gegen die Fusion. Trotzdem werde sich der Aufsichtsrat noch diesen Monat zusammenfinden, um das neue Angebot zu diskutieren.

Prozessbeginn Anfang Juni

Von Bedeutung dürfte sein, dass Oracle gerade jetzt sein Angebot zurückschraubt. Am 7. Juni 2004 beginnt vor einem Distriktsgericht in San Franzisko der Prozess, den das US-amerikanische Justizministerium gegen die Ellison-Company angestrengt hat, um die Fusion zu verhindern. Das Ministerium argumentiert, weltweit gebe es nur drei Anbieter, die große und mittelständische Konzerne mit Finanz- und HR-Software (HR = Human Resource, also Personalverwaltungssoftware) beliefern könnten. Sollte Ellisons Firma Peoplesoft schlucken, würde sich das Angebot auf zwei Hersteller, nämlich Oracle und SAP, reduzieren. Damit sei kein echter Wettbewerb mehr am Markt gewährleistet. Für Anwender wäre das ungünstig, würden doch unter anderem deshalb mittelfristig die Preise für Oracle- und SAP-Produkte steigen.

Peoplesoft-Aktionäre haben bislang eher reserviert auf die Oracle-Offerte reagiert. Seit dem ersten Angebot vom vergangenen Juni gibt es nur wenige Anteilseigner, die Interesse an einer Fusion angemeldet haben. Sie stehen lediglich für 2,1 Prozent der gesamten im Streubesitz kursierenden Peoplesoft-Anteile. Das entspricht nur rund 7,9 Millionen aller frei verfügbaren Peoplesoft-Aktien. Und die Tendenz ist fallend: Im vergangenen Dezember hätten immerhin schon 3,3 Prozent für eine Fusion mit Oracle gestimmt. (jm)