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20.10.2005

Oracle bringt Peoplesoft-Upgrade

Das erste Major Release nach der Übernahme des ERP-Konkurrenten erweitert die SCM-, SRM- und Finanz-Management-Lösungen.

Bei der Version 8.9 von "Peoplesoft Enterprise" handelt es sich um die Produkte des ERP-Anbieters Peoplesoft, den der Datenbankspezialist Ende 2004 übernommen hat. Gemäß dem Versprechen, die Lösungen weiterzuentwickeln, liefert der Softwarekonzern neue Funktionen für die Pakete "Supplier Relationship Management" (SRM), "Supply Chain Management" (SCM) und "Financial Management". Die Version 8.9 des Produkts für Customer-Relationship-Management hatte der Anbieter schon im Sommer 2004 auf den Markt gebracht.

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www.computerwoche.de/go/

*74206: Oracle greift SAP an;

*81450: Oracle dehnt ERP-Wartung aus;

*81468: Oracles ERP-Produkte sollen IBMs Websphere unterstützen;

*82031: Mysap CRM 2005.

Integriertes Vertrags-Management

Zu den Neuerungen im SRM-Produkt zählen zusätzliche Sourcing-Funktionen, die Anwendern dabei helfen, den günstigsten Lieferanten ausfindig zu machen. Zudem gibt es ein Vertrags-Management ("Supplier Contract Management") für Lieferantenkontrakte. Es setzt auf einem zentralen Vertrags-Repository auf. Vertragsdokumente lassen sich mit Transaktionen verknüpfen, um auf diese Weise Lieferantenpreise zu prüfen.

Laut Hersteller sorgt das Contract Management dafür, dass Anwender sich bei Bestellungen im Rahmen der mit Lieferanten ausgehandelten Verträge bewegen. Um das unternehmensweit sicherzustellen, lassen sich mit der Software zentrale Regeln definieren. Darüber hinaus sind Workflows und Autorenwerkzeuge verfügbar, mit denen sich kommerzielle und rechtliche Vertragsbestandteile einfach erstellen lassen sollen. Anwender können hierzu auch Microsoft Word als Editor nutzen.

Im SCM-Modul hat Oracle die "Fulfilment Inventory Engine" erneuert. Diese arbeitet nun deutlich zügiger. Verbessert wurde außerdem die Komponente für die Großhandelsdistribution ("Wholesale Distribution"), so dass Anwender nun einfacher als bisher Lieferantenrabatte und Kommissionen verwalten können. Ferner lassen sich alternative Lieferanten leichter finden. Die neue Funktion "Strategic Sourcing" erlaubt es Anwendern, Regeln für die Lieferantensuche aufzustellen sowie Ausschreibungen einzuschränken und die Gesamtkosten klarer zu ermitteln. "Services Procurement" soll den Einkauf von Dienstleistungen transparenter machen. "eProcurement" beschleunigt den Bestellvorgang im Sinne des Self-Service, bei dem Mitarbeiter im Unternehmen via Web Waren selbständig ordern. Manager können die Kaufaufträge im Bündel genehmigen ("Mass Approval"), und zwar auch via E-Mail.

Überarbeitete Anlagenbuchhaltung

Das Financial Management berücksichtigt regulatorische Anforderungen wie Sarbanes-Oxley und die "International Financial Reporting Standards" (IFRS). Ein "Financial Gateway" zentralisiert Bezahlprozesse. Ferner bietet Oracle ein neues Modul namens "Asset Lifecycle Management" für die Anlagenbuchhaltung an. Es integriert Daten sowohl aus der Finanzbuchhaltung als auch aus dem Lieferketten-Management und stellt sie unter einer Ansicht dar. Auf diese Weise sollen die Planung von Neuanschaffungen, der Ersatz und die Wartung von Anlagegütern verbessert werden. Das Modul beinhaltet Funktionen der bereits bestehenden Programme "Maintenance Management", "IT Asset Management" und "Real Estate Management". Zum Teil sind Anlagenbuchhaltungsfunktionen von J.D. Edwards eingeflossen. Peoplesoft hatte diesen Anbieter vor der Übernahme durch Oracle gekauft. Die damit erworbenen Produkte vermarktet das Softwarehaus unter dem Label "J.D. Edwards Enterprise One".

Wartung verlängert

Laut Hersteller sind die Module bereits verfügbar. Es handelt sich um das erste Major Release der Peoplesoft-Produkte seit der Übernahme. Hatte Oracle bisher den Support der gekauften Lösungen auf 2013 begrenzen wollen, kündigte das Unternehmen auf der letzten Konferenz "Open World" an, auf Wunsch für die Systeme unbegrenzte Wartung anzubieten.

Der Anbieter steht vor allem im Wettbewerb mit SAP und will die Walldorfer stärker als bislang auch in Deutschland angreifen. Hierbei hat es Oracle unter anderem auf R/3-Kunden abgesehen, die den vom deutschen Softwarekonzern vorgezeichneten Migrationspfad in Richtung Mysap nicht beschreiten wollen. (fn)