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12.07.2002 - 

Rigoroses Kosten-Management

Oracle Deutschland schneidet gut ab

MÜNCHEN (CW) - Ein angesichts der weltweiten Krise in der IT-Branche vergleichsweise positives Fazit zog die Oracle Deutschland GmbH. Die hiesige Tochter des Datenbankspezialisten konnte im Geschäftsjahr 2002 ihren Gewinn im Gegensatz zur Konzernmutter sogar leicht steigern.

Grund zur Euphorie gibt es jedoch für Geschäftsführer Rolf Schwirz nicht. Das vergangene Jahr sei hart gewesen, und das Geschäft werde mindestens bis Ende dieses Jahres schwierig bleiben. "Keiner weiß im Moment, wie es weitergeht", erklärte der Oracle-Deutschland-Chef vor Journalisten in München. Angesichts von Krisenstimmung und Massenentlassungen allerorten sei es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 nicht einfach gewesen, "Ruhe unter den Mitarbeitern zu halten".

Mit einem Umsatzrückgang um zwölf Prozent von 494 (Geschäftsjahr 2001) auf 435 Millionen Euro bewegte man sich exakt auf der Linie der US-Mutter, die ebenfalls ein zwölfprozentiges Minus bei den Einnahmen (10,96 versus 9,67 Milliarden Dollar) hatte hinnehmen müssen. Trotzdem gelang es, das Ergebnis gegen den Trend im gesamten Unternehmen zu steigern, betonte Schwirz. Genaue Zahlen blieb er schuldig, fügte aber hinzu: "Die deutsche Tochter ist sehr profitabel." Der Manager führte das vor allem auf das vor gut zwei Jahren konzernweit eingeleitete straffe Kosten-Management zurück, das unter anderem zu einem zentralen Beschaffungswesen und einer damit verbundenen stärkeren "Einkaufsmacht" geführt habe. Auch aus diesem Grund sei es möglich gewesen, weltweit die operative Marge auf ein Rekordniveau von fast 37 Prozent zu steigern.

Abkoppeln von der allgemeinen Marktentwicklung konnte man sich jedoch auch in Deutschland nicht. Schwirz zufolge mussten hierzulande ähnliche Einbrüche im Lizenzgeschäft mit Datenbanken und Applikationen weggesteckt werden, wie sie Oracle in der Konzernbilanz mit minus 23 beziehungsweise 31 Prozent ausgewiesen hatte. Zufrieden zeigte sich Schwirz hingegen mit dem Abschneiden der "Application Server Suite", wo man den Umsatz im Vorjahresvergleich verdoppeln und Marktanteile gegenüber IBM und Bea Systems gewinnen konnte.

Grundsätzlich sei derzeit ein völlig anderes Investitionsverhalten der Kunden zu beobachten, betonte Schwirz. Nennenswerte Abschlüsse seien nur in Fällen möglich, wo sich Altsysteme zugunsten einer nachweisbar effizienteren und kostensparenden Lösung ersetzen ließen. Bei den Anwendern stehe "Konsolidierung eindeutig im Mittelpunkt". Ob dieses Thema auch in der eigenen Organisation noch eine Rolle spielen werde, ließ Schwirz offen. Man habe in Deutschland - wie im Vorjahr - rund 1700 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste. Ziel war und ist es jedoch, "ruhig durch die Krise zu gehen", trat er den in den vergangenen Wochen aufgekommenen Spekulationen entgegen, wonach auch bei Oracle weltweit Entlassungen größeren Stils geplant seien. Allerdings konzentriere man sich, anders als in früheren Jahren, wieder stärker auf das "Performance-Management" innerhalb der Belegschaft. (gh)