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13.12.2002 - 

Abgespeckte E-Business-Suite für den Mittelstand

Oracle fordert deutsche ERP-Branche heraus

MÜNCHEN (fn) - Der Softwarekonzern Oracle will mit der für den Mittelstand konzipierten "Special Edition" seiner "E-Business-Suite 11i" Kunden in Europa gewinnen. Die Offerte richtet sich gegen SAP, Microsoft sowie die hiesigen ERP-Player.

Oracle hat es vor allem auf Anwender abgesehen, die ältere ERP-Systeme einsetzen, die schwer zu administrieren sind und bei denen ein Upgrade mit hohen Kosten verbunden ist. "Wir bieten mittelständischen Firmen eine standardisierte Business-Lösung, die auf der gleichen Technik basiert wie die für große Unternehmen konzipierte E-Business-Suite", so Alfonso Di Ianni, Senior Vice President, Marketing and Alliances & Channels. Durch die gleiche Code-Basis sei ein Upgrade auf die Highend-Lösung einfach zu bewerkstelligen. Als Mittelstand gelten für Oracle Organisationen mit 100 bis 500 Angestellten und einem Jahresumsatz von 20 Millionen bis 250 Millionen Euro. Etwa 200000 Firmen dieser Größe gibt es nach den Erkenntnissen des Softwarehauses in Europa.

Die Mittelstandssoftware ist vorkonfiguriert und wird als komplettes Paket, bestehend aus Hardware, Software, Implementierungs- und Einrichtungsdiensten, Support für ein Jahr sowie Anwendertraining angeboten. Laut Di Ianni wird sich der Preis für 15 Anwender bei etwa 100000 Euro einpendeln. Die jährlichen Wartungsgebühren sind für das erste Jahr abgegolten. Die Maintenance-Kosten für die Folgejahre bestimmen die Oracle-Partner. Sie sollen einen bestimmten Prozentsatz des Lizenzpreises ausmachen, Details wollte das Softwarehaus indes nicht nennen.

Kunden, die zur E-Business-Suite Special Edition weitere Module möchten, können etwa die Supply-Chain-Management-Lösung von Oracle erwerben. Diese Zusätze möchte der Hersteller zu einem "mittelstandsgerechten Preis" anbieten.

Erhältlich ist die ERP-Lösung in 13 europäischen Ländern, neben Deutschland in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Belgien, Italien, Frankreich, Dänemark, den Niederlanden, der Tschechischen Republik, Polen, Schweden und Norwegen.

Nach Angaben von Oracle erhalten Firmen mit dem Produkt ein Internet-basierendes Anwendungspaket, das sich rasch implementieren lässt: "Die Lösung sollte in 20 Tagen eingerichtet sein", verspricht Di Ianni. Der Hersteller empfiehlt den Betrieb der Software auf Linux-Rechnern. Die E-Business-Suite setzt auf Oracles Applikations-Server und der hauseigenen Datenbank auf.

Mit der E-Business-Suite Special Edition tritt Oracle in den Wettbewerb mit hiesigen ERP-Anbietern wie Soft M, Infor, AP AG, Command AG und Proalpha. Zu den Konkurrenten zählt darüber hinaus SAP, die mit "Business One" sowie mit "All-in-One" in den Mittelstandsmarkt vordringen will. Vor allem aber wendet sich Oracle gegen den Erzrivalen Microsoft. Die Redmonder erwarben mit der Navision-Übernahme nicht nur ein Produkt, sondern auch einen breiten Kundenstamm nebst Partnernetz. Hier hat Oracle noch einiges vor sich: Zwar gibt es in Deutschland etwa 1000 Oracle-Partner, doch nur sehr wenige davon sind heute in der Lage, auch ERP-Lösungen zu vertreiben sowie in Kundenprojekte zu implementieren. Bis zur CeBIT 2003 möchte der Anbieter hierzulande seine E-Business-Suite für Mittelständler über fünf bis sechs zertifizierte Partner anbieten können.

Diese Partner sollen nicht nur den Vertrieb und die Implementierung übernehmen, sondern auch branchenspezifische Anpassungen und Erweiterungen entwickeln. Zu den Zielmärkten zählt Di Ianni die diskrete und prozessorientierte Fertigung, Handel/Großhandel, die Bauwirtschaft sowie die Pharmaindustrie. Ein erster Kunde ist die schweizerische Pharmafirma Isotis SA (vormals Modex Therapeutics).

Funktionsumfang

Oracles "E-Business-Suite Special Edition" verfügt über elf Module der E-Business-Suite 11i:

- General Ledger (Buchhaltung),

- Accounts Receivable (Debitorenbuchhaltung),

- Accounts Payable (Kreditorenbuchhaltung),

- Fixed Assets (Anlagenbuchhaltung),

- Purchasing (Beschaffung),

- Inventory (Lagerwirtschaft),

- Financials Intelligence (Finanzanalysen/ Controlling),

- Cash Management,

- Order Management (Vertriebsbereich),

- Bill of Materials (Stücklistenwesen) und

- Purchasing Intelligence (Beschaffungsanalysen).

Eine Implementierung für 15 Anwender kostet laut Oracle 100000 Euro, worin Software, Hardware, Implementierung, Schulung sowie die Wartungs- und Supportgebühren für ein Jahr enthalten sind.