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18.06.2004 - 

Microsoft wehrt sich gegen Veröffentlichung interner Dokumente

Oracle gegen US-Justiz: 1 - 0

SAN FRANCISCO (CW) - Oracle kann zu Beginn des Verfahrens gegen das US-amerikanische Justizministerium punkten. Während die Kartellwächter davor warnen, eine Übernahme von Peoplesoft durch Oracle würde den Wettbewerb einschränken, musste ein Peoplesoft-Manager einräumen, dass die Konkurrenz doch größer sei als ursprünglich angegeben.

Die ersten Prozesstage im Verfahren des US-amerikanischen Justizministeriums gegen Oracle gingen an den Datenbankspezialisten. Die Kartellbehörden versuchen, Oracles Bemühungen, den Konkurrenten Peoplesoft im Rahmen einer feindlichen Übernahme zu schlucken, per Gerichtsbeschluss abzublocken. Hauptargument der Justiz ist dabei der Vorwurf, eine geglückte Akquisition gehe zu Lasten des Wettbewerbs im Markt für konzernweite Geschäftsanwendungen. Kunden müssten in der Folge steigende Preise befürchten.

Doch bereits am ersten Tag des Verfahrens bekam die Strategie des Ministeriums einen empfindlichen Dämpfer. Der von den Vertretern der Behörde als Zeuge vorgeladene Richard Bergquist, Chief Technology Officer (CTO) von Peoplesoft, musste in einem vom Oracle-Anwalt Daniel Wall hart geführten Kreuzverhör einräumen, dass sich der Wettbewerb nicht allein auf die Unternehmen SAP, Oracle und Peoplesoft beschränkt. Vielmehr konkurriere Peoplesoft in den USA auch mit Softwareanbietern wie Lawson Software Inc. oder American Management Systems (AMS).

Oracle-Anwalt Wall hatte den Peoplesoft-Manager mit firmeninternen Dokumenten konfrontiert, in denen der Wettbewerb mit den genannten Firmen thematisiert wurde. Unter anderem wird darin AMS als ernst zu nehmender Konkurrent bei Ausschreibungen im öffentlichen Sektor genannt. Im Wettbewerb mit Lawson habe Peoplesoft angeordnet, kostenlose Services anzubieten, um Aufträge an Land zu ziehen. Außerdem belegten die Dokumente, dass Peoplesoft im Juli vergangenen Jahres 28 Aufträge an Lawson verloren hatte. Im gleichen Zeitraum unterlag der Hersteller bei 33 Deals SAP und bei 38 Abschlüssen Oracle. Ein Peoplesoft-Anwalt hatte bis zuletzt versucht, die Verwendung der internen Papiere mit dem Verweis auf die Vertraulichkeit der darin enthaltenen Informationen zu verhindern. Richter Vaughn Walker lehnte dieses Ansinnen jedoch ab.

Auch Microsoft kämpft im Rahmen des Prozesses um die Geheimhaltung vertraulicher Informationen. Das Gericht hatte im Vorfeld des Verfahrens Unterlagen von verschiedenen Softwareanbietern, darunter Microsoft, angefordert, um sich ein Bild über den Markt für Geschäftsapplikationen zu machen. Microsoft-Anwalt Charles Rule forderte Richter Walker nun auf, den Inhalt dieser Dokumente im Verfahren vertraulich zu behandeln. Sie enthielten Informationen über neue Produkte sowie deren Roadmaps. Walker kündigte an, die Unterlagen zunächst hinter verschlossenen Türen zu sichten. (ba)