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21.12.2001 - 

Datenbanker hat Kosten im Griff

Oracle hofft auf das Frühjahr 2002

MÜNCHEN (CW) - Zum dritten Mal nacheinander ist Oracle mit seinen Quartalseinnahmen hinter dem Vorjahresresultat zurückgeblieben. Eine rigide Kostenkontrolle verhalf dem Unternehmen trotz schwacher Lizenzverkäufe zu kräftigen Gewinnen.

Das schwierigste Quartal der letzten Dekade hat Oracle nach Angaben von Unternehmensgründer Lawrence Ellison am 30. November 2001 hinter sich gebracht. Das Nettoergebnis belief sich in diesem zweiten Rechnungszeitraum auf 549,46 Millionen Dollar oder zehn Cent je Aktie. Im Vorjahresviertel waren dem zweitgrößten Softwarehaus unter dem Strich noch 622,81 Millionen Dollar oder elf Cent je Anteil geblieben.

Der Umsatz betrug 2,36 Milliarden Dollar, gegenüber dem zweiten Quartal 2000 ein Minus von gut elf Prozent. Auch die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt von Einnahmen in Höhe von 2,45 Milliarden Dollar ausgegangen waren, wurden nicht erfüllt.

Allerdings respektiert die Wallstreet, dass es Oracle gelang, während der andauernden Konjunkturkrise die Kosten im Griff zu behalten. Das Unternehmen sparte, indem es Verträge mit Externen zusammenstrich, Reisebudgets reduzierte und das Bonussystem den widrigen Marktumständen anpasste. Entlassungen fielen vergleichsweise wenig an: Oracle reduzierte die Personaldecke seit Februar 2001 um zwei Prozent auf rund 42 440 Beschäftigte.

Finanzchef Jeff Henley macht vor allem die Terroranschläge vom 11. September für das schwache Abschneiden verantwortlich. Die meisten Unternehmen hätten den darauf folgenden wirtschaftlichen Einbruch bereits in ihren Quartalsabschluss Ende September 2001 einarbeiten können. Oracle hingegen schloss sein zweites Finanzquartal erst vergangenen Monat ab, so dass die Auswirkungen voll in die jüngste Bilanz einflossen.

Inzwischen registriert der Softwareriese jedoch wieder eine "graduelle" Erholung des Geschäfts. In den ersten drei Monaten des kommenden Jahres sollen rund zehn Cent je Anteil eingenommen werden - so viel wie im Vorjahr. Besser noch sieht die langfristige Perspektive aus: Oracle rechnet in seinem vierten Finanzquartal, das am 31. Mai zu Ende geht, mit einem Gewinn von 17 bis 18 Cent je Aktie - deutlich mehr als die im vergangenen Jahr erzielten 15 Cent je Anteil.

Dazu müsste sich jedoch vor allem das Lizenzgeschäft kräftig erholen. Die Einnahmen aus Softwareverkäufen fielen im abgelaufenen Quartal um 27 Prozent von 1,12 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 819 Millionen Dollar. Im gegenwärtigen dritten Quartal wird sich die Situation laut Henley sogar noch weiter verschlechtern.

Betroffen ist nicht zuletzt das Datenbankgeschäft, das bei Oracle noch immer den Löwenanteil ausmacht. Mit neuen Lizenzen setzte das Unternehmen lediglich 640,3 Millionen Dollar um - im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 21 Prozent. Dank lukrativer Serviceabkommen und der Erneuerung bereits bestehender Datenbank-Lizenzverträge verlor Oracle in diesem Segment insgesamt nur zehn Prozent. Der Umsatz betrug 1,7 Milliarden Dollar gegenüber 1,88 Milliarden im Vorjahr. (hv)

Abb: Umsatzentwicklung

Zum dritten Mal in Folge schnitt Oracle beim Umsatz schlechter ab als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Quelle: CW