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09.03.2001 - 

Ausfallsichere und hochverfügbare Datenbanken

Oracle holt sich Cluster-Know-how von Compaq

MÜNCHEN (CW) - Oracle und Compaq haben eine Vereinbarung getroffen, wonach die kommende Datenbank "9i" mit Compaqs Cluster-Technologie "Trucluster" kombiniert wird. Oracle erhofft sich damit einen Vorsprung beim Aufbau ausfallsicherer Datenbanksysteme, Compaq will seine Unix-Cluster besser vermarkten.

Die beiden Unternehmen wollen über die nächsten drei Jahre im Bereich Entwicklung und Marketing zusammenarbeiten, berichtete der Branchendienst "Computerwire". Trucluster soll nach Meinung vieler Experten die beste Cluster-Umgebung für Unix sein. Compaq hat die Technik 1998 mit der Übernahme von Digital erworben. Seine Stärke liegt in der dynamischen Lastverteilung auf verschiedene Maschinen, während viele andere Cluster-Konzepte ihren Schwerpunkt auf dam Backup von Server-Images haben.

Bisher hat Oracle eigene Cluster-Lösungen entwickelt, die die Leistung und Ausfallsicherheit von Datenbanken erhöhen. Die OPS-(Oracle-Parallel-Server-)Architektur wurde für Hochverfügbarkeits-Clustering mit IBMs "Hacmp für AIX", Hewlett-Packards "MC Serviceguard für HP-UX", Suns "Sun Cluster" und Microsofts "Wolfpack"-Cluster für Windows NT/2000 eingesetzt. Vor kurzem erst hat der Datenbankhersteller "9i Real Application Cluster" vorgestellt. Sie basiert auf der Cache-Fusion-Technik, die die Synchronisation der Caches von den Festplatten auf die Cluster-Knoten verlagert. Der Deal mit Compaq soll dieses Produkt vor seiner Markteinführung noch einmal stark aufwerten.

In traditionellen Datenbank-Clustern haben mehrere Server-Systeme auf ein gemeinsames Festplatten-Array Zugriff. Greifen mehrere Anwender lesend oder schreibend auf einen Datensatz zu, ergibt sich bisher ein relativ zeitaufwändiger Synchronisationsprozess, der vor allem durch festplattenbedingte I/O-Vorgänge gebremst wurde. Cache Fusion geht einen anderen Weg: Statt über die Festplatten synchronisieren sich die Knoten untereinander. Das Verfahren ist allerdings nicht trivial und erfordert einen komplexen Kommunikationsmechanismus, der sicherstellt, dass beispielsweise geänderte Datensätze, die noch nicht gespeichert wurden, auf Knotenebene weitergereicht werden.

Traditionelle Cluster-Implementierungen von Datenbanken wie Oracles "8i", IBMs "DB2" und Microsofts "SQL Server" arbeiten mit einem alternativen Cluster-Prinzip namens "Federated Databases". Dabei verfügt jeder Server in einem Cluster über eigenständige Kopien einer Datenbank und eines Betriebssystems. Anwendungen wickeln ihre Transaktionen abwechselnd gegen die verschiedenen Knoten des Clusters ab. Dagegen erscheint mit Cache Fusion eine 9i-Datenbank gegenüber den Anwendungen wie eine große einzelne Datenbank.

Dass Oracle nun auch noch Trucluster von Compaq in Lizenz nimmt, liegt daran, dass die bisherige Clustertechnologie nicht in die Datenbank selbst integriert ist - so wie es beispielsweise bei IBMs DB2-Implementierung für S/390/Z-Serie und seinem Parallel-Sysplex-Clustering der Fall ist oder auch bei den AS/400/I-Serie-Servern mit der DB2/400-Version. Oracle dagegen musste bisher für jede Plattform eine eigenständige Scalability-Cluster-Implementierung entwickeln.

Mit der Standardisierung von 9i auf der Basis von Trucluster kann das Unternehmen das Clustering enger an die Datenbank binden. Ein großer Vorteil dabei ist, dass jede Plattform, die 9i Real Application Cluster unterstützt, mit dem gleichen Scalability-Clustering-Verfahren arbeitet. Vom Compaq-Oracle-Deal profitieren so langfristig auch andere Betriebssysteme im Unix-Bereich sowie Windows. Dennoch wähnt sich Compaq beim Aufbau großer Unix-Cluster im Vorteil gegenüber der Konkurrenz und sieht sich als wichtigster Entwicklungspartner von Oracle.

Anfänglich wird sich Compaqs Angebot für Real Application Cluster auf ES40-Alpha-Server beschränken, doch in Zukunft möchte der Hersteller die gesamte Alpha-Palette ins Angebot aufnehmen und sowohl Lowend-Cluster auf Basis von "DS10" als auch Highend-Cluster auf "Wildfire-GS"-Maschinen anbieten.

Oracle hat angekündigt, 9i Real Aplication Cluster Mitte des Jahres herauszubringen. Die Urheberrechte von Compaq garantieren dem Server-Hersteller bis Ende des Jahres Exklusivität. Die Cluster-Software soll dann im zweiten oder dritten Quartal 2002 auch für Solaris, HP-UX, AIX, Linux und Windows 2000 verfügbar sein. Somit hat Compaq einen Vorsprung von sechs bis neun Monaten gegenüber der Konkurrenz. Da Compaq und Oracle bereits Bestellungen für ihre Lösung aufnehmen, ist der vom Marketing auszunutzende Zeitvorteil sogar noch größer.

Oracle Appsworld 2001

NEW ORLEANS (IDG) - Auf der diesjährigen Oracle-Konferenz "Appsworld 2001" in New Orleans dominierte das Marketing über die anwenderorientierten Themen. So hat das Unternehmen beispielsweise seine Pläne bekannt gegeben, 160 Business-Services über seine ApplicationHosting-Site Oracle.com anzubieten. Außerdem wurde die eigene B-to-B-Site kräftig beworben. Gegenüber weniger erfolgreichen Portalen könne Oracles Angebot echte Kosteneinsparungen bringen, indem es Unternehmen als Collaboration-Plattform für Projekte dienen sowie die Supply Chains verschiedener Firmen mit Marketing und Vertrieb koppeln könne.

Netscape-Gründer Marc Andreessen hat in einer Keynote-Ansprache auf der Appsworld die Softwareindustrie scharf kritisiert. Nach Meinung des heutigen CEO von Loudcloud, einem Infrastruktur-Serviceunternehmen, verhielten sich die Softwarehersteller geradezu feindselig gegenüber ihren Kunden. Statt Service anzubieten und eine Beziehung zum Kunden aufzubauen, würden die Firmen im "Drive-by"-Stil ihre Produkte lediglich verkaufen und möglichst schnell das nächste Erzeugnis auf den Markt werfen.

Auch die Kunden haben laut Andreessen zu der schlechten Situation beigetragen, indem sie wie die Geier die Quartalsenden abwarten, bevor sie Software bestellen, um die Preise nach unten zu treiben. Im Gegenzug drängen die Hersteller den Kunden Upgrade über Upgrade auf, um die Umsätze anzukurbeln.

Andreessen, der selber nie wieder in einem Softwareunternehmen arbeiten möchte, glaubt, dass der wachsende Bedarf an Kundenservice in Zukunft das System der Softwaredistribution grundlegend verändern wird.