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23.12.2004

Oracle kämpft um Vertrauen der Peoplesoft-Kunden

Der Datenbankspezialist verspricht langfristigen Support und wirbt zugleich für den Umstieg auf die eigenen Produkte.

Noch bevor die 10,3 Milliarden Dollar teure Akquisition von Peoplesoft offiziell unter Dach und Fach ist, beginnen die Oracle-Verantwortlichen mit den Vorbereitungen für den Zusammenschluss. So knüpft Oracles Co-President Charles Phillips erste Kontakte zu Vereinigungen von Peoplesoft-Anwendern. Der ehemalige Softwareanalyst von Morgan Stanley Dean Witters, der als treibende Kraft hinter der Akquisition gilt, will die strapazierten Beziehungen entspannen. Vor allem die Kunden des von Peoplesoft übernommenen Softwareanbieters J.D. Edwards hatten sich im Vorfeld besorgt über die möglichen Folgen einer Oracle-Übernahme geäußert. Sie befürchten, Oracle-Chef Lawrence Ellison könnte den Support und die Weiterentwicklung der Software einstellen.

Oracle werde die Produkte pflegen und weiterentwickeln sowie die Anregungen und Wünsche der Anwendervereinigungen berücksichtigen, versucht Phillips diese Sorgen zu entkräften. Auch ein Verkauf des ehemaligen J.D-Edwards-Geschäfts, über den manche Analysten bereits spekulieren, stehe nicht zur Diskussion. Der Datenbankspezialist verspricht langfristigen Support und neue Releases für Peoplesofts "Enterprise"-Applikationen sowie "Enterprise One", ein ehemaliges J.D.-Edwards-Produkt. Für die "World", eine in RPG programmierte Software für IBMs "I-Series"-Plattform, die Peoplesoft ebenfalls von J.D. Edwards übernommen hatte, will Oracle Peoplesofts Supportzusagen erfüllen.

Die Oracle-Verantwortlichen bestätigten außerdem, auch künftig konkurrierende Datenbankprodukte zu unterstützen. Auch IBMs Hardwareplattform I-Series, auf der zahlreiche J.D.-Edwards-Installationen laufen, soll weiter gepflegt werden. Jedoch wird die vom Peoplesoft-Management im Sommer vergangenen Jahres beschlossene Kooperation mit IBM beendet.

Trotz Oracles Ankündigungen bleiben Anwender skeptisch. Zwar sei es zu begrüßen, dass die Zeit der Unsicherheit nun ein Ende habe, erklärte Fred Pond, Leiter der Peoplesoft-Anwendervereinigung Quest. Die Kunden hätten sich jedoch kaum für die Übernahme ausgesprochen, wenn sie eine Wahl gehabt hätten.

Nimmt man die Oracle-Zusagen genauer unter die Lupe, so bleiben etliche Fragen unbeantwortet. Bislang ist nicht eindeutig geklärt, welche Programmversionen wie lange unterstützt werden. Auch in Sachen Kooperation mit konkurrierenden Datenbankanbietern lässt sich Oracle eine Hintertür offen. Der Support werde so lange fortgesetzt, wie sich eine funktionierende Beziehung zu den Konkurrenten aufrechterhalten lasse, heißt es in einem offiziellen Statement an die Peoplesoft-Klientel.

Langfristig wird Oracle sicher versuchen, die neu hinzugekommenen Anwender auf die eigenen Produkte einzuschwören. Das betrifft in erster Linie die Datenbank und mittelfristig eine konsolidierte Applikations-Produktlinie, die in drei bis vier Jahren herauskommen soll. Peoplesoft-Kunden könnten frei entscheiden, ob und wann sie auf die Nachfolgeprodukte umsteigen möchten, verspricht Phillips. Es würden keine zusätzlichen Gebühren für diese Migration fällig, versucht Oracle den Umstieg schmackhaft zu machen. Das gelte auch für die Datenbank. Allerdings müssen die bis dato eingesetzten Produkte voll lizenziert sein und mit einem regulären Wartungsvertrag unterstützt werden. (ba)